Der Lieblingsfilm von gleich 3 (!) US-Präsidenten: Dieses unvergleichliche Meisterwerk sollte jeder Western-Fan kennen
Stefan Geisler
Stefan Geisler
-Redakteur
Stefan liebt Film. Er vermisst die wöchentlichen Besuche in der Videothek, denn das ziellose Umherirren in den Gängen hat ihm Seherfahrungen wie "Donnie Darko" oder "Fear and Loathing in Las Vegas" beschert.

Präsidenten sind auch nur Menschen. Dementsprechend ist es nicht verwunderlich, dass auch einige der einflussreichsten Staatsoberhäupter der Welt Lieblingsfilme haben. Besonders häufig genannt ist dabei ein bestimmter Western-Klassiker.

Es ist immer spannend zu erfahren, welche Filme einflussreiche Menschen zu ihren Lieblingswerken wählen – auch weil dies eine ganze Menge über ihre Persönlichkeit aussagt. Gerade bei den US-Präsidenten ist die Nennung eines Lieblingsfilms wohl auch immer als Statement zu verstehen. Welche Werte werden transportiert? Für welche amerikanische Ära kann der Film stellvertretend gelesen werden? In welche Richtung soll das Land geführt werden?

Dementsprechend ist es auch nicht verwunderlich, dass einige Klassiker der Filmgeschichte von mehreren US-Präsidenten als Film-Favorit genannt wurden. Insbesondere „High Noon“ („12 Uhr mittags“ in der deutschen Übersetzung) scheint es den amerikanischen Staatsoberhäuptern sehr angetan zu haben. Sowohl Bill Clinton, Dwight D. Eisenhower als auch Ronald Reagan haben diesen legendären Western ganz oben auf ihrer Liste.

Das ist "12 Uhr mittags"

Sheriff Will Kane (Gary Cooper) ist kurz davor, seinen Posten aufzugeben und ein neues Leben zu beginnen. Schließlich hat er gerade geheiratet und mit seiner Frau möchte er die Stadt verlassen. Doch als er seine Marke abgeben will, erfährt er, dass der Verbrecher Frank Miller (Ian MacDonald), den Kane einst ins Gefängnis brachte, mit dem Mittagszug um 12 Uhr zurückkehrt – begleitet von seinen Männern, die ihn rächen wollen.

Kane steht vor der Wahl: fliehen oder bleiben. Er entscheidet sich für letzteres und versucht, Hilfe in der Stadt zu mobilisieren. Doch aus Angst oder Eigennutz weigern sich selbst Freunde und Kollegen, ihm zur Seite zu stehen. Die Zeit bis 12 Uhr vergeht quälend langsam, während die Spannung stetig steigt. Der Sheriff muss sich alleine den Ganoven stellen und einen aussichtslosen Kampf führen.

Zurück zu alten Werten

„12 Uhr mittags“ ist eine Dekonstruktion der goldenen Westernzeit. Die Feigheit der Einwohner*innen, die fehlende Zivilcourage und die hoffnungslose Unterlegenheit des einsamen Ordnungshüters, der sich gegen eine kriminelle Übermacht stellen muss, spendet wenig Hoffnung auf einen glorreichen Sieg der Gerechtigkeit.

Dass sich Sheriff Will Kane aus einem reinen Pflichtbewusstsein trotzdem diesem Kampf stellt, dient dabei als kraftvolles und nachvollziehbares Bild für die oftmals einsame und undankbare und Natur des Präsidentenamtes. Kane stellt die Bedürfnisse seiner Stadt an erster Stelle, selbst wenn ihm diese ihm die kalte Schulter zeigt – auch wenn die Flucht die bequemere Lösung gewesen wäre.

Zudem wird auch der fehlende Wertekompass der Stadtbevölkerung zu einem Mahnmal: Was ist ein Land wert, in der keiner für den anderen eintritt? In der keine Zivilcourage mehr existiert? Die letzte Szene in „12 Uhr mittags“ findet dafür deutliche Bilder. Es ist somit auch der perfekte Film für Präsidenten, die mit Veränderungen in ihrem Land unzufrieden sind – und sich eine Rückkehr zu alten Tugenden wünschen.

12 Uhr mittags
12 Uhr mittags
Starttermin 9. Januar 1953 | 1 Std. 25 Min.
Von Fred Zinnemann
Mit Gary Cooper, Thomas Mitchell, Lloyd Bridges
User-Wertung
4,3
Filmstarts
5,0
Im Stream

Wir können euch „12 Uhr mittags“ ganz dringend ans Herz legen. In der FILMSTARTS-Kritik erhält der Western die selten vergebene Höchstwertung von 5 Sternen. Aktuell könnt ihr diesen im Streaming-Abo von WOW finden:

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