Nach Vin Diesels Ankündigung von "Fast & Furious"-Serien: Diese Spin-off-Ideen gibt es bereits
Björn Becher
Björn Becher
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Seit mehr als 20 Jahren schreibt Björn Becher über Filme und Serien. Hier bei FILMSTARTS.de kümmert er sich um "Star Wars" - aber auch um alles, was gerade im Kino auf der großen Leinwand läuft.

Kürzlich ließen Vin Diesel und Universal eine Bombe platzen: Gleich mehrere „Fast & Furious“-Serien sind für den Streamingdienst Peacock in Entwicklung. Doch worum könnte es gehen? Frühere Pläne liefern ein Indiz.

Universal Pictures

Das vorläufige Ende der „Fast & Furious“-Reihe im Kino rückt näher. Mit „Fast & Furious 11“ alias „Fast Forever“ soll die Saga um Dominic Toretto (Vin Diesel), Letty (Michelle Rodriguez), Roman (Tyrese Gibson), Tej (Ludacris) und Co. im März 2028 das letzte Mal auf der Leinwand durchstarten. Doch das bedeutet natürlich nicht, dass Universal die Motoren danach wirklich abstellt.

Denn mittlerweile hat man offiziell angekündigt, dass mindestens eine neue Live-Action-Serie aus dem „Fast & Furious“-Universum für eine Veröffentlichung auf dem Streamingdienst Peacock in Entwicklung ist. Vin Diesel selbst sprach bei der sogenannten Upfront-Programmpräsentation der großen US-TV-Anstalten und Streamingdienste sogar von insgesamt vier Serien.

Dabei haute er aber wohl mal wieder etwas zu sehr auf die Pauke. Nur eine Serie wird aktuell konkret weiterentwickelt – mit den „Shades Of Blue“-Verantwortlichen Mike Daniels und Wolfe Coleman am Steuer. Doch worum könnte es gehen? Da gibt es schon konkrete Ideen, denn bereits nach „Fast & Furious 9“ wurden bei Universal drei mögliche Serienideen diskutiert. Es ist sehr wahrscheinlich, dass zumindest zwei davon auch jetzt weiterhin zur Debatte stehen und eine womöglich die Serie ist, an welcher jetzt Daniels und Coleman arbeiten.

Eine Serie über Roman und Tej?

Nach dem Start von „Fast & Furious 9“ wurde bereits eine eigene Serie über Roman Pearce und Tej Parker mit Tyrese Gibson und Ludacris in den Hauptrollen bei Universal diskutiert. Das wäre auch weiterhin eine naheliegende Wahl, wenn man bekannte Figuren in den Mittelpunkt stellen will. Beide sind schließlich Fanlieblinge. Die wohl wichtigsten Comedy-Stützen der Reihe bieten mit dem großmäuligen Chaosfaktor Roman und dem Technik-Experten Tej eine hervorragende Dynamik.

Diese Idee passt sehr gut zu Vin Diesels Aussage, dass man mit den Serien eine Nachfrage der Fans erfülle, die Geschichten von „Legacy-Charakteren“ zu erweitern. Damit deutete Diesel nämlich an, dass man gerade bekannte Figuren in den Mittelpunkt stellt.

Tej und Roman in einer legendären Szene - bald auch gemeinsam in einer sicher geerdeteren Serie? Universal Pictures
Tej und Roman in einer legendären Szene - bald auch gemeinsam in einer sicher geerdeteren Serie?

Beide Figuren feierten in „2 Fast 2 Furious“ ihr Debüt, sind dann seit „Fast & Furious 5“ fester Bestandteil der Familie. Es ist die wahrscheinlichste Wahl anhand der bekannten Informationen. Die einzige Einschränkung ist, dass Vin Diesels Aussagen in der Öffentlichkeit nicht immer verlässlich waren und seine Erzählung von „Legacy-Charakteren“ auch einer seiner berühmten Schachzüge gewesen sein kann, um die Auswahl hinsichtlich eines Projekts mit seinen Kumpels zu beeinflussen.

Ein Young-Dom-Prequel?

Noch näher an der Mythologie der Hauptreihe wäre eine Serie über den jungen Dominic Toretto. Auch die war bereits nach „Fast & Furious 9“ und einer Rückblende zum jungen Dom (dort gespielt von Vinnie Bennett) in Diskussion. Damals hatte man bei Universal die Idee, an die Flashack-Szene aus „Fast & Furious 9“ anzuknüpfen. Die Serie sollte bei Erfolg und entsprechender Laufzeit direkt mit dem Beginn des allerersten Kinofilms „The Fast And The Furious“ von 2001 enden.

Vinnie Bennett als junger Dom - auch denkbar für eine Serie? Universal Pictures
Vinnie Bennett als junger Dom - auch denkbar für eine Serie?

Diese Serie könnte reichlich Fanservice bieten. Man kann immer wieder bekannte Figuren auftreten lassen, die Dom schon hier kennenlernt und zudem tief in die komplizierte Toretto-Familiengeschichte eintauchen. Wir wissen schließlich auch, dass Regisseur Justin Lin sich einst eine ganze Hintergrundgeschichte zu Doms Bruder Jakob überlegte, um zu erklären, warum der weiße John Cena so überhaupt nicht in die hispanische Toretto-Familie passt. Die endete dann nur mit einer lustigen Dialogzeile von Charlize Therons Cypher im Film.

Für die Serie spricht, dass man hier am einfachsten Vin Diesel einbinden kann. Dass der definitiv als Produzent fungierende Schauspieler groß in einer Serie auftritt, ist kaum vorstellbar. Er könnte aber via Voice-Over als Erzähler fungieren – siehe zum Beispiel die „Dexter“-Prequel-Serie „Original Sin“.

Noch mehr Han

Die vor wenigen Jahren realistischste Idee ist heute die unwahrscheinlichste. Denn 2021 war die Entwicklung einer Serie rund um Sung Kangs Han Lue angeblich sogar schon recht weit fortgeschritten. Das Projekt sollte Vin Diesels Kurzfilm „Los Bandoleros“ als Grundlage nehmen, wo wir erfahren, dass Han in der Karibik ein paar Dinger dreht. Als Inspiration galt wohl Akira Kurosawas „Yojimbo“, vielen sicher auch bekannt durch die Remakes „Für eine Handvoll Dollar“ und „Last Man Standing“. Der Plan war so Han im Clinch mit zwei verfeindeten Drogenkartelle zu zeigen, die er gegeneinander ausspielt.

Es wurde bereits eine Rückkehr von Mirtha Michelle als Hans ehemalige Freundin Cara Mirtha aus „Fast & Furious 4“ diskutiert und wohl sogar schon Drehorte in Puerto Rico gescoutet. Doch unter anderem die Corona-Pandemie brachte das Projekt zum Erliegen.

Eine Serie mit Han stand kurz vor der Umsetzung, dass sie jetzt noch mal kommt, ist unwahrscheinlich. Universal Pictures
Eine Serie mit Han stand kurz vor der Umsetzung, dass sie jetzt noch mal kommt, ist unwahrscheinlich.

Man könnte es also besonders einfach wiederbeleben, aber trotzdem ist das kaum vorstellbar. Der stetig snackende Han ist die Erfindung von Justin Lin. Er schuf eine gleichnamige Figur für seinen Indie-Kultfilm „Better Luck Tomorrow“, die Kang schon da verkörperte. Später holte er seinen Kumpel zur „Fast & Furious“-Reihe und war dann auch für die verschobene Chronologie verantwortlich, die trotz Hans vermeintlichem Tod in „The Fast And The Furious: Tokyo Drift“ ein weiteres Mitwirken seines Freundes Kang ermöglichte.

Doch bekanntlich kam es zu Beginn des Drehs von „Fast & Furious 10“ zum großen Knall und Justin Lin stieg aus. Eine weitere Beteiligung von ihm ist daher kaum vorstellbar. Er wird im Gegensatz zu anderen Franchise-Veteranen wie Diesel, den Produzenten Neal Moritz und Jeff Kirschenbaum sowie dem langjährigen Autor Chris Morgan keinen Credit bei der Serie haben, den man ihm aber geben müsste, wenn man seine Idee umsetzt. Zudem ist auch nicht vorstellbar, dass Kang noch nach Lins Abgang dafür bereit wäre.

Wann kommt eine "Fast & Furious"-Serie?

Dass Universal und Peacock nun wieder an „Fast & Furious“-Serien arbeiten, muss natürlich nicht bedeuten, dass eine dieser alten Ideen tatsächlich umgesetzt wird. Die offiziell bestätigte neue Serie kann auch in eine komplett andere Richtung gehen und sogar komplett neue Figuren in den Mittelpunkt stellen. Doch wir halten es für sehr gut möglich, dass die ersten beiden Ideen weiterhin auf der Liste der möglichen Konzepte stehen.

Die Frage bleibt jetzt, wie schnell Mike Daniels und Wolfe Coleman voranschreiten können und dürfen. Gerade weil es bei der Upfront-Programmpräsentation verkündet wurde, wo es eigentlich vor allem um die nächste TV-Saison geht, ist vorstellbar, dass man schon zeitnah einen Start anstrebt. Wahrscheinlicher ist aber, dass „Fast & Furious 11“ noch abgewartet oder rund um diesen Kinostart im März 2028 die Serie platziert wird. Sollte man wirklich bekannte Figuren wie zum Beispiel Roman und Tej in den Mittelpunkt stellen, muss man das vielleicht sogar zwingend, weil es die Terminpläne der Schauspieler gar nichts anders erlauben.

Die Umsetzung des als großen Finale fungierenden elften Teils hat übrigens mit Schwierigkeiten zu kämpfen. Mehr dazu gibt es im folgenden Artikel:

"Fast & Furious 11" bekommt bereits den fünften (!) Drehbuchautor – weil Vin Diesel "das besondere Gewicht des Finales" spürt

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