TV-Tipp: "Star Wars" hin, "Indiana Jones" her – das ist mein absoluter Lieblingsfilm mit Harrison Ford
Oliver Kube
Oliver Kube
-Freier Autor & Kritiker
Oliver Kubes weibliche Lieblingsstars sind derzeit Jodie Foster, Mélanie Laurent und Renate Reinsve. Bei den Herren sind es Jesse Plemons, Sean Penn und David Jonsson.

Oliver Kube hat (fast) jeden Film mit Harrison Ford gesehen. Viele davon mag er sehr, aber ein Neo-Noir-Thriller steht für den FILMSTARTS-Autor über allen anderen. Deshalb empfiehlt er euch, ihn heute Abend im Free-TV einzuschalten.

Natürlich habe ich als Kind die Original-„Star Wars“-Trilogie geradezu verschlungen und auch die „Indiana Jones“-Filme liebe ich noch immer. Nagelt man mich allerdings darauf fest, welcher Film mit Harrison Ford mich bis heute am meisten beeindruckt, berührt und begeistert, dann antworte ich ohne zu zögern mit „Der einzige Zeuge“ von Regisseur Peter Weir („Der Club der toten Dichter“).

„Der einzige Zeuge“ läuft am heutigen 22. Februar 2026 um 22.45 Uhr ohne Werbeunterbrechungen im SWR Fernsehen. Falls euch der Termine zu spät ist, könnt ihr das Thriller-Drama jederzeit und ohne Aufpreis im Rahmen eures Paramount+*-Abos streamen. Alternativ stehen bei Online-Händlern wie Amazon natürlich auch Blu-ray*, DVD* oder ein Video-on-Demand zum Erwerb bereit:

Falls ihr ein Abo von Amazon Prime Video haben solltet, könnt ihr „Der einzige Zeuge“ unter obigem Link übrigens ebenfalls ohne Aufpreis streamen. Dazu müsst ihr euch lediglich für den siebentägigen Gratis-Test des Paramount+-Channels anmelden. Sofern ihr nicht wieder stornieren wollt, werden nach dem Probezeitraum 5,99 Euro pro Monat fällig.

"Der einzige Zeuge": Das ist die Story

Rachel Lapp (Kelly McGillis) ist eine junge Witwe aus einem ländlichen Teil Pennsylvanias. Zusammen mit ihrem achtjährigen Sohn Samuel (Lukas Haas) gehört sie zu den Amish – einer von deutschen Einwanderern abstammenden, christlichen Glaubensgemeinschaft. Diese verschließt sich bewusst der modernen Welt und führt ein streng reguliertes Leben wie zu vorindustriellen Zeiten.

Eines Tages verreist Rachel mit dem Kind, um ihre Schwester in einem anderen Bundesstaat zu besuchen. Auf einer Bahnhofstoilette in der Großstadt Philadelphia wird der Junge dabei zufällig Zeuge eines brutalen Mordes. Er berichtet seiner Mutter davon, die mit ihm sofort zur Polizei geht. Detective John Book (Harrison Ford) übernimmt den Fall und beginnt den kleinen Samuel über Tat und Täter zu befragen.

Als dieser überraschend den hochdekorierten Polizisten McFee (Danny Glover) identifiziert, will Book die Lapps schnell in Sicherheit bringen, wird dabei jedoch von seinem korrupten Kollegen angeschossen. Die drei können in Rachels Heimat flüchten, wo Book von der Dorfgemeinde (u. a. Alexander Godunov und Viggo Mortensen in ihren jeweils ersten Kinorollen) zunächst eher misstrauisch empfangen wird. Während seiner Rekonvaleszenz bringt der Städter die Nachbarn allerdings auf seine Seite und verliebt sich sogar in Rachel. Doch dann kommt McFee ihnen auf die Spur und eine Konfrontation ist unausweichlich …

Harrison Ford und Lukas Haas in Paramount Pictures
Harrison Ford und Lukas Haas in "Der einzige Zeuge".

Authentisch. Faszinierend. Spannend.

Da ich, als ich den Film zum ersten Mal sah, noch ziemlich jung war, konnte ich mich einerseits recht einfach in die Situation der von Lukas Haas („Babylon - Rausch der Ekstase“) wunderbar authentisch dargestellten Titelfigur hineinversetzen. Andererseits war ich erstaunt über die archaisch anmutende Welt, aus der der Junge kam. Obwohl ich damals bereits einige Zeit in den USA verbracht hatte, wusste ich bis dahin nicht, dass es dort ganze Bevölkerungsgruppen gibt, die auf diese Weise leben und noch dazu eine Art abgewandeltes Deutsch (Pennsylvania Dutch) sprechen.

Daneben begeistert mich bis heute vor allem die spannende Krimi-Handlung, die von Peter Weir so meisterhaft im Neo-Noir-Stil umgesetzt wurde. Und dann ist da natürlich noch Harrison Ford, den wir wohl alle als coolen Piloten des Millennium-Falken Han Solo, als kaum aus der Ruhe zu bringenden Archäologen und Abenteurer Dr. Henry Walton Jones Jr. oder als knallharten CIA-Agenten Jack Ryan kennen und lieben. Ford spielt hier so einfühlsam und emotional, geradezu verletzlich, wie er es nur hin und wieder während seiner beeindruckenden Karriere tun durfte. Viel zu selten, wenn man sieht, wie brillant er in „Der letzte Zeuge“ auftrat. Kein Wunder, dass Harrison Ford für seine Performance mit einer Oscarnominierung bedacht wurde.

Der einzige Zeuge
Der einzige Zeuge
Starttermin 24. Mai 1985 | 1 Std. 52 Min.
Von Peter Weir
Mit Harrison Ford, Kelly McGillis, Josef Sommer
User-Wertung
3,7
Filmstarts
4,0
Auf Paramount+ streamen

Das mittlerweile über vier Dekaden alte Werk hat für mich absolut nichts von seiner Atmosphäre, seiner Spannung und seiner Klasse verloren. Crew und Cast von „Der einzige Zeuge“ ist es gelungen, einen spannenden Thriller-Plot mit persönlichem Drama, einer zarten, gerade deshalb so berührenden Romanze und sogar ein paar leichten Momenten völlig homogen zu verbinden. Zudem macht der exzellent dargestellte Kontrast zwischen der friedlichen, ruhigen Welt der Amish und dem lauten, hektischen sowie oft gewalttätigen Leben in der Stadt noch lange, nachdem der Abspann gelaufen ist, nachdenklich.

Wusstet ihr, dass Harrison Ford einige Szenen für „E.T. - Der Außerirdische“ gedreht hat und warum er dennoch nicht im fertigen Film zu sehen ist?

"Er hätte dem Film geschadet": Steven Spielberg entfernte Harrison Ford aus seinem größten Meisterwerk!

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Dies ist eine aktualisierte Wiederveröffentlichung eines bereits auf FILMSTARTS erschienenen Artikels.

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