Ihr mögt „Braveheart“, „Königreich der Himmel“, „Centurion“, „Johanna von Orléans“ oder „Gladiator“? Zudem gefällt es euch, wenn es nicht nur um antikes Blutvergießen und/oder mittelalterliche Kloppereien, sondern auch um Politik, Intrigen sowie Moral geht? Und eine lange Reihe populärer Stars auf dem Bildschirm stört euch ebenfalls nicht? Dann möchte ich euch für den heutigen Abend ein ebenso actionreiches wie atmosphärisch stimmungsvolles Netflix-Original empfehlen.
„The King“ können alle Abonnent*innen exklusiv auf Netflix streamen.
Robert Pattinson als psychopathischer Punk-Prinz
Wie lange Regisseur David Michôd („War Machine“) mit seinem Freund und regelmäßigen Kollaborateur, dem Schauspieler Joel Edgerton („Train Dreams“), am Drehbuch zu „The King“ gearbeitet hat, ist nicht bekannt. Ein Skript, das drei opulente Shakespeare-Bühnenstücke („Heinrich IV., Teil 1“, „Heinrich IV., Teil 2“ und „Heinrich V.“) zu einem monumentalen Mittelalter-Epos mit modernem Touch und komplett eigenen Dialogen verarbeitet, schreibt man allerdings sicher nicht innerhalb weniger Monate – zumal beide Männer auch jenseits dieses Projekts bestens im Geschäft und entsprechend eingebunden waren.
Als man Finanziers (u. a. Brad Pitt mit seiner Produktionsfirma Plan B) für das aufwändige Projekt gefunden hatte und mit der Planung und Vorproduktion beginnen konnte, hatte Michôd schnell Timothée Chalamet (aktuell der große Oscarfavorit mit „Marty Supreme“) für die Titelrolle im Sinn. Glücklicherweise sagte der Amerikaner auch umgehend zu. Edgerton, der seine und Michôds Arbeit als „Shakespeare trifft ‚Game Of Thrones‘“ beschreibt, war natürlich ebenfalls mit einem großen Part dabei. Weitere wichtige Rollen wurden mit bekannten Darsteller*innen wie Ben Mendelsohn („Rogue One: A Star Wars Story“), Tom Glynn-Carney („Dunkirk“), Sean Harris („The Green Knight“), Dean-Charles Chapman aus „1917“, Lily-Rose Depp („Nosferatu - Der Untote“) und Thomasin McKenzie („Jojo Rabbit“) besetzt.
Das Ergebnis der dreimonatigen Dreharbeiten in England und Ungarn ist ein Film geworden, der einiges zu sagen hat: über die Zeitperiode, in der er spielt, aber ebenso über unsere jetzige Welt, in der Machtgier, Hass, Korruption und verschiedenste Arten der Unterdrückung vielleicht sogar noch allgegenwärtiger sind. Das Angenehme daran: „The King“ predigt oder belehrt nicht plump, sondern überlässt es uns als Zusehenden, selbst zu entscheiden, was wir aus der Story und ihren Charakteren herausziehen und mitnehmen wollen.
Es gibt nicht nur richtig große, in Bezug auf Chaos und Matsch auch verdammt authentisch wirkende Schlachtensequenzen mit Schwertergemetzel, sondern auch einen rundum überzeugenden Timothée Chalamet. Trotz seiner noch jungen Jahre konnte der spätere „Dune“-Star schon in „The King“ viel von seinem heutigen Charisma zeigen. Dazu hält der Film einige echte Überraschungen parat. Die größte davon dürfte der etwa zur Mitte der Laufzeit erfolgende, in Bezug auf die Screentime recht überschaubare, dafür aber umso einprägsamere Auftritt eines weiteren Superstars sein: Robert Pattinson aus „Tenet“ und „The Batman“.
Die überdrehte Performance des Briten als „psychopathischer Punk-Prinz“, wie Chefredakteur Christoph Petersen die Figur in der FILMSTARTS-Kritik umschreibt, muss man einfach gesehen haben. Noch besser kommt sie in der englischsprachigen Originalfassung rüber, in der ihr Pattinson in einem so schrägen französischen Akzent parlieren hört, dass die Grenzen zum Slapstick hin und wieder ganz bewusst überschritten werden.
Also schaut euch „The King“ doch mal an. Ich bin mir sicher, dass Fans großer Mittelalter-Epen ebenso viel Freude an dem Film haben werden wie die Bewunderer*innen der einzelnen Stars. Falls ihr noch zögern solltet, lest euch einfach die sehr starken Bewertungen und begeisterten Rezensionen der FILMSTARTS-Community durch.
Netflix
"The King" auf Netflix: Das ist die Story
England, Anfang des 15. Jahrhunderts: Hal (Timothée Chalamet) ist der älteste Sohn von König Henry IV. (Ben Mendelsohn). Von den ständigen Kriegstreibereien seines Vaters hält der eher feingeistige junge Mann nicht viel – weshalb er auch so wenig Zeit wie möglich bei Hofe verbringt. Stattdessen wohnt er mit seinem besten Freund und Bodyguard, dem hochdekorierten, aber mittlerweile kriegsmüden Ritter Falstaff (Joel Edgerton), in einer Spelunke, in der das Duo allabendlich die Sau rauslässt.
Der todkranke Herrscher ist derweil schwer genervt von Hals Eskapaden und beschließt, dessen jüngeren Bruder Thomas (Dean-Charles Chapman) an seiner Stelle zum Thronfolger zu machen – was Hal gar nicht ungelegen kommt. Doch dann wird der neue Kronprinz im Rahmen einer Schlacht gegen walisische Rebellen getötet und kurz darauf stirbt auch der Vater. So muss Hal als König Henry V. doch noch ans Zepter. Zunächst schwört er sich, ganz anders zu regieren als sein verhasster Vater. Doch die harsche Realität der Staatsführung bringt ihn schnell immer häufiger in Versuchung, mit seinen eben noch so ehern erscheinenden Idealen von Frieden und Verständigung zu brechen…
Freut ihr euch schon auf Timothée Chalamet als Tischtennis-Genie in „Marty Supreme“? Im folgenden Artikel hat FILMSTARTS-Redakteur Daniel Fabian alles, was ihr über das 5-Sterne-Meisterwerk von „Der schwarze Diamant“-Regisseur Josh Safdie vor dem hiesigen Kinostart wissen müsst, zusammengestellt. Und der Trailer fehlt dabei natürlich auch nicht:
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