"Rush Hour 4"-Dreh verschoben – scheitert das Sequel jetzt an Jackie Chan, Chris Tucker und dem Iran-Krieg?
Björn Becher
Björn Becher
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Seit mehr als 20 Jahren schreibt Björn Becher über Filme und Serien. Hier bei FILMSTARTS.de kümmert er sich um "Star Wars" - aber auch um alles, was gerade im Kino auf der großen Leinwand läuft.

Dank der Unterstützung von US-Präsident Donald Trump soll „Rush Hour 4“ endlich kommen. Doch trotzdem hakt es weiter. Vor allem die Finanzierung gestaltet sich wohl schwierig – was an den Stars und der aktuellen Weltlage liegt.

Warner Bros.

Dass 20 Jahre nach „Rush Hour 3“ ein vierter Teil der Action-Reihe erscheinen soll, liegt vor allem an Donald Trump. Der umstrittene amerikanische Präsident hat Paramount-Boss David Ellison dazu gedrängt, mit seiner Firma ein mögliches Sequel unter der Regie von Brett Ratner groß in die Kinos zu bringen. Rechteinhaber Warner, wo man selbst kein Interesse an einer Fortsetzung hat, erteilte „Rush Hour 4“ seine Freigabe. Doch Ellison machte wohl klar, den Film zwar herauszubringen, aber nicht zu finanzieren. Laut dem Hollywood-Insider Matt Belloni soll Paramount als „passiver Verleih“ fungieren und ausschließlich gegen eine Gebühr von 12 Prozent der Einnahmen seine Vertriebswege zur Verfügung stellen.

Das nötige Produktionsbudget von angeblich 115 bis 120 Millionen Dollar trieben die umtriebigen Produzenten Arthur Sarkissian und Tarak Ben Ammar daher in China und vor allem Saudi-Arabien auf. Der Film wird so auch nicht in den USA, sondern in China und Saudi-Arabien sowie auch in Afrika, wo beide Geldgeber-Nationen Interessen verfolgen, entstehen. Man darf davon ausgehen, dass beteiligte Länder gut in Szene gesetzt werden.

Eigentlich sei es laut Belloni der Plan gewesen, im Frühjahr oder Sommer 2026 zu drehen, also jetzt zeitnah zu beginnen. Doch diese Termine wurden jetzt abgesagt – und ausnahmsweise hat das nichts mit Brett Ratner zu tun.

Donald Trump rettete das Projekt – um es jetzt mit dem Iran-Krieg zu erschweren

Dass es „Rush Hour 4“ nicht früher gab, lag ausschließlich daran, dass Ratner fest mit dem Projekt verbunden war. Warner schmiss den Filmemacher aber 2017 raus, nachdem innerhalb kürzester Zeit mehrere Anschuldigungen gegen den Filmemacher bekannt wurden. Die ehemalige Mitarbeiterin einer Schauspielagentur bezichtigte ihn der Vergewaltigung. Sechs weitere Frauen, darunter die Schauspielerinnen Olivia Munn und Natasha Henstridge, teilten weitere Erfahrungen von sexuellen Übergriffen. Niemand wollte danach mehr mit Ratner arbeiten – bis jetzt Donald Trumps politischer Druck, nachdem Ratner „Melania“ über die Frau des Präsidenten gedreht hat, „Rush Hour 4“ grünes Licht unter den besonderen Voraussetzungen bescherte.

Doch wie viele sich denken können, ist es aktuell ein Stolperstein, dass das Geld aus Saudi-Arabien kommt und das Land ein Drehort ist. Denn aufgrund des von Trump begonnenen Iran-Kriegs ist die Lage im Nahen Osten schwierig. Insider Matt Belloni wirft in seinem Hollywood-Newsletter What I'm Hearing daher die Frage auf, ob die Finanzierung nach Kriegsausbruch noch steht. Sarkissian und Ben Ammar lehnten eine Stellungnahme dazu ab. Auch ein Dreh vor Ort dürfte vom Weltgeschehen erschwert werden. Schließlich hat der Iran als Reaktion auf die US-Luftangriffe zwischenzeitlich Raketen auf Saudi-Arabien geschossen. Sicherheit und Flugverkehr könnten da für Bedenken der beteiligten Stars sorgen.

Die Stars sollen das bisherige Angebot abgelehnt haben

Die Hauptdarsteller sollen ohnehin das größte Problem sein. Laut Belloni haben nämlich bislang weder Jackie Chan noch Chris Tucker einen Vertrag für „Rush Hour 4“ unterschrieben. Beide Stars wollen das Sequel zwar machen, wie sie in der Vergangenheit erklärten, sollen erste Angebote über jeweils 8 Millionen Dollar allerdings abgelehnt haben. Ein Problem ist dabei womöglich gar nicht, dass dies deutlich unter den Gagen von jeweils rund 20 Millionen Dollar liegt, die es noch für „Rush Hour 3“ gab. Das eigentliche Vertragskonstrukt lässt laut Belloni vielmehr Zweifel an der Sicherheit der Finanzierung aufkommen.

Denn bislang seien Chan und Tucker keine sogenannten „Pay-or-Play“-Verträge angeboten worden. Bei diesen Deals gibt es das zugesagte Gehalt auch, wenn der Filmdreh plötzlich abgesagt wird, weil die Finanzierung ins Wasser fällt. Diese Verträge sind in Hollywood für die großen Stars eigentlich üblich. Damit werden sie, die sich ja die Zeit im Kalender freiräumen und andere Angebote nicht annehmen können, abgesichert. Dass man bei „Rush Hour 4“ bislang solche Verträge nicht offeriert, sieht Belloni als mögliches „Zeichen dafür, dass die Finanzierung doch nicht in trockenen Tüchern ist“.

Aktuell scheint man aber entschlossen zu sein, die Probleme auszuräumen und „Rush Hour 4“ trotzdem zu machen. Laut den Informationen von Belloni fassen die Verantwortlichen nach der Verschiebung jetzt einen Dreh ab September 2026 ins Auge. Die Zukunft wird zeigen, ob das dann wirklich klappt und wir ein Sequel der Action-Reihe mit Jackie Chan und Chris Tucker als ungleiche Cops aus Ost und West wirklich zu sehen bekommen.

Ein anderes Projekt, das viele für tot hielten, wird dagegen jetzt zeitnah gedreht. Mehr dazu gibt es im folgenden Artikel:

Nach 9 (!) Jahren wird endlich gedreht: Neuauflage von herzergreifendem Oscar-Hit aus den 80er-Jahren kommt wirklich!

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