Bryan Cranston ist vor allem durch seine Fernsehrollen berühmt geworden: Gerade erst ist er in seine „Malcolm mittendrin“-Paraderolle des chaotisch-liebevollen Vaters Hal zurückgekehrt, für seine Darstellung des vom biederen Chemielehrer zum skrupellosen Drogenbaron aufsteigenden Walter White in „Breaking Bad“ wiederum gewann er gleich sechs (!) Emmys.
Darüber kann man leicht vergessen, dass Bryan Cranston auch immer wieder in Filmen aufgetreten ist. So kann man ihn beispielsweise in Steven Spielbergs Weltkriegs-Epos „Der Soldat James Ryan“ erspähen, er hat im Indie-Superhit „Little Miss Sunshine“ mitgewirkt, und 2016 wurde er für seine Hauptrolle im Biopic „Trumbo“ sogar für einen Oscar nominiert. Schaut man sich aber etwa seine Filmografie in den 1990er-Jahren an, wird man schnell feststellen, dass der heute 70-Jährige in dieser Zeit zwar bereits viele Projekte an Land ziehen konnte – die meisten davon jedoch schnell in der Versenkung verschwunden sind.
Das trifft auch auf Cranstons ersten – und bis heute einzigen – Spielfilm zu, in dem er nicht nur mitgespielt, sondern den er auch als Autor, Produzent und Regisseur verantwortet hat: „Last Chance“ aus dem Jahr 1999.
In dem Beziehungsdrama mit Neo-Noir-Anleihen spielt Cranston den Cafébesitzer Lance, der gemeinsam mit seiner Frau Lauren (Robin Dearden, die auch im echten Leben mit Cranston verheiratet ist) ein abgelegenes Wüstencafé betreibt – bis die Begegnung mit einem mysteriösen Fremden (Tim Thomerson) das festgefahrene Leben des Paares aus dem Gleichgewicht bringt. Der mit sehr kleinem Budget realisierte Film wurde seinerzeit nur äußerst begrenzt ausgewertet und fand kaum Publikum – was auch erklärt, warum er heute selbst unter Filmfans weitgehend unbekannt geblieben ist. Cranston jedoch liegt er bis heute sehr am Herzen, wie er in einem Interview mit Bullz-Eye erklärt hat.
„Mein Film ‚Last Chance‘, den ich geschrieben und inszeniert habe, hat mir wirklich viel bedeutet“, so der „Why Him?“-Star. „Es war meine erste Regiearbeit und ich habe sie ehrlich gesagt mit einem absoluten Minimalbudget umgesetzt. Die Leute fragten: ‚Woran hast du gemerkt, dass der Schnitt fertig ist?‘ Und ich habe gesagt: ‚Ganz einfach: Als mir das Geld ausging.‘ Und das war wirklich so!“
Bryan Cranston hat nie wieder einen Film inszeniert, doch mit seiner Regie-Karriere war es längst nicht vorbei
In Deutschland wurde der Film weder im Streaming noch auf DVD oder Blu-ray veröffentlicht, auf der Filmplattform Letterboxd – die immerhin über mehr als 20 Millionen aktive User verfügt – haben ihn gerade einmal 65 (!) Personen als „gesehen“ markiert. Wenn ihr wissen wollt, ob „Last Chance“ heute zu Unrecht ein Schattendasein fristet, habt ihr also zurzeit leider kein Glück.
Cranston hat zwar nie wieder einen Spielfilm gedreht, doch zumindest im Fernsehen wechselte er weiterhin regelmäßig hinter die Kamera. So inszenierte er unter anderem einzelne Episoden seiner eigenen Hit-Serien „Malcolm mittendrin“ und „Breaking Bad“, später auch von Sitcoms wie „Modern Family“ sowie „The Office“.
Wenn ihr wissen wollt, welcher Hollywood-Superstar der Meinung ist, Bryan Cranston hätte bei den Oscars eigentlich gegen Leonardo DiCaprio gewinnen müssen, dann lest auch den nachfolgenden Artikel:
"Bryan Cranston ist ein besserer Schauspieler": Dieser Hollywood-Star missgönnt Leonardo DiCaprio seinen Oscar-SiegFILMSTARTS bietet dir täglich die neuesten Nachrichten über Kino, Serien und Fernsehen. Abonniere FILMSTARTS hier bei Google Discover, um auch unsere Kritiken, Interviews, Streaming- und TV-Tipps sowie die besten und interessantesten Geschichten über deine Lieblingsfilme und -serien nicht zu verpassen.