Heute Abend im TV: Mel Gibson in einem rasanten Mix aus Action und Romanze
Sidney Schering
Sidney Schering
-Freier Autor und Kritiker
Ob athletische Kampfkunst, die ehrfürchtig-ruhig gefilmt ist, oder explosiv-lärmender Hollywood-Bombast: Im Action-Kino ist er flexibel – eine konsequente Umsetzung ist für ihn aber stets ein Bonus.

„WarGames“-Regisseur John Badham ließ 1990 Romantikkomödie und Action aufeinanderprallen: In „Ein Vogel auf dem Drahtseil“ fliehen Mel Gibson und Goldie Hawn füreinander schwärmend und einander neckend vor Drogendealern und einem korrupten Cop.

Nach zahlreichen Kontroversen rund um ihn und einer Reihe an Justizproblemen, die er sich eingebrockt hat, mag man es kaum glauben. Doch es gab eine Zeit, in der man Mel Gibson ironiefrei als „Everybody's Darling“ bezeichnen konnte: Er punktete in humorvollen und ernsteren Rollen gleichermaßen, strahlte Coolness aus und war begehrt.

Logisch, dass man dies ausnutzen wollte und Gibson in ein Projekt steckte, das von seinem komödiantischen Können und seiner Actionaffinität ebenso Gebrauch macht wie von seinem Talent, Leute durch rauen Charme zum Schwärmen zu bringen. Eben dieses zwar kalkulierte, aber peppige Star-Vehikel gibt es jetzt wieder im Free-TV zu sehen.

Denn RTL Super zeigt heute, am 27. März 2026, ab 20.15 Uhr die Action-Romantikkomödie „Ein Vogel auf dem Drahtseil, in der Mel Gibson und Goldie Hawn einander verfallen, während sie um ihr Leben bangend vor bösen Buben fliehen. Der 90er-Jahre-Blockbuster ist außerdem auf diversen Plattformen als VOD erhältlich, etwa bei Amazon Prime Video.

Darum geht es in "Ein Vogel auf dem Drahtseil"

Seit er vor 15 Jahren einen korrupten FBI-Agenten hat auffliegen lassen, befindet sich Rick Jarmin (Mel Gibson) im Zeugenschutzprogramm. Dass er nun seiner früheren Verlobten Marianne Graves (Goldie Hawn) begegnet und sie ihn wiedererkennt, krempelt sein neues Leben komplett um: Zwischen Rick und Marianne knistert es gewaltig – Frust, Lust und Freude ergeben eine explosive Mischung. Eine explosive Mischung, die mit lebensgefährlichen Umständen einhergeht.

Denn ein weiterer korrupter FBI-Mitarbeiter (Stephen Tobolowsky) und zwei zu Drogendealern verkommene, frühere DEA-Agenten (David Carradine und Bil Duke) trachten Rick nach dem Leben. Jetzt haben sie eine heiße, verräterische Spur, um ihn aufzuspüren. Ein turbulentes, hochriskantes Abenteuer beginnt, bei dem es nicht bloß um Leben und Tod, sondern ebenso um einst totgeglaubtes Liebesglück geht...

Eine flotte (nicht durchweg gut gealterte) Stuntparade

Beinahe wäre „Ein Vogel auf dem Drahtseil“ zu einer Leinwand-Wiedervereinigung der Stars aus „Overboard – Ein Goldfisch fällt ins Wasser“ geworden, Denn vor Mel Gibson wurde Kurt Russell angefragt, der auch Hawns realer Lebensgefährte ist. Da Russell aufgrund terminlicher Konflikte ablehnte, bekam der „Lethal Weapon“-Star den Part angeboten – und er passt zu dieser Action-Romantikkomödie wie die Faust aufs Auge.

Denn Gibson befand sich damals in einer Karrierephase, in der er es mit Bravour meisterte, sich innerhalb seiner Rollen zum Hampelmann zu machen, nur um dann bei Bedarf in einen kompetenteren, härteren Modus zu schalten: Im Laufe von „Ein Vogel auf dem Drahtseil“ muss Rick immer wieder frühere Fake-Identitäten annehmen, was Gibson zu exzentrisch-komischem Spiel antreibt. Und ganz gleich, wie albern er auftritt: Stets bleibt glaubhaft, dass es zwischen Rick und Marianne, situative Peinlichkeiten und gelegentliche Kabbeleien zum Trotz, gehörig knistert – und wenn sich Rick in aller Not mit schwachen Mitteln gegen die schwer bewaffneten Schurken wehrt, ist auch das innerhalb dieser hysterisch zugespitzten Filmwelt plausibel.

Das ausgedehnte Katz-und-Maus-Spiel zwischen Rick und seinen Verfolgern ist dabei zwar leider reich an Klischees (inklusive manch galliger Stereotype) und hat in der Mitte kleinere Durchhänger. Und so überzeugend Hawn in den romantisch-komischen Passagen ist: „WarGames“-Regisseur John Badham und das Autoren-Gespann Louis Venosta & David Seltzer begnügen sich damit, ihre Figur in den Actionpassagen viel, laut und schrill kreischen zu lassen.

Aber diese Action gerät immerhin sehr abwechslungsreich: Es gibt Verfolgungen via Auto, Motorrad und Flugzeug, es wird gekraxelt, geprügelt und geballert – und was Badhams routiniert-bodenständige Inszenierung missen lässt, machen die aufwändig choreografierten Stunts wieder wett. Und das Finale macht einfach Spaß: Rick kämpft in einem Zoo um sein Leben, einzig und allein damit bewaffnet, was dort so herumliegt, während die Ex-DEA-Agenten mit Sturmgewähren um sich ballern.

Und wenn ihr einen neueren Film mit Mel Gibson sehen wollt, in dem er böse Buben jagt – dann ist vielleicht folgender Thriller nach eurem Geschmack:

Neu auf Amazon Prime Video: Mel Gibson auf Serienkillerjagd – basierend auf wahren Begebenheiten!

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