Hollywood ist voll von Geschichten über Rollen, die beinahe an andere gegangen wären – doch die Verknüpfung zwischen Kevin Costner und Harrison Ford ist besonders spannend. Beide dominierten in den späten 1980ern und frühen 1990ern die Kinoleinwände, beide galten als Publikumsmagneten. Kein Wunder also, dass ihre Namen immer wieder in denselben Casting-Listen auftauchten.
Verpasste Chancen, mutige Entscheidungen
So stand Costner als erster Kandidat für die Rolle des CIA-Agenten Jack Ryan in „Jagd auf Roter Oktober“ bereit. Doch er entschied sich dagegen und setzte stattdessen auf sein Herzensprojekt „Der mit dem Wolf tanzt“. Eine Wahl, die ihm nicht nur einen Welterfolg, sondern auch zwei Oscars – für den besten Film und die beste Regie – einbrachte (insgesamt erhielt das Western-Epos sieben Goldtrophäen und zahlreiche weitere Preise!). Ford hingegen lehnte die Rolle damals ebenfalls ab, um Jahre später in „Die Stunde der Patrioten“ und „Das Kartell“ doch noch in die Haut von Jack Ryan zu schlüpfen.
Auch bei Oliver Stones Politthriller „JFK“ kreuzten sich ihre Wege erneut. Ford bekam das Angebot für die Hauptrolle, zeigte sich jedoch skeptisch, während Costner die Herausforderung annahm. Stones Kommentar dazu war eindeutig: „Harrison Ford war verängstigt, Kevin hat Mut.“ Die Entscheidung zahlte sich aus, denn Costners Starpower half, die nötige Finanzierung für den Film zu sichern.
Kevin Costner verhalf Harrison Ford zu legendärer Actionrolle!
Den wohl bedeutendsten Wendepunkt in dieser besonderen Verbindung markiert jedoch „Air Force One“. Regisseur Wolfgang Petersen suchte den perfekten Darsteller für den US-Präsidenten James Marshall – und zunächst lag die Rolle bei Kevin Costner. Doch der hatte schlicht keine Zeit. Anstatt das Projekt verfallen zu lassen, reichte er das Drehbuch an Harrison Ford weiter.
„Das war ein Drehbuch, das ursprünglich Kevin Costner hatte, und er gab es mir“, erklärte Ford später in einem Interview mit der Los Angeles Times. Er fügte hinzu: „Kevin wusste, dass das ein großer kommerzieller Film wird, aber sein Zeitplan ließ es nicht zu.“ Obwohl beide keine engen Freunde waren, räumte Ford ein, dass Costner in seiner Achtung gestiegen sei – schließlich habe er ihm „einen echten Volltreffer“ überlassen.
Für Ford war es ein Glücksgriff: „Air Force One“ wurde 1997 zum bis dahin zweiterfolgreichsten Film seiner gesamten Karriere, übertroffen nur von „Auf der Flucht“. Costner hingegen erlebte im selben Jahr mit „Postman“ einen herben Rückschlag. Der aufwändig produzierte Endzeitfilm floppte an den Kinokassen und wurde bei den „Goldenen Himbeeren“ mit gleich fünf Negativpreisen abgestraft.
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