„Die Caine war ihr Schicksal“ (Originaltitel: „The Caine Mutiny“) kam 1954 in die Kinos. Der Film erntete begeisterte Kritiken und wurde für insgesamt sieben Oscars nominiert. Das Werk von Regisseur Edward Dmytryk („Die linke Hand Gottes“) ging bei der Verleihung letztlich zwar leer aus, avancierte aber dennoch zum Klassiker sowohl im Kriegs- als auch im Gerichtsfilm-Genre. In der Hauptrolle erwartet euch Hollywood-Legende Humphrey Bogart („Casablanca“).
„Die Caine war ihr Schicksal“ läuft am heutigen 5. Juni 2026 um 22.10 Uhr auf 3sat. Eine Wiederholung des FSK-12-Titels ist auf absehbare Zeit nicht angekündigt. Wer den Ausstrahlungstermin verpasst und bereit ist, ein paar Euro zu investieren, kann aber auf Blu-ray, DVD oder Video-on-Demand zurückgreifen:
Eine cineastisches Großleistung
Der Roman „Die Caine war ihr Schicksal“ stammt von Schriftsteller Herman Wouk („Sturmflug“) und wurde erstmals im Jahr 1951 veröffentlicht. Der Band ist inspiriert von Wouks persönlichen Erfahrungen während seiner Dienstzeit bei der US-Navy im Zweiten Weltkrieg. Diese leistete er an Bord zweier Zerstörer-Minensuchboote im Pazifischen Ozean ab.
Das zentrale Thema des Buches sind die moralischen und ethischen Entscheidungen, die Kapitäne und andere Offiziere auf hoher See zu treffen haben. Die titelgebende Meuterei wird sowohl im Roman als auch in der Verfilmung gewaltfrei ausgeführt. Das in ihrem Nachklang anberaumte Verfahren vor einem Kriegsgericht bildet den eigentlichen Höhepunkt der Handlung. Wouk wurde für seine Arbeit mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet.
„Die Caine war ihr Schicksal“ verdient meiner Meinung nach mindestens 4 von 5 möglichen Sternen, denn ich finde das zweistündige Werk großartig. Der Film bietet eine recht einfache, aber durchgehend solide und schlüssig erzählte sowie inszenierte Handlung mit herausragend agierenden Darstellern. Diese Faktoren sorgen dafür, dass das Publikum unweigerlich in die Story hineingezogen wird. Das gilt für die Szenen an Deck, in der Offiziersmesse oder auf der Brücke des Schiffes, aber noch mehr für die späteren Sequenzen im Gerichtssaal.
Die Passagen auf dem von einem brutalen Taifun gebeutelten Kahn sind erstaunlich intensiv. Einerseits wird dies durch die von der Naturgewalt (für die 1950er waren die Spezialeffekte sensationell gut) ausgehenden Gefahr, andererseits aufgrund der sich währenddessen dramatisch entwickelnden Beziehung zwischen den Personen an Bord erzeugt. Doch wenn die Charaktere sich dann in der zweiten Hälfte des Films vor Gericht wiedertreffen, ist die Spannung sogar noch um einiges knisternder.
Auch hier geht es um Leben und Tod – schließlich wurden der Meuterei überführte Seeleute in der US-Navy damals noch hingerichtet. Doch viel dringender erscheint hier der moralisch-ethische Aspekt der Geschichte. Das Szenario zerrt dank der präzisen Dialoge, des exzellenten Schnitts, der ganz nah an die Figuren herangehenden Kamera und der begeisternden Performances (zumindest José Ferrer hätte den Oscar definitiv verdient gehabt!) auch heute noch extrem an den Nerven. Das regt zum Mit- beziehungsweise Nachdenken an. Lasst euch „Die Caine war ihr Schicksal“ nicht entgehen.
"Die Caine war ihr Schicksal": Das ist die Story
1943, mitten im Zweiten Weltkrieg: Philip F. Queeg (Humphrey Bogart) übernimmt das Kommando über das im Pazifik eingesetzte Minensuchboot „Caine“. Sein strenges, den Vorschriften bis ins kleinste Detail folgendes Regiment kommt bei der Besatzung des Schiffs alles andere als gut an. Denn das stand bisher unter dem Befehl des deutlich entspannteren William DeVriess (Tom Tully). Speziell Lieutenant Tom Keefer (Fred MacMurray) widersetzt sich dem neuen Kommandanten, wo er kann, und beginnt zunächst heimlich, dann immer offener gegen diesen zu intrigieren.
Zu Beginn versucht der erste Offizier Lieutenant Stephen Maryk (Van Johnson), das zusehends irrationaler und paranoider anmutende Verhalten des neuen Kapitäns noch zu rechtfertigen. Doch als dieser die „Caine“ geradewegs in einen Taifun hineinsteuert und dabei das Leben der gesamten Mannschaft aufs Spiel setzt, enthebt er ihn mit Zustimmung der übrigen Offiziere seines Kommandos. Nach ihrer Rückkehr in die Heimat müssen sich die von Queeg der Meuterei Bezichtigten vor einem Kriegsgericht verantworten. Eher widerwillig verteidigt werden sie dabei von dem Marine-Anwalt Barney Greenwald (José Ferrer).
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