Im vergangenen Dezember wäre Jane Austen 250 Jahre alt geworden. Die Beliebtheit der 1775 im Alter von 41 Jahren verstorbenen britischen Schriftstellerin ist bis heute ungebrochen. Auch die Kino- und Filmwelt entdeckt die Literatin, die in ihren Werken mit Witz und feiner Beobachtungsgabe mit Vorliebe über gesellschaftliche Zwänge und Klassenunterschiede schrieb, immer wieder aufs Neue.
Besonders bekannt sind die Verfilmungen „Sinn und Sinnlichkeit“ und „Stolz und Vorurteil“, aus der das Titelbild dieses Artikels stammt und die im großen Austen-Jubiläumsjahr nochmal auf der großen Leinwand zu sehen war. Ebenfalls 2025 begeisterte die intelligente Tragikomödie „Jane Austen und das Chaos in meinem Leben“ dank kluger Anspielungen viele Fans der Autorin.
Auf sie könnte schon bald eine neue, moderne Romanze ganz im Stil der Geschichten Austens zukommen. Die Rede ist vom Liebes-Drama „Emma Doucet“, bei dem ebenso die Regisseurin geradezu perfekt zu passen scheint.
"Vielleicht die wahre Liebe"
Wie Variety berichtet, wird die Französin Elise Girard „Emma Doucet“ inszenieren, dessen Dreharbeiten im Frühling starten sollen. Im vergangenen Jahr sorgte Girard mit ihrer romantischen Indie-Komödie „Sidonie in Japan“ für Furore, der auch in unserer Kritik mit sehr guten 4 von 6 Sternen bedacht wurde.
Darin geht es um eine Schriftstellerin, die sich während einer Lesereise in Japan ihren unverarbeiteten Traumata stellt – und sich neu verliebt. Allein aufgrund des Inhalts (immerhin geht es um eine leidenschaftliche Autorin) könnte Girard daher genau die richtige Wahl für „Emma Doucet“ sein, ein Film, dessen weibliche Hauptfigur, so die Filmemacherin, „direkt aus einem Jane-Austen-Roman stammen könnte“ (via Variety).
Nun handelt die französisch-deutsche Co-Produktion zwar nicht von einer Schriftstellerin, doch erzählt der Film, und auch das erinnert nur zu gut an Austen, von einer selbstbewussten, unabhängigen Protagonistin. Girard verrät: „Emma ist eine fleißige, idealistische, romantische Frau, die unbewusst auf etwas wartet – vielleicht auf die wahre Liebe.“
In Emmas Rolle schlüpft die luxemburgisch-deutsche Charaktermimin Vicky Krieps („The Dead Don’t Hurt“), die als alleinerziehende Mutter eines pubertierenden Sohns, Job, Ehrenamt und Erziehung unter einen Hut bringen muss. Ihr Leben wird auf den Kopf gestellt, als sie sich in den französischen Premierminister Michel Villaverde (Alex Lutz, bekannt aus französischen Filmen wie „French Women“ und „OSS 117“) verliebt. Während sich zwischen Emma und Michel eine intensive Brieffreundschaft entwickelt, schlittert ihr Sohn langsam und unbemerkt in eine tiefe emotionale Krise.
Gefühlschaos, die Kommunikation per Brief und eine Frau, die sich auf der Suche nach dem persönlichen (Liebes-) Glück den Widrigkeiten des Lebens entgegenstellen muss? Da werden Austen-Enthusiasten hellhörig, erinnert vieles davon doch auf Anhieb an die hervorragende Liebeskomödie „Love & Friendship“ (2016), die auf Austens Briefroman „Lady Susan“ basiert. Ob und wie viel am Ende von „Love & Friendship“ oder gar „Stolz und Vorurteil“ in „Emma Doucet“ steckt, erfahren Film- und Austen-Interessierte wohl erst ab Kinostart. Einen Starttermin gibt es aktuell aber noch nicht.
Mit „The Other Bennet Sister“ läuft in Großbritannien bald eine neue Historienserie an, die für alle Austen- (und auch „Bridgerton“-) Verehrer wie gemacht zu sein scheint. Der Trailer erfreut schon mal mit erlesener Ausstattung und pointiertem Witz:
Erster Trailer zum "Stolz und Vorurteil"-Spin-off "The Other Bennet Sister" mit "Star Wars"- & "Game Of Thrones"-Stars