Heute Abend im TV: Einer der größten Kino-Hits von Mel Gibson
Pascal Reis
Pascal Reis
-Redakteur
Pascal liebt das Kino von „Vertigo“ bis „Daniel, der Zauberer“. Allergisch reagiert er allerdings auf Jump Scares, Popcornraschler und den Irrglauben, „Joker“ wäre gelungen.

Ihr wollt Mel Gibson auf dem absoluten Höhepunkt seiner Popularität erleben? Dann müsst ich heute Abend RTL II einschalten, denn dort läuft die romantische Komödie „Was Frauen wollen“, die Gibson vollends mit seiner Starpower vereinnahmt.

Es gibt Filme, die einzig zu dem Zweck zu existieren scheinen, einem gefeierten Star die größtmögliche Bühne zu bereiten – sogenannte „Starvehikel“, also Werke, die ohne den Namen von Superstar XY vermutlich nie das Licht der Kinoleinwand erblickt hätten. Ein Paradebeispiel dieser Kategorie ist die romantische Komödie „Was Frauen wollen“, die im Jahr 2000 in die deutschen Kinos kam – und von der ersten bis zur letzten Minute ganz auf einen Mann zugeschnitten ist: Mel Gibson.

Der australische Schauspieler befand sich zu dieser Zeit auf dem Zenit seiner Karriere und zeigt in „Was Frauen wollen“ eindrucksvoll, wie sehr ein Film zur reinen Projektionsfläche für den Glanz eines Stars werden kann. Das ist keineswegs nur negativ gemeint, aber es bleibt unübersehbar, worauf hier das Hauptaugenmerk lag. Ihr habt „Was Frauen wollen“ noch nicht gesehen? Dann habt ihr heute Abend Gelegenheit dazu – KabelEins zeigt den Film ab 20.15 Uhr.

Was Frauen wollen
Was Frauen wollen
Starttermin 15. Februar 2001 | 2 Std. 07 Min.
Von Nancy Meyers
Mit Mel Gibson, Helen Hunt, Marisa Tomei
User-Wertung
3,4
Filmstarts
3,0
Im Stream

Darum geht's in "Was Frauen wollen":

Nick Marshall (Mel Gibson) ist ein arroganter Werbefachmann und Inbegriff männlicher Selbstgefälligkeit. Er hält sich für unwiderstehlich – attraktiv, charmant, beruflich überaus erfolgreich – und ist sich sicher, demnächst die Leitung der Kreativabteilung übernehmen zu dürfen. Doch dann bekommt er überraschend eine neue Chefin vor die Nase gesetzt: Darcy Macquire (Helen Hunt), smart, durchsetzungsfähig – und nicht gewillt, sich von Nicks Macho-Allüren einschüchtern zu lassen.

In einem absurden Selbstversuch, um Ideen für eine neue Kampagne zu sammeln, testet Nick diverse Frauenprodukte – und landet schließlich mit dem Fön in der Badewanne. Am nächsten Morgen wacht er schließlich mit einer einzigartigen Gabe auf: Er kann hören, was Frauen denken.

Bühne frei für Mel Gibson

„Was Frauen wollen“ ist in jeder Hinsicht maßgeschneidert für seinen Hauptdarsteller – ein Film, der Mel Gibson zur vollen Entfaltung seines Star-Charismas verhilft. Die Zuschauer*innen bekommen ihn in körperlicher Bestform und mit jener Mischung aus Selbstironie und Selbstverliebtheit ausgestattet, die ihn zu einem der größten Schauspieler seiner Zeit machte.

Gibsons Präsenz durchdringt den Film mit einer fast aggressiv-selbstverständlichen Wucht – seine Aura ist so dominant, dass man „Was Frauen wollen“ kaum anders als eine inszenierte Egoshow lesen kann. Es ist faszinierend, ihn dabei zu beobachten – auch vor dem Hintergrund, dass seine Karriere kurz darauf durch private Skandale dramatisch ins Wanken geraten sollte.

Natürlich gibt „Was Frauen wollen“ nur vor, Geschlechterrollen kritisch zu hinterfragen und auch als Satire fungieren zu wollen. Vielmehr dient der Film in erster Linie dazu, die weiblichen Figuren – ob Helen Hunt („Besser geht’s nicht“) oder Marisa Tomei („In The Bedroom“) – früher oder später zur mehr oder weniger widerstandslosen Bewunderung von Nick alias Mel zu bewegen.

Regisseurin und RomCom-Expertin Nancy Meyers („Liebe braucht keine Ferien“), liefert hier einen Film ab, der formal glatt, dramaturgisch uninspiriert und thematisch eher brav daherkommt – was allerdings kaum überrascht, wenn sich alles nur um das Strahlen eines Superstars dreht. Und strahlen tut er, daran besteht kein Zweifel. Der Erfolg gibt dem Film am Ende auch Recht: Mehr als das Fünffache seines 70-Millionen-Dollar-Budgets sollte „Was Frauen wollen“ weltweit einspielen.

Falls ihr wissen wollt, welche Hauptrolle in einem Film von Martin Scorsese abgelehnt hat, dann müsst ihr den nachfolgenden Artikel lesen:

"Ich mache das nicht": Mel Gibson lehnte die Hauptrolle in einem kontroversen Epos von Martin Scorsese ab

Dies ist eine aktualisierte Wiederveröffentlichung eines bereits zuvor auf FILMSTARTS erschienenen Artikels.

facebook Tweet
Ähnliche Nachrichten
Das könnte dich auch interessieren