Bei Disneys Realverfilmungen der hauseigenen Animations-Klassiker ist kein Ende in Sicht. Mit dem im Frühjahr 2025 gestarteten „Schneewittchen“ fuhr das Maushaus zwar eine Schlappe ein, doch der Erfolg des kurz danach gestarteten „Lilo & Stitch“ dürfte das Traditionsstudio darüber hinweggetröstet haben: Über eine Milliarde US-Dollar kam an den weltweiten Kinokassen zusammen.
Nicht ganz so viel eingespielt hat dagegen das „Arielle“-Remake von 2023, nämlich „nur“ 570 Millionen – doch dafür kann sich das Fantasy-Abenteuer auf die Fahne schreiben, in manchen Momenten sogar besser zu sein als das von vielen verehrte Original. Wenn ihr euch selbst davon überzeugen wollt, könnt ihr Rob Marshalls „Arielle, die Meerjungfrau“ ohne Zusatzkosten im Flatrate-Programm von Disney+ streamen.
"Arielle": Gleich zweimal bei Disney+
Alternativ könnt ihr natürlich auch das „Arielle“-Original – bei Disney+ schauen. Der Märchen-Neuauflage gelang im September 2023 dort sogar das Kunststück, einen Rekord aufzustellen: Innerhalb der ersten fünf Tage nach Veröffentlichung auf dem Streamingdienst wurde „Arielle“ 16 Millionen Mal aufgerufen.
Damit lieferte das Musical den bis dahin besten Filmstart auf Disney+ im Jahr 2023. Zwar wurde „Arielle“ im selben Jahr dann noch von „Elemental“ überboten – hier gab es zur Streaming-Premiere sogar 26,4 Millionen Aufrufe –, aber dennoch sind die Debützahlen der kleinen Meerjungfrau beeindruckend und zeigen: Wer nicht ins Kino gegangen war, holte den Film im Streaming nach!
Einschalten lohnt sich – nicht nur wegen Halle Bailey!
Ja, der zu Herzen gehende Animationsfilm „Arielle, die Meerjungfrau“ mit seinen eingängigen Songs und seinen wunderschönen handgezeichneten Bildern ist nahezu ein Meisterwerk – in der FILMSTARTS-Kritik haben wir 4,5 von 5 Sternen vergeben. Da kommt die Neuauflage des berühmten Nixen-Märchens tatsächlich nicht ganz ran, beeindruckt aber mit einer anderen Leistung: Regisseur Rob Marshall hat das Märchen mit viel Fingerspitzengefühl modernisiert und sowohl Handlung als auch einige Figuren weiter ausgebaut – mit dem Ergebnis, dass das Remake an seinen besten Stellen nun sogar noch etwas besser ist als das Original.
Dazu zählt ein mitreißender Ausflug in die Welt der Menschen, der noch mal besser zeigt, was Arielle so an den Zweibeinern fasziniert und ihr und ihrem Prinzen mehr Raum für eine nachvollziehbare Annäherung bietet. Besagter Prinz Eric (Jonah Hauer-King) wird zudem mit deutlich mehr Persönlichkeit ausgestattet. Selbst diejenigen, die den originalen „Arielle“ in- und auswendig kennen, können hier also noch Neues entdecken.
Disney und seine verbundenen Unternehmen
Eine wahre Entdeckung ist auch Halle Bailey in der Titelrolle. Ihre Arielle ist charakterstark, neugierig und verträumt – und begeistert mit grandioser Stimmgewalt. Bailey erweckt die Kult-Songs des Originals sowie die für das Remake neu geschriebenen Stücke mit absoluter Gänsehaut-Garantie neu zum Leben. Die mehrfach Grammy-nominierte Sängerin ist so das Herzstück des Films, wird aber von einem ebenfalls sehr sehenswerten Cast unterstützt – neben Javier Bardem als König Triton ist da vor allem die wunderbar diabolisch aufspielende Melissa McCarthy als Meereshexe Ursula zu nennen.
Zu Halle Bailey sei gesagt: Auf deren Stimme müsst ihr natürlich verzichten, wenn ihr den Film in seiner deutschen Synchronfassung schaut. Darin ist Rieke Werner als Sprecherin von Arielle zu hören, Sophia Riedl übernahm den Gesang. Auf Disney+ habt ihr aber die Möglichkeit, in die englische Originalfassung umzuschalten.
Eine gelungene Neuauflage mit kleinen Schwächen
Viel Neues bringt die „Arielle“-Realverfilmung mit – was aber auch dazu führt, dass sich der Film manchmal ein wenig in die Länge zieht. Denn trotz aller Ausschmückungen ist die Geschichte eigentlich schnell erzählt: Meerjungfrau verliebt sich in Mensch, Meerjungfrau bekommt im Austausch gegen ihre Stimme von böser Meerhexe für drei Tage Beine geschenkt, um den Mann zu erobern, Meerhexe verfolgt natürlich ganz eigene, fiese Pläne, Meerjungfrau verliert ihren Prinzen beinahe, und am Ende geht alles doch noch gut aus.
Was diese Liebesgeschichte im Original so bezaubernd gemacht hat, waren unter anderem auch die für Disney-Klassiker so typischen liebenswerten Nebenfiguren. Für die meisten davon ist auch in der Neuauflage Platz, Basstölpel Scuttle (Awkwafina) bekommt sogar eine eigene Rap-Nummer. Aber nicht alles lässt sich fließend von Animation in Live-Action übertragen, und so weiß man in der Realverfilmung mit Fan-Liebling Fabius (Jacob Tremblay) in den Land-Szenen nicht viel anzufangen. Krabbe Sebastian (Daveed Diggs) hat da mit seinen Beinchen schon bessere Karten.
Natürlich gibt es im neuen „Arielle“ noch viele weitere kleinere oder auch größere Änderungen. Eine davon ist, dass die Titelheldin nicht den Muschel-BH aus dem Originalfilm trägt. Warum das so ist, erfahrt ihr in diesem Artikel:
Jetzt auf Disney+: Darum fehlt der legendäre Muschel-BH im "Arielle, die Meerjungfrau"-Remake*Bei diesem Link zu Disney+ handelt es sich um einen Affiliate-Link. Mit dem Abschluss eines Abos über diesen Link unterstützt ihr FILMSTARTS. Auf den Preis hat das keinerlei Auswirkung.
Dies ist eine aktualisierte Wiederveröffentlichung eines bereits auf FILMSTARTS erschienenen Artikels.