Natürlich gilt Clint Eastwood bis heute als eine der prägendsten Figuren des Western-Genres. Doch im Laufe seiner mittlerweile mehr als sieben Jahrzehnte langen Karriere hat der heute 95-Jährige immer wieder bewiesen, dass er noch mehr beherrscht als den wortkargen Revolverhelden.
Vor 31 Jahren zeigte sich Eastwood in „Die Brücken am Fluss“ so von einer ungewohnt gefühlvollen Seite. In dem Melodram verkörpert er den Fotografen Robert Kincaid, der im Auftrag des Magazins National Geographic nach Iowa reist, um die berühmten überdachten Brücken der Region zu dokumentieren. Dort begegnet er der Hausfrau Francesca Johnson (Meryl Streep), die gemeinsam mit ihrem Mann und ihren Kindern ein zurückgezogenes, von Routine geprägtes Leben auf einer Farm führt. Als ihre Familie für einige Tage verreist ist, kommen sich Robert und Francesca näher...
Als Regisseur des Films versuchte Eastwood gezielt, den Realismusgrad zu erhöhen, indem er die Szenen in chronologischer Reihenfolge der Handlung drehte. Diese Entscheidung ermöglichte es den Schauspieler*innen, die sich vor den Dreharbeiten kaum kannten, sich im gleichen Tempo aneinander zu gewöhnen und Vertrauen aufzubauen wie die von ihnen gespielten Charaktere. Das war gar nicht so einfach, gab Streep doch zu Protokoll, mit der Arbeitsweise von Eastwood anfangs so ihre Probleme gehabt zu haben. Doch irgendwann entstand aus ihrer Gegensätzlichkeit eine einzigartige Dynamik, die einen der vielen Gründe darstellt, warum „Die Brücken am Fluss“ so unvergesslich ist.
„Ich glaube, der Film ist deshalb so erfolgreich, weil die Chemie zwischen Meryl und Clint vor der Kamera einfach überwältigend war – da war sofort dieses ‚Wow‘“, bestätigte auch Cutter Joel Cox in einem Interview mit Esquire (via Espinof.com). „Man konnte spüren, wie sich diese beiden Fremden in diesem Moment annäherten. […] Man glaubte sofort, dass diese beiden Menschen zutiefst ineinander verliebt waren.“
Wenn es in „Die Brücken am Fluss“ einen Dialogsatz gibt, der den Kern der im Zentrum stehenden Liebesgeschichte einfängt, dann ist es die von Clint Eastwood gesprochene Zeile: „Ich möchte dich nicht brauchen, weil ich dich nicht haben kann.“ Im Film fällt der Satz während des Streits in der Küche, der den dramatischen Höhepunkt bildet. Das sieht auch Meryl Streep so. In einer Making-of-Dokumentation erinnerte sie sich an den Dreh der besagten, emotional herausfordernden Szene – und verriet dabei ein interessantes Detail:
„Die Küchenszene […] bildete den Moment, in dem Francesca erkennt, welche Grenzen dieser Traum hat. Es ist der Morgen danach, in dem ihr klar wird, dass alles vorbei ist. Es ist eine großartige Szene, und es war diejenige, bei der Clint als Schauspieler keine Angst hatte, sich emotional vollkommen darauf einzulassen. Er hat eine sehr klare Vorstellung davon, wie viel nötig ist, um die Geschichte allein über sein Gesicht zu erzählen, und wie weit er dabei gehen möchte. In der Endfassung haben sie auf elegante Weise einiges davon herausgekürzt.“
Wenn sich der Autor dieser Zeilen für einen einzigen Film von Clint Eastwood entscheiden müsste, würde er übrigens mit großer Wahrscheinlichkeit „Die Brücken am Fluss“ nehmen. Doch trotz seiner emotionalen Wucht hat es das Drama nicht unter die zehn besten Filme von Clint Eastwod laut den Bewertungen der FILMSTARTS-Community geschafft. Welche Werke die Nase vorn haben (und welches Meisterwerk auf dem ersten Platz steht), erfahrt ihr im nachfolgenden Artikel:
4,60 von 5 Sternen! Das ist der beste Film von Clint Eastwood – laut den deutschen ZuschauernFILMSTARTS bietet dir täglich die neuesten Nachrichten über Kino, Serien und Fernsehen. Abonniere FILMSTARTS hier bei Google Discover, um auch unsere Kritiken, Interviews, Streaming- und TV-Tipps sowie die besten und interessantesten Geschichten über deine Lieblingsfilme und -serien nicht zu verpassen.
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Ein ähnlicher Artikel ist zuvor bereits auf unserer spanischen Schwesternseite Espinof.com erschienen.