Nach über 10 Jahren Entwicklungszeit: Dieser beliebte (und umstrittene!) Hollywood-Held bekommt einen neuen Film!
Sidney Schering
Sidney Schering
-Freier Autor und Kritiker
Schon in der Grundschule las er Kino-Sachbücher und baute sich parallel dazu eine Film-Sammlung auf. Klar, dass er irgendwann hier landen musste.

Für eine derart fixe Cartoon-Ikone hat sich Speedy Gonzales aber mächtig Zeit gelassen: Nach mehr als einer Dekade in der Entwicklungshölle kommt Bewegung in das neuste Starvehikel für die schnellste Maus von Mexiko!

Warner Bros.

Nach Jahren des Wartens hat die schnellste Maus von Mexiko endlich wieder Grund, froh und laut zu verkünden: „¡Arriba! ¡Arriba! ¡Ándale! ¡Ándale!“ Denn rund eineinhalb Jahrzehnte nach der ersten, vorsichtigen Ankündigung eines Langfilms rund um Speedy Gonzales gibt es konkrete Neuigkeiten, die Fans der ikonischen „Looney Tunes“-Figur Mut machen dürften!

Jetzt bestätigte ein Branchenbericht das, was Ende 2025 ein preisgekrönter Trickfilmmacher bereits andeutete: Warner Bros. gibt die Maus mit Sombrero in bewährte, kreative Hände, um einen „Speedy Gonzales“-Film zu entwickeln, der den zeitlosen Reiz der Figur würdigen und dennoch frischen Wind bieten soll.

Der preisgekrönte Kopf, der Speedy leitet

Der Strippenzieher hinter Speedy Gonzales' Zukunft ist Jorge R. Gutiérrez, der Regisseur und Ko-Autor des farbenfrohen, musikalischen Animationsfilms „Manolo und das Buch des Lebens“. Neben diesem von Guillermo del Toro produzierten Kinoprojekt verantwortete er unter anderem die Netflix-Trickserie „Maya und die Drei“, zu deren Originalbesetzung „Brooklyn Nine-Nine“-Star Stephanie Beatriz, „Avatar“-Mimin Zoë Saldaña, „Andor“-Titelheld Diego Luna und Gael García Bernal („Y Tu Mamá También – Lust For Life“) gehören.

Dass Annie-Award- und Emmy-Preisträger Gutiérrez die Regie beim ersten abendfüllenden Animationsfilm mit Speedy Gonzales im Mittelpunkt übernimmt, wurde durch das US-Branchenportal The Hollywood Reporter bestätigt. Entsprechende Andeutungen machte zuvor Gutiérrez selbst, der auf Instagram ein Foto von sich im Speedy-Shirt und mit einer Speedy-Figur veröffentlichte – inklusive Kommentar: „Ratet, welchen Film ich vielleicht für Warner Brothers Pictures Animation entwickle...“

Der gewiefte und blitzschnelle Mäuserich Speedy Gonzales, der seine Fähigkeiten oft einsetzt, um an Käse zu gelangen, fiese Katzen sowie Daffy Duck zu neppen und/oder Mäusedamen zu beeindrucken, wurde 1953 für den Kurzfilm „Mexikanische Küche“ erfunden. Diese Speedy-Inkarnation hat allerdings wenig mit der Version der Figur gemeinsam, die nachhaltig Ruhm erlangen sollte. Erst im mit einem Oscar prämierten Kurzfilm „Die schnellste Maus von Mexiko“ von 1955 fand Speedy zu seiner populären Form.

An einem abendfüllenden Film rund um den unvergesslichen „Looney Tunes“-Star wird in Hollywood seit 2010 gewerkelt – wenngleich mit wenig Erfolg. Zuerst war ein Realfilm mit Animationselementen in Arbeit, in dem Comedian George López dem gewitzten Mäuserich seine Stimme leihen sollte. Jahre später war dann von einem reinen Animationsfilm mit Eugenio Derbez („CODA“) als Speedy-Stimme die Rede. Doch bei Warner wurde die Entwicklung ausgebremst – laut Derbez, weil Studiochefs den seiner Ansicht nach unbegründeten Verdacht hegten, das mexikanische Publikum betrachte die Figur als rassistisch und stereotyp.

Dass Speedy-Fan Gutiérrez beim kommenden Film die Fäden in der Hand hält, kommentiert Bill Damaschke (Präsident von Warner Bros. Pictures Animation) gegenüber The Hollywood Reporter nun hingegen freudig: „Jorge ist ein einzigartiger Geschichtenerzähler, dessen Stimme, Kunstfertigkeit und kulturelle Perspektive jedem seiner Projekte ein zeitloses und zugleich komplett neuartiges Gefühl verleihen.“ Weiter lässt sich Damaschke zitieren: „Wir könnten nicht glücklicher sein, dass er Speedy Gonzales, eine unserer beliebtesten 'Looney Tunes'-Figuren, für das heutige, globale Publikum neu erfindet.“

Streit um Speedy

Die Debatte, ob Speedy Gonzales zeitgemäß ist, stellt bereits einen alten Hut dar: Rund um die Jahrtausendwende beschloss der US-Sender Cartoon Network, keine Kurzfilme mit Speedy Gonzales mehr zu zeigen – aus Angst vor Kritik über „ethnische Stereotype“. Der Kanal wurde daraufhin mit Beschwerdebriefen aus hispanischen Haushalten überschüttet und von einer Online-Fankampagne überrollt. Der einhellige Tenor: Speedy muss zurück auf die Bildschirme!

Selbst die League Of United Latin American Citizen schaltete sich ein und erklärte, dass Speedy Gonzales für sie eine kulturelle Ikone ist, die mit wachem Geist, heldenhafter Persönlichkeit und herausragenden, körperlichen Fähigkeiten eine liebenswerte, positive Repräsentation Mexikos und Lateinamerikas darstellt. 2002 knickte Cartoon Network ein und hievte Speedy-Cartoons wieder ins Programm.

Dass der kommende Warner-Kinofilm „Supergirl“ ähnliche Debatten auslöst, wagen wir zu bezweifeln. Dafür gibt es eine spannende Casting-News rund um das diesen Sommer startende DC-Abenteuer:

Vom Wikinger zum Weltraum-Piraten: "Vikings"-Star wird in "Supergirl" zum Bösewicht
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