Nachdem Joel Schumachers quietschbunter „Batman & Robin“ 1997 sowohl beim Publikum als auch bei der Kritik durchgefallen war, nahm das Studio Warner Bros. zunächst Abstand von weiteren Comic-Verfilmungen um den dunklen Ritter von Gotham City. Bis Regisseur Christopher Nolan auf den Plan trat: Er pitchte dem Studio eine düstere, raue Version der Batman-Saga, die mehr Charaktertiefe und Realismus vorsah.
Tatsächlich wurde Nolans „Batman Begins“ (2005) zum Erfolg und zum Startpunkt einer bis heute gefeierten und in ihrer Qualität bislang unerreichten Trilogie um den Superhelden. Wer noch nicht dazu kam oder „Batman Begins“ erneut schauen will, kann den Film bei Amazon Prime Video streamen:
Das lag neben Nolans Händchen für hintergründige Action-Spektakel auch am grandiosen Cast: Christian Bale verkörperte eine getriebene Version des Titelhelden, Michael Caine mimte seinen Butler Alfred, Gary Oldman war als Commissioner Gordon zu sehen. Und in wenigen Szenen tauchte ein namenloser kleiner Junge auf, der zu Batman aufschaut und an entscheidender Stelle seinen Schutz braucht. Jahre später sollte dieser Schauspieler in einer Serie mitspielen, in der er weniger Schutzinstinkte beim Publikum weckte, sondern blanke Verachtung…
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Vom schutzlosen Jungen zum diabolischen König
Gespielt wurde der namenlose Junge in „Batman Begins“ von keinem geringeren als Jack Gleeson, der damals um die zwölf Jahre alt war. 2011 erlangte der irische Schauspieler dann eine Rolle in der immens erfolgreichen Produktion, die nach dem Urteil der Filmstarts-Community die beste Serie aller Zeiten werden sollte: „Game Of Thrones“ nach den Büchern des Fantasy-Autoren George R.R. Martin.
Doch obwohl diverse Figuren aus „Game of Thrones“, etwa der von Peter Dinklage dargestellte Tyrion Lannister, Zuschauerherzen eroberten, hatte niemand etwas übrig für den von Jack Gleeson gespielten Charakter: Joffrey Baratheon ist ein arroganter (vermeintlicher) Königsspross, der von der ersten Folge an einen ungeheuerlichen Hang zu Tyrannei, Sadismus und genereller Kotzbrockigkeit zur Schau stellt.
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Gleeson spielte diese Figur so überzeugend, dass das „Game of Thrones“-Publikum in seiner Verachtung geeint wurde: In Foren ließen sich unzählige Zuschauer über ihren Hass auf Joffrey aus, dutzende Memes waren ihm gewidmet und wurden auch nach Serienende neu aufgelegt, um etwa Joffrey Baratheon als Personifikation des grausigen Corona-Jahrs 2020 darzustellen.
So manch einer wird sich beim Schauen von „Game of Thrones“ gewünscht haben, durch den Bildschirm greifen und diesen herausragenden Bösewicht aufhalten, wenn nicht gar erwürgen zu können. Doch wie es bei „Game of Thrones“ so ist, entscheiden weder Publikumshass noch -liebe über das Schicksal einer Figur…
"Sehr unvergessliche, coole Erfahrung"
Jack Gleeson, der sich nach seiner Performance als Joffrey Baratheon zunächst für einige Jahre von der Arbeit vor der Kamera zurückzog und dem Theater zuwandte, ist seit 2020 wieder in einigen Film- und Serienproduktionen wie „House Of Guinness“ zu sehen.
Vor einigen Jahren wurde er vom Magazin Vulture auf seine kleine Rolle in „Batman Begins“ angesprochen und schwärmte von dem in einem Warenhaus nahe London erbauten Set: „Man konnte sich in diesem Gotham City buchstäblich verlieren, so realistisch war es. Ich habe nur ein paar Tage gedreht, weil es eine ziemlich kleine Rolle war. Aber es war eine sehr, sehr, sehr unvergessliche, coole Erfahrung.“
Nach Nolans Batman-Trilogie nahm sich der Regisseur Matt Reeves dem dunklen Ritter mit „The Batman“ (2022) an – warum die Fortsetzung hierzu weiter auf sich warten lässt, erfahrt ihr hier:
Besetzungsprobleme bei "The Batman 2": Jetzt hat der nächste Star abgesagt!*Bei dem Link zum Angebot von Amazon handelt es sich um einen sogenannten Affiliate-Link. Bei einem Kauf über diesen Link erhalten wir eine Provision.