Ursprünglich wollte der "Fluch der Karibik"-Regisseur dieses bildgewaltige Abenteuer drehen – heute Abend läuft es im TV!
Sidney Schering
Sidney Schering
-Freier Autor und Kritiker
Schon in der Grundschule las er Kino-Sachbücher und baute sich parallel dazu eine Film-Sammlung auf. Klar, dass er irgendwann hier landen musste.

Letztlich hat „Fluch der Karibik“- und „Ring“-Macher Gore Verbinski zwar den Regieposten an Hauptdarsteller Ben Stiller abgegeben. Trotzdem wurde „Das erstaunliche Leben des Walter Mitty“ zu einem visuell ambitionierten Abenteuerspaß.

In wenigen Tagen ist es so weit: Am 12. März 2026 startet mit „Good Luck, Have Fun, Don't Die“ endlich der neue Film des „Fluch der Karibik“-Machers Gore Verbinski in den deutschen Kinos. Der ehemalige Punkrocker, Musikvideoregisseur und Werbefilmer vereint in seinen Spielfilmen eindringliche Bilder mit verschrobenem Humor und rebellischem Naturell, das sich hinter einem flüchtig-zugänglichen Ersteindruck verbirgt.

Aufgrund dessen schien Verbinski wie die Faust aufs Auge zu passen, als es hieß, dass er „Das erstaunliche Leben des Walter Mitty“ drehen würde: Die 2013 veröffentlichte Abenteuerkomödie über einen unscheinbaren Mann auf Sinnsuche ist die zweite Hollywood-Adaption der bissig-skurrilen, melancholischen Kurzgeschichte „Walter Mittys Geheimleben“ von James Thurber, in der sich ein unscheinbarer Duckmäuser in reißerisch-pathetische Tagträume flüchtet.

Bereits 1947 wurde der Stoff mit Danny Kaye („Weiße Weihnachten“) in der Hauptrolle adaptiert, in der zweiten Kinoversion übernahm Ben Stiller die Titelrolle – und schlussendlich ersetzte er zudem Verbinski auf dem Regiestuhl. Darüber, ob dies ein guter oder schlechter Tausch war, lässt sich bloß spekulieren. Doch so oder so: Heute, am 26. Februar 2026, läuft „Das erstaunliche Leben des Walter Mitty“ ab 20.15 Uhr im Disney Channel. Darüber hinaus ist das an eindrucksvollen Schauplätzen in Island, Kanada und den USA gedrehte, tragikomische Abenteuer bei Disney+ abrufbar:

Und falls ihr Ben Stillers Neuinterpretation mit dem Komödienklassiker von 1947 vergleichen möchtet: „Das Doppelleben des Herrn Mitty“ von Norman Z. McLeod ist auf DVD* erhältlich.

Darum geht es in "Das erstaunliche Leben des Walter Mitty"

Der kleinlaute Walter Mitty (Ben Stiller) arbeitet im Fotoarchiv des renommierten, sich aber seiner Einstellung nähernden Printmagazins „Life!“. So scheu und dröge er im Alltag auftritt, so überbordend sind seine Tagträume, in denen er heldenhafte Abenteuer erlebt und die ganz große Liebe findet. In Wirklichkeit traut er sich dagegen nicht einmal, seine ihn bezaubernde Kollegin Cheryl (Kristen Wiig) anzusprechen, geschweige denn um ein Date zu bitten.

Als das Negativ verschwindet, das Fotograf Sean O‘Connell (Sean Penn) als Titelblatt des finalen Hefts auserkoren hat, muss Walter jedoch seinen ganzen Mut zusammennehmen und aus Liebe für seinen Job eine Landesgrenzen überschreitende Suche wagen...

Ein Traumtänzer an traumhaften Orten

Das Kinopublikum und die internationale Filmpresse reagierten 2013 auf Stillers „Das erstaunliche Leben des Walter Mitty“ zwiegespalten. Nicht wenige nahmen Anstoß an den offensichtlichen Produktplatzierungen, und während manche von Mittys Weltreise und Selbsterkundung berührt wurden, sahen andere darin die Leinwandadaption eines Motivationskalenders.

Doch auf eine Sache konnten sich die meisten einigen: Während der großen Hollywood-Übergangszeit hin zur Dominanz digitaler Kameras auf Analogfilm in bildschönen Landschaften gedreht, präsentierte sich „Das erstaunliche Leben des Walter Mitty“ als „einer der bestfotografierten Filme des Jahres“. Das wurde so auch in der FILMSTARTS-Kritik fest gehalten (4 von 5 Sternen).

Wie sehr der Look dazu seinen Beitrag geleistet hat, zeigt folgendes Zitat aus unserer Rezension: „Kameramann Stuart Dryburgh ('Das Piano', 'Bridget Jones') vollbringt dabei nicht nur mit den perfekt arrangierten farbgesättigten Landschaftsaufnahmen der über den halben Erdball verstreuten Schauplätze wahre Wunder, sondern kreiert mit seinen präzise aufeinander abgestimmten Einstellungen auch tolle, phantasievolle Bildübergänge und befeuert mit ihnen immer wieder die melancholisch-träumerische Grundstimmung des Films.“

Die unvollendeten Alternativleben des Walter Mitty

Man muss ein Tagträumer wie Walter Mitty sein, um sich all die alternativen Versionen der Geschichte ausmalen zu können, die seit 1994 in Hollywood verschiedenste Entwicklungsphasen durchliefen. In der Hauptrolle waren vor Stiller unter anderem Jim Carrey, Owen Wilson, Mike Myers, Will Ferrell und Sacha Baron Cohen vorgesehen.

Auf dem Regiestuhl versuchten sich zunächst Steven Spielberg, Ron Howard und Mark Waters an einem „Walter Mitty“-Remake, bevor Gore Verbinski dazustieß und immerhin genügend Beitrag leistete, um auch in Stillers Version während des Abspanns zum Dank mit einer Nennung als Executive Producer aufzutauchen.

Verbinski stieg übrigens zu Gunsten eines anderen Films aus, der ebenfalls zwiegespaltene Reaktionen hervorrief und auf überwältigende Bilder setzt. Die sind allerdings weitaus weniger harmonisch, denn der „Ring“-Regisseur nutzte dieses kostspielige Projekt, um wild durch mehrere Facetten eines Genres zu reiten und bitter mit der US-Vergangenheit abzurechnen:

Heute Abend streamen: In diesem Western gibt's eine der besten Actionszenen des Jahrhunderts zu sehen!

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