Steven Spielberg wollte 007-Legende Sean Connery für diesen Fantasy-Film – und bekam stattdessen eine der größten Schauspielerinnen aller Zeiten!
Sidney Schering
Sidney Schering
-Freier Autor und Kritiker
Schon in der Grundschule las er Kino-Sachbücher und baute sich parallel dazu eine Film-Sammlung auf. Klar, dass er irgendwann hier landen musste.

Steven Spielberg hat sich für ein Passionsprojekt einen kleinen, prägenden Auftritt von Sean Connery gewünscht. Doch als der „James Bond“-Star absagte, warf Spielberg die Ausrichtung der Rolle komplett um...

Beide sind Schauspiellegenden, die mit unvergesslichen Rollen und oft imitierten, stilprägenden Looks in die Popkultur eingegangen sind. Doch sonst sind sie denkbar unterschiedlich: Es ist wohl ein Ding der Unmöglichkeit, Sean Connery und Audrey Hepburn zu verwechseln!

Denn der Eine agierte als erster Hauptdarsteller der „James Bond“-Kinosaga und glänzte in weiteren Blockbustern wie „The Rock“ und „Indiana Jones und der letzte Kreuzzug“. Die Andere wiederum war UNICEF-Sonderbotschafterin und Modeikone, die durch die Romantikkomödie „Ein Herz und eine Krone“ Millionen von Menschen verzaubert, im Musical „Ein süßer Fratz“ Paris auf beschwingte Weise für sich erobert und in „Frühstück bei Tiffany“ eine unvergesslich-bittersüße Romanze durchlebt hat. Kaum wer würde je denken, dass diese zwei Kino-Größen ohne weiteres Filmrollen miteinander hätten tauschen können.

Und dennoch gibt es einen Fantasyfilm mit einer Rolle, die Connery auf den Leib geschrieben, schlussendlich aber von Hepburn verkörpert wurde! Dieses filmhistorische Kuriosum haben wir niemandem Geringeren als Steven Spielberg zu verdanken: Der „Jurassic Park“-Regisseur wollte erst Connery für sein übernatürliches Liebesdrama „Always – Der Feuerengel von Montana“ gewinnen und schmiedete dann einen unerwarteten Plan B.

Falls ihr nun neugierig auf „Always“ geworden seid: Die oft übersehene Spielberg-Regiearbeit ist auf einigen Plattformen als Leih- und Kauf-VoD verfügbar, darunter bei Amazon Prime Video.

Darum geht es in "Always"

Löschflugzeugpilot Pete Sandich (Richard Dreyfuss) steht vor einem Dilemma: Er liebt seinen Beruf und den Fakt, dass er durch das Löschen von Waldbränden Leben rettet. Aber er liebt auch seine Lebensgefährtin Dorinda Durston (Holly Hunter), die seinen Job aufgrund der mit ihm verbundenen Risiken verachtet. Pete entscheidet sich letztlich für Dorinda und verspricht ihr, seine Arbeit nach einem letzten Einsatz aufzugeben.

Allerdings erweisen sich Dorindas desaströsen Sorgen bei diesem Einsatz als zutreffend: Pete kommt während seiner Löschaktion tragisch ums Leben. So ganz verabschiedet sich Pete aber nicht ins Jenseits: Sein Geist wacht fortan als Schutzengel über das Handeln des jungen Piloten Ted Baker (Brad Johnson). Als Ted ein Auge auf Durston wirft, gerät Pete erneut in ein Dilemma...

Ein Fantasyfilm, dessen Planung bis zum "Der weiße Hai"-Dreh zurückreicht

„Always“ kam Ende der 1980er-Jahre in die Kinos und war für Steven Spielberg ein lang gehegtes Herzensprojekt: Bereits während der Dreharbeiten für „Der weiße Hai“ schwärmte er im Gespräch mit seinem Star Richard Dreyfuss vom 40er-Jahre-Klassiker „Kampf in den Wolken“. So kam die Idee auf, den übernatürlichen Kriegsfilm von „Vom Winde verweht“-Regisseur Victor Fleming, in dem Spencer Tracy einen Bomberpiloten beziehungsweise Schutzengel spielt, neu zu verfilmen.

Es stand prompt fest, dass Dreyfuss eine modernisierte Version der Spencer-Tracy-Rolle übernehmen wird, die Suche nach seinem männlichen Ko-Star erwies sich derweil als schwieriger: Unter anderem waren Tom Cruise und Dustin Hoffman auf Spielbergs Wunschliste – bis letztlich Brad Johnson („Flug durch die Hölle“) den Zuschlag erhielt.

Bei einem kleinen, wichtigen Part schwebte Spielberg indes sofort Sean Connery vor: Er sollte Hap spielen, den erfahrenen Engel, der die Hauptfigur auf der anderen Seite begrüßt und ihr erläutert, was ihre neue Aufgabe ist. Als Connery die ihm auf den Leib geschriebene Rolle aus Termingründen abgelehnt hat, ging Spielberg in eine komplett andere Richtung und nahm sich vor, die von ihm verehrte, jedoch im Ruhestand befindliche Hepburn zu besetzen.

Zu diesem Zweck tippte er ihr an der Schreibmaschine einen Brief, in der er ihre beeindruckende Karriere lobte und bat sie darum, sich seiner Filmfamilie anzuschließen – und entgegen aller Wahrscheinlichkeit sagte sie zu. Die „My Fair Lady“-Darstellerin (die für Robin und Marian“ übrigens 1976 mit Connery vor der Kamera stand) absolvierte somit ihre finale Filmrolle und spendete den Löwenanteil ihrer Gage an UNICEF.

Und wenn ihr euch fragt, welchem Film aus seiner Vita Sean Connery mehr Aufmerksamkeit gewünscht hat, dann müsst ihr einfach bloß unseren folgenden Beitrag lesen:

"Ich kenne niemanden, der ihn gesehen hat": Dieser Film hat laut 007-Legende Sean Connery viel zu wenig Aufmerksamkeit bekommen

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