Einer der besten Filme aller Zeiten: Er hat 100 Prozent bei Rotten Tomatoes und ist absoluter Kult – trotzdem kennen ihn viel zu wenige!

Der Klassiker „Tampopo“ vereint Episodenfilm, Satire und Drama – und huldigt wie kein anderes Werk davor und danach dem traditionellen japanischen Nudelgericht Ramen. Gourmet-Kino par excellence, bei dem sich die Kritiker aber sowas von einig sind.

Nicht nur das Verzehren delikater Speisen kann ein Hochgenuss sein, auch die Zubereitung der Gerichte ist bisweilen eine eigene Kunstform. Eine Kunstform, die auch in etlichen Filmen eine zentrale Rolle spielt und mitunter bis ins kleinste Detail zelebriert wird. Man denke nur an „Food-Filme“ wie den Ang-Lee-Klassiker „Eat Drink Man Woman“, an „Madame Mallory und der Duft von Curry“ oder die Historien-Romanze „Geliebte Köchin“ über eine höchst kreative Meisterin am Herd, die die köstlichsten Gerichte zaubert.

Ein „kulinarischer Filmgenuss“ der ganz besonderen Art ist „Tampopo“ (1985) des japanischen Schauspielers und Regisseurs Jūzō Itami (1933 – 1997). Das episodisch angelegte Werk feiert die traditionelle japanische Nudelsuppe (Ramen) und strickt um das „Food-Thema“ herum skurrile, aber dennoch lebensnahe Geschichten mit allerlei schrulligen Protagonisten. „Tampopo“ ist ein weiteres Beispiel für ein „übersehenes Meisterwerk“, an das wir hier nur allzu gern erinnern. Ein Kultfilm mit einhundert Prozent positivem Kritikerecho!

Das ist "Tampopo"

„Tampopo“ ist nämlich einer jener Filme, bei dem sich die Presse tatsächlich voll und ganz einig ist. Das beweist der seltene Bestwert von 100 Prozent (!) positiven Besprechungen bei der Kritiken-Sammelseite Rotten Tomatoes (basierend auf 58 Rezensionen). Selbst Kritiker-Papst Roger Ebert zeigte sich begeistert von dem Film, der die Ramen-Kultur zur regelrechten Haute Cuisine erhebt.

Tampopo
Tampopo
Starttermin 25. Mai 1989 | 1 Std. 54 Min.
Von Jûzô Itami
Mit Nobuko Miyamoto, Tsutomu Yamazaki, Ken Watanabe
User-Wertung
3,3
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Darin folgen wir den beiden LKW-Fahrern Goro (Tsutomu Yamazaki) und Gun (Ken Watanabe aus „Inception“), die in einer kleinen Ramen-Bude auf Tampopo (Nobuko Miyamoto) treffen. Die junge Witwe hat Mühen, mit ihrem schlecht laufenden Geschäft über die Runden zu kommen. Da kommen Goro und Gun auf eine Idee: Gemeinsam wollen sie Tampopos Imbiss zum führenden Restaurant für Nudelsuppen machen. Doch dazu muss man erst einmal wissen, wie man die perfekte Nudelsuppe kreiert. Während sie mit allerlei Tricks versuchen, an das perfekte Rezept zu kommen, machen sie Bekanntschaft mit diversen kauzigen Gestalten, die bei Tampopo ein und aus gehen.

Was "Tampopo" so außergewöhnlich macht

Itami galt als einer der großen Satiriker des japanischen Kinos. Er hielt sich nicht an Genregrenzen, verfolgte mit Vorliebe experimentelle Ansätze und befasste sich mit den Absurditäten des Alltags. Und: den Kuriositäten zwischenmenschlichen Zusammenlebens. All diese Elemente führte er mit seinem zweiten Spielfilm „Tampopo“ auf wunderbare Weise zusammen.

Das Besondere an „Tampopo“ sind ferner die vielen kurzen Nebenstränge und abgedrehten Einschübe, die die Haupthandlung rund um den Ramen-Shop und Tampopo, die von Itamis Frau Nobuko Miyamoto gespielt wird, unterbrechen. Darin treffen verschiedene Menschen mit ihren individuellen Eigenheiten und teils absonderlichen Wesenszügen aufeinander. Von bizarren Überlebenskünstlern und Kleinganoven über mittellose Chefköche, Hausfrauen und Geschäftsleute bis hin zu älteren Damen, die in Feinkostenläden den Reifegrad der Lebensmittel prüfen. Das verbindende Element in all diesen Kurzepisoden: Essen, das in (scheinbar) jedem Bereich des Lebens eine Rolle spielt.

Ein weiterer Film, der 100 Prozent positive Kritiken bei Rotten Tomatoes auf sich vereint, ist ein ebenfalls viel zu wenig bekannter Western-Klassiker. Um welchen Titel es geht, erfahrt ihr im nachfolgenden Artikel:

Einer der besten Western aller Zeiten: Er hat 100 Prozent bei Rotten Tomatoes – und ist trotz dreier Hollywood-Ikonen viel zu unbekannt!

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Björn Schneider
Björn Schneider
-Freier Autor
Seit Björn als Kind „Spiel mir das Lied vom Tod“ und „Hook“ gesehen hat, ist er vom Medium Film und seinen (audio-)visuellen Möglichkeiten fasziniert. Am liebsten schaut er Horror, Western, Mystery und Thriller. Musicals und romantische Komödien kosten ihn allerdings Überwindung.
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