Eine der besten Videospiel-Reihen wird zum Kinofilm oder zur Serie – vom Macher persönlich
Björn Becher
Björn Becher
-Mitglied der Chefredaktion
Seit mehr als 20 Jahren schreibt Björn Becher über Filme und Serien. Hier bei FILMSTARTS.de kümmert er sich um "Star Wars" - aber auch um alles, was gerade im Kino auf der großen Leinwand läuft.

Manchmal gehen gute und schlechte Nachrichten Hand in Hand – so auch bei der Ankündigung, dass die gefeierte Videospielreihe „Kingdom Come: Deliverance“ jetzt endlich adaptiert wird und das vom Hauptverantwortlichen hinter der Reihe selbst.

Warhorse Studios

Bei den „Game Of The Year“-Awards rechneten viele damit, dass „Kingdom Come: Deliverance II“ als bestes Spiel des Jahres 2025 ausgezeichnet wird. Am Ende triumphierte zwar Überflieger „Clair Obscur: Expedition 33“ doch trotzdem bilden das Mittelalter-Rollenspiel und der 2018 veröffentlichte Vorgänger „Kingdom Come: Deliverance“ eine der besten Videospiel-Reihen der jüngeren Vergangenheit.

Was die zu Beginn des 15. Jahrhunderts im Königreich Böhmen angesiedelten Abenteuer vor allem auszeichnet: ihre dichte und fesselnde Geschichte mit dem Schmiedesohn Heinrich im Mittelpunkt, der mitten in die Auseinandersetzungen um die Macht im Lande gerät. Da liegt eine Adaption als Kinofilm oder TV-Serie eigentlich nahe. Jetzt soll sie wirklich kommen. Das ist gleichzeitig aber auch ein kleiner Dämpfer für ein mögliches „Kingdom Come: Deliverance 3“.

Daniel Vávra wechselt die Prioritäten: Film oder Serie statt "Kingdom Come: Deliverance 3"

Denn wie Martin Frývaldský, der CEO der für die Spielereihe verantwortlichen Firma Warhorse Studios jetzt verriet, hat sein Mitstreiter Daniel Vávra eine neue Rolle. Vávra ist nicht nur Mitgründer von Warhorse, sondern war als Spiele-Regisseur und Chef-Autor der zentrale, kreative Kopf hinter den beiden „Kingdom Come: Deliverance“-Spielen. Vávra gab jetzt aber seinen bisherigen Posten bei der Spieleschmiede auf, um sich hauptverantwortlich um die Adaption der Reihe zu kümmern:

„Wir arbeiten mit Dan daran, den Sprung auf die Bildschirme oder die Kinoleinwand zu schaffen. Es existiert auch bereits eine Arbeitsversion des Drehbuchs“, erklärte Frývaldský so im Interview mit dem tschechischen Magazin Czechcrunch und ließ dabei offen, ob es sich um einen Kinofilm oder eine Serie handeln wird.

Ein „Kingdom Come: Deliverance 3“ wird damit erst einmal unwahrscheinlicher – oder müsste ohne den „Vater“ des Franchise umgesetzt werden. Laut Frývaldský wollte sein Mitstreiter etwas Neues machen. „‚Kingdom Come‛ in den nächsten Jahren auf die Leinwand oder den Bildschirm zu bringen, ist der nächste Meilenstein, den wir erreichen wollen – und das ist Dans neue Rolle. Man trifft ihn zwar nicht mehr jeden Tag im Büro an, aber im weiteren Sinne ist er immer noch Teil von Warhorse“, sagte der CEO und bestätigte zudem, dass weitere Spieleentwicklungen ohne den Mitgründer stattfinden.

Gibt es eine neue oder eine bekannte Geschichte?

Dass Vávra seinen Fokus auf eine Adaption richtet, soll aber dafür sorgen, dass der bestmögliche „Kingdom Come“-Film in die Kinos oder als Serie auf den TV kommt: „Wir wollen nicht einfach nur die Rechte verkaufen; wir wollen, dass der Film so wird, wie wir ihn uns vorstellen“, so Frývaldský. Dass Vávra selbst am Drehbuch mitarbeitet, soll garantieren, dass man „wieder eine starke Geschichte“ bekommt. Diese muss nicht unbedingt eine direkte Adaption der beiden Spiele sein. Es gebe Videospielverfilmungen, die einfach die Story noch einmal wiederholen, aber bei den bereits vorhandenen „Kingdom Come“-Comics habe man stattdessen ergänzende Geschichten um die Figuren erschaffen. „Wir arbeiten mit beiden Möglichkeiten“, heißt es jetzt zum neuen Projekt.

Mit diesem lässt man auch alte Pläne wieder aufleben. Bereits kurz nach der Veröffentlichung des ersten Spiels gab es Pläne für eine Kino- oder Serien-Adaption. Damals veräußerte Warhorse auch schon die Rechte an eine ehemalige Netflix-Führungskraft, die vorher dort noch die Serie „The Witcher“ auf den Weg gebracht hatte. Aufgrund der Corona-Pandemie zerschlugen sich dann aber alle Pläne, sodass man jetzt - wieder mit der vollen Kontrolle in der eigenen Hand - einen neuen Anlauf wagen kann.

Ein globaler Blockbuster

Ob der zur Serie oder zum Film führen wird, dürfte am Ende auch davon abhängen, was sich der noch zu findende Partner aus der Film-, TV- und/oder Streamingindustrie wünscht. Da laufen aktuell noch Verhandlungen mit mehreren interessierten Parteien. Sicher ist nur, dass man große Pläne hat. „Wichtig ist für uns, mit dem Film oder der Serie ein ähnliches Publikum wie mit dem Spiel zu erreichen. Das bedeutet die USA, Westeuropa, aber auch Asien“, so Frývaldský.

Bereits im vergangenen Jahr probierte sich Vávra übrigens bereits als Filmemacher aus. Auf dem renommierten Festival in Karlovy Vary wurde mit „Kingdom Come: Deliverance II - Cinematic Cut“ ein Spielfilm präsentiert, der ein Zusammenschnitt von Szenen aus dem zweiten Spiel war. Mit dem sei aber das neue Projekt absolut nicht vergleichbar. Es werde deutlich größer. Wann ein „Kingdom Come“-Film oder eine Serie erscheinen könnten, ist noch nicht bekannt.

Eine andere Videospielverfilmung kommt dagegen in Kürze in die Kinos - und gerade gab es einen neuen Trailer:

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