Es war eine völlig andere Zeit, damals im Jahr 2004. Marvel war im Kino noch keine etablierte Marke – und wenn man das Logo der Comicschmiede vor einem Film auf der Leinwand sah, wusste man noch nicht so recht, was einen denn nun erwarten würde.
Klar, mit den ersten beiden „Spider-Man“-Filmen zeigte Sam Raimi bereits, wie viel Potenzial in jenen Stoffen steckt. Doch eine richtige Formel, ein zuverlässiges Erfolgsrezept gab es damals nicht. Keine Spur noch vom Marvel Cinematic Universe (MCU), das heute als erfolgreichstes Film-Franchise aller Zeiten bekannt ist. Und so verwundert es auch nicht, dass „The Punisher“ heute wie der krasse Gegenentwurf zu den Avengers wirkt – nicht nur, aber vor allem im Kino.
Gerade einmal 33 Millionen Dollar kostete der Film damals, ein Bruchteil der späteren MCU-Filme. Aber gut, die Geschichte des raubeinigen Antihelden, der seine ermordete Familie rächt, lässt sich auch nur schwer kindgerecht verpacken. Die Folge: eine höhere Altersfreigabe (in Deutschland ab 18) und die damit einhergehende Reduzierung des potenziellen Publikums, was am Ende natürlich auch weniger Geld an den Kinokassen bedeutete.
Ein Flop, der zurückblickend einen spannenden Kontrast zu den heutigen Comic-Blockbustern darstellt, und den euch der Autor dieser Zeilen auch deswegen sehr ans Herz legen kann. „The Punisher“ gibt es am heutigen 20. Februar 2026 ab 22.25 Uhr bei RTL Zwei zu sehen – aber Achtung, wohl nur in der gekürzten Fassung! Die ungeschnittene Ab-18-Version darf erst nach 23 Uhr ausgestrahlt werden, alternativ könnt ihr aber zum Stream* in voller Länge oder zur Blu-ray inklusive Kinofassung und Extended Cut greifen:
"The Punisher": Marvel kann auch Guilty Pleasure
In Superheldenfilmen muss nicht immer das Schicksal der ganzen Welt auf dem Spiel stehen, nicht immer eine Großstadt in Schutt und Asche gelegt werden, um klarzumachen, dass man nun am Ende der Geschichte ist. Manchmal reichen auch schon eine simple Rache-Story, ein charismatischer Hauptdarsteller und ein inszenierungsfreudiger Regisseur, um zwei wenig anspruchsvolle, aber schwer unterhaltsame Stunden Action-Kino auf die Beine zu stellen.
Rache, Selbstjustiz, Mord und Totschlag: Ja, „The Punisher“ macht keine Gefangenen und hat sich seine 18er-Freigabe redlich verdient. Verglichen zu Netflix' Serien-Adaption des Stoffes fällt der Film mit Thomas Jane allerdings verhältnismäßig leicht und locker aus.
Mit John Travolta als Mafia-Oberbösewicht, jeder Menge trockenen Sprüchen und völlig überzeichneten Figuren wie etwa Kevin Nashs russischem Schergen, der leibhaftig einem Comic entsprungen scheint, bietet „The Punisher“ wenig überraschende, aber immer coole Antihelden-Action, die sich selbst nicht zu ernst nimmt und gerade deswegen mächtig Laune macht – auch heute noch.
Tipp: Der Extended Cut – der einst sogar auf dem Index stand
Wer die volle Ladung „The Punisher“ will, bekommt seit 2019 nicht nur die Kinofassung des Rache-Reißers auf DVD und Blu-ray, sondern auch den über 15 (!) Minuten längeren Extended Cut – der es in Deutschland einst alles andere als leicht hatte.
Die Langfassung enthält einen zusätzlichen, neuen Handlungsstrang, fällt alles in allem aber auch eine Spur härter aus, was zur Folge hatte, dass der Extended Cut im Jahr 2005 sogar auf dem Index landete und folglich hierzulande nicht offen beworben und verkauft werden durfte. Mittlerweile erhielt aber auch die erweiterte Version grünes Licht von der FSK, sodass der Extended Cut nun im Doppelpack mit der Kinofassung regulär im Handel erhältlich ist.
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Der "Punisher"-Film hat einen neuen Titel – und lässt Fans jetzt auf etwas hoffen, das es bei Marvel noch nie gab*Bei diesen Links handelt es sich um sogenannte Affiliate-Links. Bei einem Kauf über diese Links oder beim Abschluss eines Abos erhalten wir eine Provision. Auf den Preis hat das keinerlei Auswirkung. Dieser Artikel basiert auf einem bereits auf FILMSTARTS erschienenen Beitrag.