Überhöhte Agenten-Klischees, zotiger Anarcho-Humor und jede Menge Retro-Charme: Mit dieser Erfolgsformel schuf „Wayne’s World“-Star Mike Myers Kult. Der entwaffnend-chaotische Titelheld seiner „James Bond“-Parodie „Austin Powers - Das Schärfste, was Ihre Majestät zu bieten hat“ eroberte 1997 unzählige Herzen im Sturm. Nur zwei Jahre später schoss man daher bereits die Fortsetzung „Austin Powers - Spion in geheimer Missionarsstellung“ nach, die den beachtlichen Erfolg des Vorgängers noch einmal deutlich in den Schatten stellen und bei einem Produktionsbudget von 33 Millionen Dollar starke 312 Millionen Dollar in die weltweiten Kinokassen spülen konnte.
Teil 3 war damit unvermeidlich und kam 2002 unter dem wohlklingenden, natürlich einmal mehr auf die Bond-Reihe anspielenden Titel „Austin Powers in Goldständer“ in die Kinos. Die Meinungen des Publikums über das Gesamtergebnis gingen dabei ein wenig auseinander. Doch über die grandiose Eröffnungssequenz von „Austin Powers 3“ kann es eigentlich keine zwei Meinungen geben.
Nwe Line Cinema
Was zunächst wie ein herkömmlicher Einstieg anmutet, entpuppt sich hier letztlich als Film im Film von niemand Geringerem als Steven Spielberg, bei dem sich innerhalb kürzester Zeit die Top-Stars die Klinke in die Hand geben. Wenn hier Tom Cruise als Austin, Gwyneth Paltrow als Agentin Dixie Normous, Kevin Spacey als Dr. Evil und Danny DeVito als Mini-Me auftreten, ist das nicht nur unfassbar komisch, es unterstreicht auch einfach das Standing der herrlich bescheuerten Blödel-Reihe.
Selbst könnt ihr euch dieses Comedy-Highlight derzeit im Streaming-Abo von HBO Max zu Gemüte führen, wo alle drei „Austin Powers“-Teile zum Abruf bereitstehen (den Dienst gibt es als eigene App oder auch als Zusatz-Channel bei Amazon Prime Video). Das Streamen lohnt sich aber durchaus auch für das, was nach dem starken Opening folgt.
Ja, „Austin Powers in Goldständer“ recycelt vor allem altbekannte Gags der Vorgänger und dreht hierbei noch mal ein wenig an der Wahnsinnsschraube. Dabei sitzt längst nicht mehr alles. Doch der Austin-Charme zieht sich nach wie vor durch den gesamten Film und ist vor allem für eingefleischte Fans des Chaos-Agenten auch in Runde 3 noch immer ein Fest.
Die Story ist dabei zwar (mal wieder) nur Mittel zum Zweck, bereichert Austin und seinen Erzfeind Dr. Evil aber immerhin mit aberwitzigen kleinen Blicken in ihre Vergangenheit und Herkunft. Und immer wieder gibt es dann auch abseits des Einstiegs doch diesen und jenen kreativ-witzigen neuen Einfall, der „Goldständer“ seine Daseinsberechtigung gibt.
Darum geht's in "Austin Powers in Goldständer"
Top-Spion Austin Powers (Mike Myers) wird zum Ritter geschlagen, doch die Freude währt nur kurz: Sein Vater, der legendäre Agent Nigel Powers (Michael Caine), wurde entführt! Hinter der Tat steckt der mysteriöse niederländische Schurke Goldständer (Mike Myers), der Nigel in das Jahr 1975 verschleppt hat. Um seinen Vater zu retten, muss Austin erneut den Sprung durch die Zeit wagen.
Inmitten von glitzernden Disco-Kugeln und stylischen Schlaghosen trifft er auf die schlagfertige FBI-Agentin Foxxy Cleopatra (Beyoncé Knowles), die ihm bei der Suche nach dem exzentrischen Entführer tatkräftig zur Seite steht. Doch Goldständer arbeitet nicht allein: Auch Austins Erzfeind Dr. Evil (Mike Myers) hat aus dem Gefängnis heraus seine Finger im Spiel und plant gemeinsam mit seinem neuen Partner ein Verbrechen von galaktischem Ausmaß...
Was ist eigentlich mit "Austin Powers 4"?
„Austin Powers in Goldständer“ konnte in ganz ähnliche Erfolgssphären vordringen wie Teil 2. Aus einer weiteren Fortsetzung ist allerdings nichts geworden, auch wenn über die Jahre immer wieder Pläne für einen vierten Teil laut werden. Auch mehr als 20 Jahre später wird Mike Myers in Interviews nicht müde zu betonen, dass er und Regisseur Jay Roach noch immer große Lust auf ein weiteres Sequel hätten, ein erstes Drehbuch existiere sogar schon. Dass der Film bislang noch nicht zustande gekommen ist, hätte unter anderem daran gelegen, dass sich Myers stärker auf sein Familienleben konzentriert hat.
Doch vom Tisch ist „Austin Powers 4“ noch immer nicht. Bis es hier aber vielleicht mal ein neues Update gibt (die letzten Gerüchte darum stammen aus dem Frühjahr 2024), kehrt Mike Myers zunächst in eine andere Kultrolle zurück. So wird der 62-Jährige in „Shrek 5“ (deutscher Kinostart: 30. Juni 2027) erneut dem titelgebenden grünen Oger im englischen Original seine Stimme leihen. Und einen ersten Mini-Teaser gibt es auch schon: