Nach dem schier unfassbaren Erfolg von „Joker“ blieb Todd Phillips am Ende eigentlich gar nichts anderes übrig, als auch noch eine Fortsetzung nachzuschießen. Aber kann ein zweiter Teil den direkten Vergleich überhaupt gewinnen? Vermutlich nicht. Vielleicht auch deswegen ging der „Hangover“-Macher mit „Joker: Folie À Deux“ kurzerhand in eine völlig andere Richtung, was eine Gegenüberstellung nahezu unmöglich und wenig sinnvoll macht. Vor allem aber löste er damit eine gewaltige Kontroverse aus – sodass sich viele, viele Fans des Originals letztlich einen Kinobesuch sparten.
Bei exorbitanten Produktionskosten von 200 Millionen Dollar konnte der Film so gerade einmal 208 Millionen Dollar in die weltweiten Kassen spülen. Zieht man die Steuern, die Kosten für Werbung und die Abgaben an die Kinobetreiber*innen ab, ist das eine mittelschwere Katastrophe, die Arthur Fleck, Harley Quinn und letztlich auch euch herzlich egal sein, die Verantwortlichen bei Warner allerdings bedingt begeistern dürfte.
„Joker: Folie À Deux“ könnt ihr ab sofort im Programm von Netflix streamen.
Alternativ ist der Streifen natürlich auch weiterhin als (4K-)Blu-ray und DVD* sowie für ein paar Euro als Video-on-Demand bei anderen Anbietern wie etwa Amazon Prime Video zu haben:
Wer etwas für limitierte Sammlerstücke übrig hat, darf sich zudem gleich über mehrere Steelbooks freuen. Eine Variante wird es überall im Handel* geben, eine andere exklusiv bei Amazon:
Ob sich der Film am Ende auch lohnt, muss jeder für sich selbst entscheiden. Auch innerhalb der FILMSTARTS-Redaktion gibt es die unterschiedlichsten Meinungen: Unser YouTube-Moderator Sebastian Gerdshikow konnte mit dem Film nicht allzu viel anfangen, wie er in seiner Video-Review ausführlich begründet. Chefredakteur Christoph Petersen zeigte sich hingegen durchaus angetan von einem Film, der die Erwartungen in unnachahmlicher Weise unterwandert – und vergibt in unserer Kritik gute 3,5 von 5 möglichen Sternen. Und er hat äußerst prominente Gesellschaft…
Quentin Tarantino feiert "Joker 2"
Der Film, in dem Harley Quinn (Lady Gaga) dafür sorgt, dass der von Joaquin Phoenix gespielte Arthur Fleck seine Joker-Persona weiter nach außen kehrt, stößt sein Publikum unweigerlich vor den Kopf. Damit können viele nichts anfangen, wie sich in zahlreichen Publikumsreaktionen und Kritiken nachlesen lässt. Hier und da bringt jedoch gerade jener Umstand Todd Phillips ordentliche Respektpunkte.
Unter anderem Kult-Regisseur Quentin Tarantino hat sich als „Folie À Deux“-Fan geoutet und feierte das nihilistische „Fuck You!“, das sich an das Kinopublikum, Comic-Nerds und Hollywood gleichermaßen richtete. Warum er außerdem der Meinung ist, dass der Joker nicht nur die Hauptfigur des Films ist, sondern obendrein auch noch höchstselbst Regie führte, könnt ihr im folgenden, im Oktober 2024 erschienenen Artikel nachlesen:
Quentin Tarantino feiert eine der größten Film-Enttäuschungen des Jahres: Vielleicht solltet ihr doch noch schnell ins Kino...*Bei diesen Links zum Angebot von Amazon handelt es sich um sogenannte Affiliate-Links. Bei einem Kauf über diese Links erhalten wir eine Provision. Auf den Preis hat das keinerlei Auswirkung.
Dies ist eine aktualisierte Wiederveröffentlichung eines bereits auf FILMSTARTS erschienenen Artikels.