Mit diesem fesselnden Reißer ist Denis Villeneuve in die oberste Blockbuster-Liga aufgestiegen: Der geniale Action-Thriller "Sicario" feiert seine Kino-Rückkehr!
Sidney Schering
Sidney Schering
-Freier Autor und Kritiker
Ob athletische Kampfkunst, die ehrfürchtig-ruhig gefilmt ist, oder explosiv-lärmender Hollywood-Bombast: Im Action-Kino ist er flexibel – eine konsequente Umsetzung ist für ihn aber stets ein Bonus.

Mittlerweile hat sich Denis Villeneuve einen Namen als Regisseur gemacht, der audiovisuelle Blockbuster-Wucht mit brodelnder Anspannung und thematischer Schwere vereint. Nun kommt der Film zurück ins Kino, der ihn in diese Liga hat aufsteigen lassen.

Nicht zuletzt durch die „Dune“-Reihe haben sich jegliche Zweifel zerstreut: Denis Villeneuve ist Teil der obersten Liga des Blockbuster-Kinos. Denn der Kanadier lockt sowohl die breite Masse an, die sich nach Thrills und Schauwerten sehnt, als auch Filmbegeisterte, die in ihrer Kinounterhaltung nach einer Regiehandschrift und nach thematischer Dichte suchen.

Dass Villeneuve sich solch ein Standing erarbeiten konnte, kam nicht über Nacht: Seine früheren Werke wie das surreal angehauchte, schwarzhumorige Psycho-Drama „Maelström“, das Amoklauf-Thriller-Drama „Polytechnique“ oder der Psycho-Thriller „Enemy“ mit Jake Gyllenhaal in einer packenden Doppelrolle waren zu ihrer Zeit eher Geheimtipps.

2015 jedoch bewies Villeneuve mit einem Film, dass er größere Projekte stemmen kann, die den Aufwand und Unterhaltungsfaktor des Popcornkinos aufweisen, aber zeitgleich viel zu sagen haben und Villeneuves Stil bewahren: Der Action-Thriller „Sicario“ zeigt Emily Blunt, Josh Brolin und Benicio Del Toro in einer harschen, doppelbödigen Story über den Drogenkrieg im Grenzgebiet der USA und Mexiko.

Wenn ihr den brillanten, atemberaubenden Film wieder (oder endlich einmal) auf der großen Leinwand sehen wollt, dürft ihr euch glücklich schätzen. Denn ab dem 7. April 2026 läuft „Sicario“ im Rahmen der „Best Of Cinema“-Reihe wieder in den deutschen Kinos!

Darum geht es in "Sicario"

Seit langer Zeit ist das Grenzgebiet zwischen Arizona und Mexiko Schauplatz eines erbitterten Drogenkriegs. Eines Tages bekommt die idealistische, strenge Prinzipien verfolgende FBI-Agentin Kate Macer (Emily Blunt) einen groben, verstörenden Eindruck davon, wie erschütternd er abläuft: Sie entdeckt mit ihrem Team in den Wänden des Geheimverstecks eines Drogenkartells Dutzende Leichen.

Kurz danach wird beschlossen, eine behördenübergreifende Spezialeinheit zu gründen. Diese Taskforce wird vom knurrigen CIA-Geheimniskrämer Matt Graver (Josh Brolin) geleitet, der eng mit dem völlig undurchsichtigen Alejandro Gillick (Benicio Del Toro) zusammenarbeitet. Bei ihm handelt es sich um einen früheren mexikanischen Staatsanwalt, der nun aber skrupellose Pläne schmiedet und an der Schusswaffe so gut wie niemals zögert.

Auch Macer schließt sich der Taskforce an, fühlt sich allerdings zwischen diesen groben, geheimnisvollen Männern deplatziert. Erst recht, weil sich schnell abzeichnet, dass Graver und Gillick ihrer jüngeren Kollegin wichtige Informationen vorenthalten. Und so wird jede Mission zu einem lebensbedrohlichen Einsatz, der Macer dazu zwingt, ihre moralischen Überzeugungen ebenso zu hinterfragen wie ihren Glauben daran, ob das FBI wirklich willens und fähig ist, zwischen Recht und Unrecht zu entscheiden…

Eiskalte Spannung in schwellender Hitze:

Die Grundidee hinter „Sicario“ hätte sicherlich auch in einen Action-Thriller vom Fließband münden können. Doch das Drehbuch von „Yellowstone“-Schöpfer Taylor Sheridan nimmt die Drogenkriegsprämisse und hievt sie durch eine Abfolge diffuser Ereignisse auf ein höheres Niveau: Gemeinsam mit Blunts wohlmeinender, erfahrener und trotzdem immer wieder an ihre Grenzen stoßender Kate Macer werden dem Publikum immer neue Abgründe offenbart – und eine Vielzahl an sich beißenden Lösungsansätzen.

Dieser Morast aus rechtlichen Dilemmata, moralischen Zwickmühlen und den (wenigen noch verbliebenen) Glauben an US-Behörden zersetzenden, abgebrühten Maschen wird auf akustischer Ebene punktgenau intensiviert: Der viel zu früh verstorbene Komponist Jóhann Jóhannsson („Prisoners“) setzt nicht etwa auf klare Melodien oder die üblichen, schneidenden Streicher des gehobenen Action-Thriller-Kinos. Stattdessen gießt er wabernde, unheilvolle Synthklänge, die mit strenger Percussion und tiefen, schweren Cello-Einsätzen der späteren „Joker“-Komponistin Hildur Guðnadóttir eine unbequeme, finstere Klangtapete ergeben.

Sicario
Sicario
Von Denis Villeneuve
Mit Emily Blunt, Benicio Del Toro, Josh Brolin
Starttermin 1. Oktober 2015
Pressekritiken
4,3
User-Wertung
4,1
Filmstarts
4,0

Die lässt auch in lichtdurchfluteten Bildern die von Rache, Verachtung und Unmenschlichkeit durchzogenen Motive der Menschen rund um Macer erahnen und lässt sich ebenso als die langsam dämmernde Erkenntnis der FBI-Agentin verstehen, dass sie in einem System operiert, dessen Absichten sie konsequent fehlgedeutet hat.

Auch visuell macht „Sicario“ bereits deutlich, in welche Sphären es Villeneuve noch ziehen sollte: Gemeinsam mit „1917“- und „Skyfall“-Kameramann Roger Deakins verleiht er den weiten, heißen Wüstenbilder eine fatale Sogwirkung. Die Nacht- und Dämmerungsbilder sind überdies herausragend gestaltet, und wenn die Hauptfiguren beim Grenzübertritt in die Zange genommen werden, hat dies auch ohne aufgesetzte Gewaltspitzen eine drastische Tragweite und Fallhöhe.

FILMSTARTS präsentiert "Best Of Cinema"

StudioCanal und weitere Verleiher bringen in der Programmreihe „Best Of Cinema“ mit Unterstützung von FILMSTARTS Kult-Klassiker zurück auf die Kinoleinwand. Welche Titel nach „Sicario“ dieses Jahr noch auf die Leinwand zurückkehren werden, erfahrt ihr im folgenden Artikel:

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