Goldene Palme in Cannes 2026: Provokantes, wie viel diskutiertes Drama "Fjord" mit Sebastian Stan und Renate Reinsve gewinnt!
Björn Becher
Björn Becher
-Mitglied der Chefredaktion
Björn Becher ist für euch vom 12. bis zum 24. Mai 2026 bei den Filmfestspielen in Cannes und versorgt euch von dort täglich mit spannenden Nachrichten und Kritiken.

In einem Jahr mit vielen starken, aber wenigen absolut herausragenden Filmen gab es keinen Favoriten für die Preise im Wettbewerb des bedeutendsten Festivals der Welt. Doch wer hat nun gewonnen?

Alamode Film

Vom 12. bis zum heutigen 23. Mai fand an der französischen Côte d'Azur zum bereits 79. Mal das weltweit wichtigste Filmfestival statt. Wir waren für euch vor Ort und konnten wieder reihenweise Filme entdecken, die über das restliche Jahr noch für Schlagzeilen sorgen werden. Bevor wir uns gleich den ausgezeichneten Titeln im Wettbewerb widmen, wollen wir kurz den Fokus auf die Nebensektion Un Certain Regard legen. Denn dort wurde das unserer Meinung nach beste Werk des Festivals gezeigt – und zu Recht mit dem Hauptpreis dieser Sektion bedacht.

Das in Berlin spielende und sich auf ungewöhnliche Weise mit dem Verlust eines geliebten Kindes befassende, österreichisch-deutsche-DramaEverytime“ von Sandra Wollner („The Trouble With Being Born“) bekam den Un Certain Regard Prize und hätte auch einen Platz im Wettbewerb um die Goldene Palme verdient gehabt. Von uns gibt es satte 5 Sterne in der offiziellen FILMSTARTS-Kritik für Wollners Meisterwerk!

Die Goldene Palme geht 2026 …

.. an Fjord - ein mit Marvel-Star Sebastian Stan und Renate Reinsve („Sentimental Value“) in den Hauptrollen besetztes Drama von Cristian Mungiu. Die von „Oldboy“-Regisseur Park Chan-wook als Präsident angeführte Jury hat damit eine in Norwegen angesiedelte Geschichte um eine streng religiöse Familie, die von den Behörden die Kinder weggenommen bekommt, ausgezeichnet. Der Film wurde von vielen gefeiert. Wir bei FILMSTARTS.de hatten allerdings unsere Probleme. „Fjord“ ist zwar fantastisch fotografiert und involviert emotional hochgradig, macht es sich „zugleich sehr leicht, wenn er die Handelnden der ‚anderen Seite‘ einfach in jeder einzelnen Szene wie die allergrößten Unsympathen ohne jeden Funken Selbstwahrnehmung darstellt“, heißt es so in unserer 3-Sterne-Kritik.

Der Jury, die die Preise verlieh, gehörten auch noch die Schauspieler*innen Isaach de Bankolé, Demi Moore, Ruth Negga und Stellan Skarsgård, die Filmemacher*innen Diego Céspedes, Laura Wandel und Chloé Zhao sowie Drehbuchautor Paul Laverty an.

Einen der Preise verlieh diese Gruppe dem deutschen Titel im Wettbewerb: Valeska Grisebachs viel Geduld erforderndes, aber mit cineastischem Gold belohnendes Drama „Das geträumte Abenteuer“ wurde mit dem Preis der Jury bedacht.

Für Aufsehen sorgte derweil, dass sich die Jury nicht immer für einen Gewinner entscheiden konnte. Bei den zwei Schauspielpreisen jeweils Doppelauszeichnungen vorzunehmen, ist nicht nur angesichts der herausragenden Darstellungen verdient, sondern weil sich die Performances der Duos im Mittelpunkt von „Coward“ und „All Of A Sudden“ jeweils schwer trennen lassen. Bei der besten Regie wurden dagegen die Filmschaffenden hinter zwei verschiedenen Titeln prämiert.

Alle Gewinner des Cannes-Wettbewerbs 2026 in der Übersicht:

Goldene Palme (Palme d’or): Fjord

Großer Preis der Jury (Grand Prix): Minotaur

Preis der Jury (Prix du Jury): Das geträumte Abenteuer

Beste Regie (Prix de la mise en scène): Javier Calvo und Javier Ambrossi für „La Bola Negra“ & Pawel Pawlikowski für „Vaterland

Bestes Drehbuch (Prix du scénario): Emmanuel Marre für „A Man Of His Time

Beste Darstellerin (Prix d’interprétation féminine): Virginie Efira & Tao Okamoto für „All Of A Sudden

Bester Darsteller (Prix d’interprétation masculine): Emmanuel Macchia & Valentin Campagne für „Coward

Zu fast allen der hier genannten, in Cannes 2026 ausgezeichneten Filme findet ihr bei uns auch eine ausführliche Kritik. Darunter ist auch der mit dem Großen Preis der Jury und damit quasi dem zweiten Platz bedachte „Minotaur“. Regisseur Andrey Zvyagintsev verlagert dabei eine aus dem Klassiker „Die untreue Frau“ und dem Hollywood-Remake „Untreu“ bekannte Geschichte nach Russland, wo dringend Soldaten für den Angriffskrieg gegen die Ukraine benötigt werden. Durch diesen neuen Kontext entfaltet das Geschehen „noch mal einen ganz anderen, ziemlich heftigen Punch“, wie es in unserer Kritik heißt.

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