"Ich habe versucht, nicht zu sterben": So gefährlich war der Dreh von "Apex" für Charlize Theron
Lutz Granert
Lutz Granert
-Freier Autor und Kritiker
Schreibt Kritiken für FILMSTARTS.de und ist der Experte vor allem für Heimkinothemen.

Die hartgesottene Oscar-Preisträgerin Charlize Theron wollte es bei den Dreharbeiten zu „Apex“ wissen und stürzte sich nach vorherigem Training in reißende Fluten und erklomm schwindelerregende Höhen. Dabei blieben auch einige Verletzungen nicht aus.

In der Filmografie von Charlize Theron finden sich zahlreiche körperlich anspruchsvolle Rollen, auf die sie sich umfassend vorbereitete. So futterte sie sich etwa für ihre oscarprämierte Performance in „Monster“ (2003) insgesamt 14 Kilogramm an, trug eine Zahnprothese und rasierte sich die Augenbrauen ab, um Serienmörderin Aileen Wuornos optisch nahezukommen.

Für ihre Rolle in „Atomic Blonde“ (2017) trainierte sie drei Monate lang täglich vier bis fünf Stunden verschiedene Kampftechniken, wobei sie sich kurz vor Drehbeginn zwei Zähne abbrach – und eine Wurzelbehandlung über sich ergehen lassen musste. Nicht weniger hart fiel für die ausgebildete Tänzerin das Sportprogramm für den Dreh des Netflix-Films „Apex“ aus.

Training mit einer gestandenen Profikletterin

Der Hollywood-Star musste bei den Vorbereitungen auf den Survival-Thriller feststellen, dass „Klettern“ nicht nur das Erklimmen von Bäumen oder Zäunen umfasst, wie man das vielleicht aus der Kindheit kennt. Es ist ein schweißtreibender und von technischem Know-How geprägter Sport, wie Theron im dreimonatigen Training mit einer echten Legende in einer Kletterhalle in L.A. lernte: Profikletterin Beth Rodden. Die US-Athletin kann bereits auf 30 Jahre Erfahrung zurückblicken und meisterte in ihrer Karriere etwa eine freie Begehung der nahezu senkrechten Route „The Nose“ auf die berühmte Felsformation El Capitan im Yosemite-Nationalpark.

Beim Training machte Beth Rodden die Hollywood-Schauspielerin neben der körperlichen Anstrengung auch auf mentale Stärke als wichtige Komponente aufmerksam. „Das war etwas Besonderes: Das Lösen von Problemen, bei denen es um Leben und Tod geht, die tatsächlichen Höhen. Mein logischer Verstand sagt mir: Hier könnte alles schiefgehen. Es ist anders als alles, was ich je erlebt habe. Ich liebe es. Ich will weitermachen“, sagte Theron im Interview mit dem Outside Magazin.

Wasser: Ein schwieriges Element

An die für ihre Rolle vorgesehenen Fahrten auf einem wilden Fluss ging die gebürtige Südafrikanerin derweil reichlich naiv heran. „Wasser ist für mich wie eine zweite Haut. Ich habe keine Angst vor Wasser. Im Wasser fühle ich mich ganz natürlich. Und genau das stellte sich als meine größte Herausforderung heraus“, wurde sie von USA Today zitiert. „Kajakfahren auf diesem Niveau ist nicht einfach, und ich hatte wirklich große Schwierigkeiten damit.“ Auch aus diesem Grund werde sie sich wohl in nächster Zeit erst einmal kein Kajak zulegen, scherzte sie.

Viele Kajak-Szenen wurden nicht in der Wildnis, sondern für kontrollierbare Bedingungen auf einem künstlich angelegten Fluss gedreht. Netflix
Viele Kajak-Szenen wurden nicht in der Wildnis, sondern für kontrollierbare Bedingungen auf einem künstlich angelegten Fluss gedreht.

Während man bei den Wasser-Szenen verstärkt auf professionelle Kayak-Fahrer setzte, die sie doubelten, drehte Theron die meisten Kletterszenen, die ihr wesentlich leichter fielen, selbst – mit durchaus hoher Risikobereitschaft (und ohne Sicherung), was der Regisseur Baltasar Kormákur bereitwillig zuließ. „In dieser Szene, in der ich versuche, mich an der Klippe hochzuziehen, versuche ich tatsächlich nicht zu sterben“, sagte sie dem Outside Magazin.

Dabei blieben auch Verletzungen nicht aus: So riss Charlize Theron sich beim Dreh an der Troll Wall in Norwegen einige Zwischenrippenmuskeln auf der linken Körperseite und brach sich den großen Zeh, der zum Klettern notwendig ist. Doch Glück im Unglück: Obwohl die in Skandinavien spielenden Szenen den Auftakt des Films markieren, standen sie im Drehplan an letzter Stelle. Wegen einer Verletzung am Ellenbogen waren nach Abschluss der Dreharbeiten auch zwei Operationen notwendig. Danach konnte das frühere Model erst einmal sechs Monate lang nicht mehr klettern.

Darum geht es in "Apex"

Fünf Monate nach dem tödlichen Absturz ihres Partners Tommy (Eric Bana) sucht Extremkletterin Sasha (Charlize Theron) allein nach einer neuen Herausforderung. In einem australischen Nationalpark plant sie eine mehrtägige Rafting-Tour und erhält vom zunächst zurückhaltenden Ben (Taron Egerton) auch gleich einen Geheimtipp für eine schöne Stelle zum Campen. Doch Jäger Ben entpuppt sich bald als Serienkiller, der Sasha in der urwüchsigen Natur als seine nächste Beute auserkoren hat…

Der Mut der Hollywoodschauspielerin und ihr hoher körperlicher Einsatz wird auch von der Kritik gelobt. „Charlize Theron begeistert als wehrhafte Überlebenskünstlerin in einem effizient erzählten Survival-Thriller“, schreibt etwa der Autor dieser Zeilen in seiner 3,5-Sterne-Kritik auf FILMSTARTS.de.

Welcher (weitestgehend unbekannte) Thriller aus Charlize Therons Herkunftsland Südafrika auf der Streaming-Plattform jüngst regelrecht durch die Decke ging, erfahrt ihr hier:

In über 50 Ländern auf Platz 1: Unbekannter Rache-Thriller wird dank Netflix zum globalen Hit

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