Heute Abend im TV: In diesem Film spielt Tom Hanks eine der wichtigsten Personen der Kinogeschichte
Sidney Schering
Sidney Schering
-Freier Autor und Kritiker
Sidneys Lieblingsfigur ist Donald Duck, sein erster Kinofilm war Disneys „Aladdin“ und bereits in der Grundschule las er eine Walt-Disney-Biografie. Wenn er könnte, würde er ins Disneyland auswandern, aber da das nicht geht, muss ihn seine Disney-Sammlung bei Laune halten.

Wer Disney liebt, muss diesen Film einfach gesehen haben: In „Saving Mr. Banks“ spielt Oscar-Preisträger Tom Hanks den Erfolgsproduzenten und Oscar-Rekordgewinner Walt Disney als strengen, hartnäckigen und verletzlichen Studioboss. Heute im Free-TV!

Charmebolzen Tom Hanks schlüpfte im ebenso kurzweiligen wie rührenden Drama „Saving Mr. Banks“ in eine immens knifflige Rolle: Der zweifache Oscar-Gewinner wird darin zu dem Mann, der mehr Academy Awards erhielt als jede andere Person in der Filmgeschichte – Walt Disney. Es ist das perfekte Casting!

Hanks wird dem vom Erfolgsproduzenten sorgsam kultivierten Märchenonkel-Image gerecht und vermittelt gleichzeitig glaubhaft die dezenten Risse in seiner Selbstdarstellung. Hanks' Disney ist zugleich kalkulierender Geschäftsmann und sich in muntere Träume flüchtender Geschichtenerzähler, der seine raue Kindheit verarbeitet, indem er sich zum lebenden Beispiel für den American Dream stilisiert – jeder kann es schaffen, wenn er genug daran glaubt!

Eine Hürde, die der Micky-Maus-Mitschöpfer unbedingt meistern wollte, steht im Mittelpunkt dieses Films: „Saving Mr. Banks“ zeigt die mühseligen Verhandlungen zwischen Walt Disney und „Mary Poppins“-Autorin P.L. Travers – und das könnt ihr euch heute, am 16. April 2026, ab 22.30 Uhr im Disney Channel anschauen. Oder ihr ruft den Film zeitlich flexibel bei Disney+ ab:

Darum geht es in "Saving Mr. Banks"

Walt Disney (Tom Hanks) hat seinen Töchtern versprochen, ihr Lieblingsbuch „Mary Poppins“ zu verfilmen. Allerdings ist P.L. Travers (Emma Thompson), die Autorin hinter dem zauberhaften Werk, eigenbrötlerisch, erklärte Gegnerin der musikalisch-sentimentalen Art typischer Disney-Filme und ähnlich starrsinnig wie deren Produzent. Daher dauern die Verhandlungen Jahrzehnte an. 1961 kommt es zum Wendepunkt: Travers' Agent drängt sie aufgrund ihrer finanziellen Situation dazu, Disney eine Chance einzuräumen – zumal ihr nun inhaltliches Mitspracherecht zugesichert wird!

Zähneknirschend fliegt die Autorin nach Hollywood, um von Angesicht zu Angesicht mit dem Studiomogul zu diskutieren. Der überrascht sie damit, dass er sich „Mary Poppins“ als Zeichentrick und Realfilm vermengendes Musical vorstellt. Travers graut es bei diesem Gedanken, weshalb sie in stundenlangen Sitzungen kein gutes Haar an den Leistungen des Drehbuchautoren Don DaGradi (Bradley Whitford) und der Komponisten Richard (Jason Schwartzman) & Robert Sherman (B.J. Novak) lässt. Aber Walt Disney bleibt unbeirrbar...

Walt Disney, P.L. Travers und der Traum davon, eine Vaterfigur retten zu können

„Saving Mr. Banks“ ist zum Teil eine mit viel Liebe umgesetzte, die wahren Ereignisse erstaunlich wenig zuspitzende Komödie über die Entwicklung eines zauberhaften Kino-Meilensteins: Wie Kelly Marcel und Sue Smith die einst auf Tonband festgehaltenen Besprechungen zwischen „Mary Poppins“-Erfinderin Travers und den Kreativköpfen hinter dem „Mary Poppins“-Kinofilm eindampfen, ist reich an eloquentem Wortwitz, ironischer Situationskomik und Verständnis für beide Seiten.

Wenn nicht das Hin und Her zwischen der Autorin, die ihre Vision verteidigen will, und den Künstlern, die ihre davon inspirierten Ideen beschützen, im Fokus steht, gleitet der Film unter der tonal zielsicheren Hand des Regisseurs John Lee Hancock in dramatischere Gefilde:

Mal wird liebenswert-rührselig gemenschelt, etwa wenn der Chauffeur Ralph (Paul Giamatti) mit seiner unbedarften Persönlichkeit Travers ebenso nervt wie er sie weichklopft. Oder wenn Walt Disney auf verschiedenem Wege versucht, Travers für sich zu gewinnen: Er zeigt sich als Geschäftsmann, künstlerische Möglichkeiten hochleben lassender Filmemacher und als strahlend durch Disneyland spazierende Quasi-Selbstparodie.

Auch zu falschem Pferde kann Travers nicht glauben, wie wohl sich Walt Disney in seinem Märchenonkel-Image fühlt... Disney
Auch zu falschem Pferde kann Travers nicht glauben, wie wohl sich Walt Disney in seinem Märchenonkel-Image fühlt...

An anderer Stelle werden in „Saving Mr. Banks“ verletzlichere Töne angeschlagen. Etwa, wenn Walt Disney sich im Gespräch mit Travers als Leidensgenosse offenbart. Als sich mit Vergebung tröstender Überlebender einer Zeit, zu der Eltern ohne jegliches Zögern ruppig mit ihren Kindern umgegangen sind und sich mit dem Argument verteidigten, man müsse für die Hoffnung auf ein schöneres Morgen selbst in jungen Jahren hart anpacken.

Während Disneys unbequeme Kindheit in wenigen Sätzen angerissen wird, zeigen Rückblenden Travers' bewegte Kindheit in Australien, in denen ein punktgenau besetzter Colin Farrell den wohlmeinenden, aber an äußeren Umständen und Alkohol zerschellenden Vater der Schriftstellerin spielt. Das Echo zwischen Travers' Kindheit, ihrem Schaffen, ihrem Beschützerinstinkt gegenüber „Mary Poppins“ sowie Walt Disneys Interesse an dem Stoff (und implizit der Begeisterung seiner Töchter für die Geschichte) wird in „Saving Mr. Banks“ auf äußerst gefühlvolle, Gespräche anregende Weise verdeutlicht.

Walt Disneys Maschen kommen narrativ indes nicht derart kritisch-nuanciert zum Vorschein, wie sie es könnten – schließlich ist „Saving Mr. Banks“ eine Disney-Produktion, und man wollte den Firmengründer wohl nicht zu kompliziert skizzieren. Hanks' schauspielerische Darbietung ist in ihrem doppelbödigen Charisma dessen ungeachtet meisterhaft. Farrells dornig-liebevoller, tragischer Part haftete ebenso in Erinnerung, und Emma Thompson blüht in ihrer Rolle der verschlossenen, kratzbürstig-integren und wortgewandt-sarkastischen Travers geradewegs auf!

Und wenn ihr nach dieser wahren, komischen sowie rührenden Disney-Geschichte Lust auf einen Sci-Fi-Geheimtipp aus dem Maushaus habt, der ebenfalls eine breite Klaviatur der Gefühle abdeckt, dann folgt diesem Streaming-Hinweis:

Heute Abend streamen: Dieser Sci-Fi-Geheimtipp ist völlig zu Unrecht total unbekannt – haltet aber Taschentücher bereit!

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