2023 feierte ein Meisterregisseur seine umjubelte Rückkehr, nachdem er sich zuvor von seiner beruflichen Passion verabschiedete: Aki Kaurismäki. Der finnische Autorenfilmer setzt auf Zurückhaltung sowie ruhige Kameraarbeit, und steht für lakonisch-melancholische Erzählungen. Seinem Comeback „Fallende Blätter“ war zwar keine lautstarke Mainstream-Resonanz beschieden, allerdings wurde es von seiner eingeschworenen Fangemeinde sehr warm begrüßt.
Und wir hoffen, dass es jetzt noch mehr Menschen von sich überzeugt. Denn „Fallende Blätter“ ist ein Film, den man gesehen haben sollte, wenn man das Kino in seiner wundervollen Gesamtheit liebt. Heute, am 25. Februar 2026, läuft „Fallende Blätter“ erstmals im deutschen Fernsehen, nämlich ab 20.15 Uhr komplett werbefrei bei arte!
Außerdem ist der Film, der von von Michael Meyns in der FILMSTARTS-Kritik hervorragende 4,5 Sterne erhalten hat, auf DVD und Blu-ray* erhältlich, vorübergehend in der arte-Mediathek zu finden und als VOD verfügbar, etwa via Amazon Prime Video:
"Fallende Blätter": Pittoresk, sanft, poetisch und gewitzt
Ansa (Alma Pöysti) und Holappa (Jussi Vatanen) leben in Helsinki – und fühlen sich, obwohl sie Freundschaften pflegen, einsam. Daher befinden sie sich auf der Suche nach ihrer ersten, einzigen und endgültigen Liebe. Welch ein Glück, dass sie sich eines Nachts in einer Karaoke-Bar treffen. Welch Unglück, dass Alkoholprobleme, verlorene Telefonnummern, Vergesslichkeit, das versäumte Einholen wichtiger Infos und die Tücken des Alltags ihrem Glück im Weg stehen...
„Fallende Blätter“ ist sogleich auf doppelte Weise eine unerwartete Rückkehr: Nicht nur, dass Kaurismäki 2017 „Die andere Seite der Hoffnung“ als seinen Regieabschied bezeichnete. Sein Comeback in Form einer weiteren, sanften Tragikomödie ist zudem der überraschende Nachklapp einer thematischen Trilogie:
Denn mit ihr verpasste Kaurismäki seiner Arbeitertrilogie (bestehend aus „Schatten im Paradies“, „Abgebrannt in Helsinki“ und „Das Mädchen aus der Streichholzfabrik“) einen späten Bonusakt – über 30 Jahre nach ihrem ersten Abschluss! In der Zwischenzeit hat sich Kaurismäkis inszenatorischer Stil kaum geändert, trotzdem wirkt sein Film nicht wie stehengeblieben, sondern frisch und poetisch.
Das lässt sich auf die verzaubernde Liebe zurückführen, mit der er in „Fallende Liebe“ ein alternatives, pittoreskes Heute erschafft – mit Festnetz-Schnurtelefonen und klobigen Radios. Pöysti und Vatanen wiederum haben, typisch für Kaurismäki-Figuren, wenig zu sagen. Aber die Art, wie sie sich kurz und knapp unterhalten, ist auf erquickliche Weise staubtrocken-komisch (etwa, wenn sie einen Kinobesuch rekapitulieren) sowie emotional dermaßen auf das Nötige heruntergebrochen, dass es unmittelbar den richtigen Nerv trifft.
In den deutschen Lichtspielhäusern überbot „Fallende Blätter“ gerade so die Marke von 150.000 verkauften Eintrittskarten – dabei hätte dieser poetisch gefilmte, gewitzt-melancholisch erzählte Film so viel mehr verdient. Aber nun besteht wenigstens die Möglichkeit, ihn in den heimeligen vier Wänden nachzuholen. Kollege Meyns hat prägnant erklärt, weshalb er ein Muss ist: Weil der Film „mit einer tragikomischen, zutiefst berührenden Brillanz“ überzeugt, „die alles andere als repetitiv, sondern absolut einzigartig und zeitlos ist.“
Und wenn ihr danach noch etwas Herzschmerz benötigt, schaut doch unseren folgenden Streaming-Tipp:
Dies ist eine aktualisierte Wiederveröffentlichung eines bereits auf FILMSTARTS erschienenen Artikels.
*Bei den Links zum Angebot von Amazon handelt es sich um sogenannte Affiliate-Links. Bei einem Kauf über diese Links oder beim Abschluss eines Abos erhalten wir eine Provision. Auf den Preis hat das keinerlei Auswirkung.