Ben Affleck und Matt Damon gelten seit Jahrzehnten als Hollywoods beliebtestes Kumpel-Couple. Seit den 90ern stehen die beiden nicht nur höchst regelmäßig gemeinsam vor der Kamera, sondern sind auch als Autoren- und Produzenten-Duo höchst erfolgreich.
Für ihre jüngste Zusammenarbeit „The Rip“ machte das Dream-Team gemeinsame Sache mit Netflix – und bescherte dem Streaming-Giganten den bislang erfolgreichsten Film-Start des Jahres. Doch Erfolg hin oder her: Beim roten N, wo der düstere Cop-Thriller seit dem 16. Januar 2026 exklusiv gestreamt werden kann, ist längst nicht alles Gold, was glänzt. Das findet auch Matt Damon, der Anfang des Jahres gemeinsam mit Affleck zu Gast bei Joe Rogan war – und in dessen Podcast auch ziemlich deutliche Kritik an Netflix übte:
"Vereinfacht" Netflix seine Filme, weil das Sofa-Publikum unaufmerksam ist?
Matt Damons Vorwurf: Netflix greife aktiv in die kreative Freiheit der Filmemacher ein, um deren Filme und Serien der geringeren Aufmerksamkeit des Streaming-Publikums anzupassen. Im Gegensatz zum Kino sei dieses auf dem Sofa schließlich diversen Verführungen wie Smartphones ausgesetzt, denen es auch schneller nachgebe. Damit die Zuschauerinnen und Zuschauer dabei allerdings nicht den Faden verlieren und der Story weiterhin folgen können, sehe es Netflix in seiner Verantwortung, inhaltliche Kernelemente der Geschichte immer wieder erwähnen zu lassen, so Damon.
Die Vorwürfe, damit aktiv in die Geschichten der Filmschaffenden einzugreifen, sind keineswegs neu. Dass jedoch ein Superstar wie der Star der „Bourne“-Reihe in der Öffentlichkeit derart ungezügelt darüber spricht, will man bei Netflix aber offenbar nicht einfach so hinnehmen. Nun nahmen die Offiziellen seitens des Streaming-Anbieters Stellung dazu.
Netflix: "Unser Fokus liegt darauf, großartige Filme zu machen"
Dan Lin, Leiter der Filmabteilung bei Netflix, ging diese Woche vor die Presse und ließ verlauten: „Ein solches Prinzip gibt es nicht.“ Und das Timing kommt dabei keineswegs von ungefähr. Denn während viele den Damon-Sager inzwischen längst vergessen haben dürften, kramte ihn Oscar-Host Conan O'Brien (natürlich) wieder hervor – und nahm das Ganze bei den diesjährigen Academy Awards gemeinsam mit Sterling K. Brown in einer „Casablanca“-Parodie aufs Korn. Lin zufolge habe man sich darüber allerdings durchaus amüsiert.
„Wir haben alle gelacht, als wir den Ausschnitt bei den Oscars gesehen haben, aber so ein Prinzip gibt es bei uns nicht. [...] Wenn man unsere Filme oder Serien schaut, merkt man, dass wir die Handlung nicht wiederholen. Ich weiß also nicht, woher dieser Kommentar rührt. Unser Fokus liegt darauf, großartige Filme zu machen“, so Lin in einem Statement (via Deadline).
Auch Netflix Chief Content Officer Bela Bajaria äußerte sich zur Debatte, sprach etwa davon, dass „Leute Dinge erfinden“ würden, wie etwa unsere Partnerseite Espinof berichtet. „Haters gonna hate“, so die Engländerin. Doch es sei „so beleidigend gegenüber Kreativen und Filmemachern, zu glauben, wir würden ihnen solch schlechte Anweisungen geben und sie würden diese einfach annehmen.“
Ihr wollt euch selbst davon überzeugen, inwiefern euch Netflix immer wieder dasselbe erzählt? Dann legt am besten direkt euer Smartphone außer Reichweite – und schaut euch beispielsweise den mit Spannung erwarteten Gangsterfilm an, der heute auf der Plattform Premiere feierte und eine der besten Serien der jüngeren Vergangenheit abschließt:
Neu auf Netflix: Das große Film-Finale einer der besten Gangster-Serien der letzten Jahre