Mit dem Fantasy-Abenteuer sind viele Kinder der 90er aufgewachsen – jetzt gibt es ein großes Hollywood-Remake
Björn Becher
Björn Becher
-Mitglied der Chefredaktion
Seit mehr als 20 Jahren schreibt Björn Becher über Filme und Serien. Hier bei FILMSTARTS.de kümmert er sich um "Star Wars" - aber auch um alles, was gerade im Kino auf der großen Leinwand läuft.

34 Jahre nach der Kinopremiere des Originals wurde jetzt ein Hollywood-Remake eines großen Fantasy-Abenteuers angekündigt, das auch ein wenig „Avatar“ vorweggenommen hat und aufgrund einer Kontroverse um Robin Williams für Schlagzeilen sorgte.

Im April 1992, fast auf den Tag genau vor 34 Jahren, kam „FernGully – Christa und Zaks Abenteuer im Regenwald“ in die amerikanischen Kinos. Dabei erlebte das Publikum eine besondere Premiere: Zum ersten Mal war der beliebte Robin Williams als Stimme einer animierten Figur zu hören. In Deutschland folgte die Kinoauswertung erst 1993. Etwas mehr als 100.000 Menschen strömten hier in das Fantasy-Abenteuer, das mit diesen Zahlen zunächst kein großer Hit war. Später fand der Film aber via VHS eine größere Verbreitung, sodass viele Kinder der 90er-Jahre ihn gesehen haben.

Jetzt belebt Amazon die Marke wieder. Mit Tochterfirma Amazon MGM Studios will man eine große Kino-Live-Action-Version von FernGully auf den Weg bringen. Für Regie und Drehbuch wurde Marielle Heller („Der wunderbare Mr. Rogers“) angeheuert.

Darum geht es in "FernGully"

Das Original hat einige Parallelen zu „Avatar“, was es natürlich interessant macht, wie man das im Remake umsetzt, um sich von James Camerons Epos abzuheben und nicht plötzlich selbst als Nachahmer zu gelten. Hier wie dort ändert der menschliche Protagonist seine Gestalt, um Teil eines magischen Ökosystems zu werden, das durch rücksichtslose menschliche Zerstörung bedroht ist. In beiden Filmen fungiert der Wald als zentraler Schauplatz, beide stellen die spirituelle Verbundenheit von Lebewesen und Natur in den Vordergrund und der Protagonist geht jeweils eine Liebesbeziehung mit einer indigenen Bewohnerin ein.

In „FernGully“ ist es Holzarbeiter Zak (Stimme im Original: Jonathan Ward), der im australischen Regenwald von Feenprinzessin Christa (Samantha Mathis) auf die Größe eines Insekts geschrumpft wird. Zunächst widerwillig taucht er in die ihm fremde Welt ein, bis er die Zerstörung, die seine menschlichen Kollegen anrichten, am eigenen Leib erlebt und er daraufhin die Seiten wechselt. Gemeinsam versuchen Zak und Christa nun, den Zauberwald vor den riesigen Abholzungsmaschinen und dem dabei freigesetzten Geist Hexxus (Tim Curry) zu retten – unterstützt werden sie dabei u. a. von dem schrulligen Flughund Batty Koda (Robin Williams).

Kehrt Batty Koda zurück?

Vor allem der Umgang mit einer Figur wird sicher die Fans des Originals interessieren: Baut man auch in die Live-Action-Version wieder Batty Koda ein? Die im Original von Robin Williams und in der deutschen Fassung von Peer Augustinski synchronisierte Fruchtfledermaus wurde zum absoluten Fanliebling. Dabei gab es hinter den Kulissen reichlich Aufsehen um Williams‛ Mitwirken.

Die Filmemacher kreierten die Figur extra für ihn und Williams sagte begeistert zu. Das erste Mal übernahm er eine Sprechrolle. Er sprach über 14 Stunden Material ein, improvisierte zahlreiche Dialoge. Das sorgte dafür, dass die eigentlich nur sehr kleine Rolle des Tieres in dem Animationsfilm, den ihr in Deutschland aktuell übrigens bei Joyn sogar gratis streamen könnt, immer weiter ausgebaut wurde.

Doch kurz nach seiner Zusage für „FernGully“ verpflichtete sich Williams bei Disney noch für „Aladdin“, wo er bekanntlich Flaschengeist Genie synchronisierte. Der damalige Disney-Boss Jeffrey Katzenberg war überhaupt nicht begeistert, dass man nicht selbst den ersten Synchro-Auftritt der Schauspiellegende hat und er kurz davor schon in einem anderen Animationsfilm zu hören ist. Er versuchte angeblich mehrfach Williams dazu zu bringen, die Zusage für die andere Rolle zurückzuziehen. Die „FernGully“-Verantwortlichen warfen Disney später sogar vor, dem Konkurrenzprojekt immer wieder das Leben schwer gemacht zu haben, indem man ihnen zum Beispiel Arbeitslokalitäten abluchste.

Es bleibt spannend, ob das Remake auch solche interessanten Geschichten hinter den Kulissen schreibt. Doch viel wichtiger ist natürlich, was auf der großen Kinoleinwand passiert. Bis wir das dann erleben, wird es aber noch dauern. Noch hat Amazon keinen Zeitplan für „FernGully“ veröffentlicht. Zudem ist bekannt, dass Regisseurin Marielle Heller vorher noch den Film „The Comebacker“ mit Tom Hanks drehen wird. Sie wird also nicht vor 2027 mit den Arbeiten an „FernGully“ anfangen. Vor 2028 wird es daher kaum zu einem Kinostart kommen, gerade bei einem aufwändigen Fantasy-Projekt kann es auch noch länger dauern.

Auch ein anderer Kinofilm aus den 1990er-Jahren wird neu aufgelegt. Mehr dazu gibt es im folgenden Artikel:

Vor 30 Jahren im Kino, jetzt bekommt er eine Serie: Dieser Superheld ist der Vorgänger von Batman, Iron Man und Co.

FILMSTARTS bietet dir täglich die neuesten Nachrichten über Kino, Serien und Fernsehen. Abonniere FILMSTARTS hier bei Google Discover um auch unsere Kritiken, Interviews, Streaming- und TV-Tipps sowie die besten und interessantesten Geschichten über deine Lieblingsfilme und -serien nicht zu verpassen.

*Bei diesem Link handelt es sich um einen sogenannten Affiliate-Link. Bei einem Kauf über diesen Link oder beim Abschluss eines Abos erhalten wir eine Provision. Auf den Preis hat das keinerlei Auswirkung.

facebook Tweet
Ähnliche Nachrichten
Das könnte dich auch interessieren