"Diesen Fehler werde ich nicht noch einmal machen": 007-Ikone Sean Connery hat es bereut, diesen Thriller gedreht zu haben
Michael Bendix
Michael Bendix
-Redakteur
Schaut pro Jahr mehrere hundert Filme und bricht niemals einen ab. Liebt das Kino in seiner Gesamtheit: von Action bis Musical, von Horror bis Komödie, vom alten Hollywood bis zum jüngsten "Mission: Impossible"-Blockbuster.

1964 stand Sean Connery für den 007-Klassiker „Goldfinger“ vor der Kamera. Doch neben dem James-Bond-Abenteuer drehte er im selben Jahr noch einen Alfred-Hitchcock-Thriller – und einen Flop, den er später extrem bereute!

Der Fluch der ikonischen Rolle: Selbst heute denken die meisten wohl automatisch an James Bond, wenn sie den Namen Sean Connery hören. Der 2020 verstorbene Schauspieler hat zahlreiche andere Rollen in Erfolgsfilmen wie „Highlander“, „Der Name der Rose“ oder „Indiana Jones und der letzte Kreuzzug“ gespielt, doch er war im Jahr 1962 nun mal der erste, der sich den berühmten Smoking überzog – und Nachfolgern wie Roger Moore, Pierce Brosnan oder Daniel Craig den Weg bereitete. Sehr zu seinem Leidwesen wurde er den Spion mit der Lizenz zum Töten dementsprechend bis zu seinem Karriereende nie gänzlich los.

Gern wird somit auch vergessen, dass Connery bereits während seiner 007-Hochzeit in anderen Filmen zu sehen war. Der bekannteste davon ist sicherlich Alfred HitchcocksMarnie“ (1964) – doch im selben Jahr war der Schotte noch in einem weiteren Thriller zu sehen: Die Strohpuppe“, entstanden unter der Ägide des britischen Regie-Routiniers Basil Dearden.

Die Strohpuppe
Die Strohpuppe
Starttermin 15. Dezember 2020 | 2 Std. 02 Min.
Von Basil Dearden
Mit Sean Connery, Gina Lollobrigida, Ralph Richardson
User-Wertung
3,1
Im Stream

In „Die Strohpuppe“ spielte Sean Connery den ehrgeizigen Sekretär Anthony Richmond, der in die Dienste des wohlhabenden, aber kränklichen Industriellen Charles Richmond (Ralph Richardson) tritt. Als der alte Mann die junge Italienerin Maria Marcello (Gina Lollobrigida) als Pflegerin einstellt und überraschend heiratet, wittert Anthony seine Chance: Gemeinsam mit Maria schmiedet er einen Plan, den Patriarchen zu manipulieren und schließlich um sein Vermögen zu bringen.

An den Kinokassen konnte „Die Strohpuppe“ nicht einmal seine Produktionskosten wieder einspielen – und das Echo der Fachpresse fiel ebenfalls verhalten aus. Kritisiert wurde neben der eher behäbigen Inszenierung auch Connerys oftmals als distanziert beschriebenes Spiel. Dass der „Zardoz“-Darsteller sich nicht vollends mit seiner Figur verbinden konnte, hatte gute Gründe. Im Interview mit dem Playboy gab er zu Protokoll:

„Ich war mit ‚Die Strohpuppe‘ nicht besonders zufrieden. Die Probleme lagen allerdings bei mir selbst. Ich hatte ununterbrochen gearbeitet, wer weiß wie lange schon, und gleichzeitig versucht, Änderungen am Drehbuch vorzuschlagen, während ich parallel noch einen anderen Film drehte – so etwas ist immer tödlich. Es war eine Erfahrung, aber diesen Fehler werde ich nicht noch einmal machen.“

Connery hatte sich also schlichtweg verzettelt – und nach der lauwarmen Rezeption seitens Kritik, Publikum und Hauptdarsteller geriet „Die Strohpuppe“ auch schnell in Vergessenheit. Dieses Schicksal ereilte übrigens auch einen weiteren Film, den Connery zu seinen Favoriten zählt. Hier erfahrt ihr, um welchen starbesetzten 80er-Jahre-Flop es geht:

"Ich kenne niemanden, der ihn gesehen hat": Dieser Film hat laut 007-Legende Sean Connery viel zu wenig Aufmerksamkeit bekommen

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