Die Freude am eigenen Streaming-Abo sollte nicht durch end- und manchmal auch ergebnisloses Suchen nach dem passenden Film getrübt werden. Aus diesem Grund übernimmt FILMSTARTS jede Woche das, was vor langer Zeit die Videotheken eures Vertrauens gemacht haben: Wir stellen ganz besondere filmische Leckerbissen heraus, die auf unserer Favoritenliste weit oben stehen.
Dieses Mal empfehlen wir euch drei wunderbare Streifen, die zwar jeweils in völlig unterschiedlichen Genres zu verorten sind, aber dennoch viele Gemeinsamkeiten teilen: schräge Charaktere, entwaffnenden Humor und die grenzenlose Liebe zum Detail.
"Das fünfte Element" (1997)
„Matrix“, „Gattaca“, „12 Monkeys“: Das Science-Fiction-Kino der 1990er-Jahre hat so einige legendäre Werke hervorgebracht. Doch wohl keiner der Genre-Filme dieses grandiosen Jahrzehnts hat sich so mit Haut und Haaren der spektakulären Unterhaltung verschrieben wie „Das fünfte Element“.
Auch wenn Regisseur und Drehbuchautor Luc Besson („Léon - Der Profi“) die Idee zu seiner schrillen Space Opera angeblich geklaut haben soll, gelang ihm hier nicht weniger als ein Wunderwerk der Kreativität, das auch nach fast 30 Jahren nichts an seinem kauzig-faszinierenden Charme eingebüßt hat. Jede Szene des Sci-Fi-Blockbusters ist hingebungsvoll inszeniert und quillt geradezu über vor verspielter Energie, schrulligem Witz und ausgeprägter Fantasie.
„Das fünfte Element“ ist allerdings nicht bloß eine klassische Weltrettungsgeschichte, sondern zugleich auch Action-Feuerwerk, Trash-Comedy, Weltraum-Abenteuer und überraschend feinfühlige Romanze. Dass Letzteres so gut funktioniert und zu Herzen geht, ist natürlich auch der stimmigen Chemie zwischen Hauptdarsteller Bruce Willis (in einer seiner coolsten Rollen) und Co-Star Milla Jovovich zu verdanken, deren Figuren glücklicherweise eben nicht die gängigen Klischees bedienen. Es ist praktisch unmöglich, dieses Sci-Fi-Meisterwerk nicht zu lieben!
"Eurovision Song Contest: The Story Of Fire Saga" (2020)
Während der Corona-Pandemie gab es nicht unbedingt viel zu lachen. Das galt auch für Fans des Eurovision Song Contest, der 2020 abgesagt werden musste. Die im selben Jahr bei Netflix veröffentlichte Komödie „Eurovision Song Contest: The Story Of Fire Saga“ stellte jedoch eine überaus erfreuliche Entschädigung für den Ausfall des beliebten Musikwettbewerbs dar.
Wie leicht hätte sich der Film über den ESC und all seine schrägen Charakteristiken in herablassend-verächtlichem Ton lustig machen können. Doch Regisseur David Dobkin („Die Hochzeits-Crasher“) und Co-Autor Will Ferrell tappten nicht in diese Falle, sondern legten stattdessen eine liebevoll-sympathische Hommage an das knallbunte Gesangsevent vor, die gekonnt zwischen kindischer Parodie und warmherziger Comedy pendelt.
Dazu punktet der Film mit einer hohen Gagdichte, detailverliebter Ausstattung und dem sich perfekt ergänzenden Hauptdarsteller-Duo Will Ferrell („Stiefbrüder“) und Rachel McAdams („Game Night“). Als tollpatschig-entzückendes Pop-Duo Fire Saga dürfen sie hier absolut brillieren und einige der speziell für die Komödie geschriebenen Songs performen, die mal brüllend komisch, mal emotional berührend, aber vor allem durch die Bank weg totale Ohrwürmer sind.
"The Ballad Of Buster Scruggs" (2018)
Schwer wiegt die Erkenntnis, dass die Regie-Brüder Joel und Ethan Coen („The Big Lebowski“) seit mittlerweile acht Jahren keinen gemeinsamen Film mehr inszeniert haben. Immerhin ist ihr bislang letzter Streich „The Ballad Of Buster Scruggs“ ein erneut fabelhaftes Werk, das 2019 für drei Oscars nominiert wurde.
Der Episoden-Western unterscheidet sich zwar durch seine Struktur vom sonstigen Schaffen der Coens, weist ansonsten aber die für die genialen Brüder so typischen Merkmale auf. So sind die sechs Geschichten aus dem Wilden Westen mit gewohnt skurrilen Charakteren, melancholischen Wendungen und reichlich schwarzem Humor ausgestattet.
Jedes der einzelnen Kapitel überzeugt mit exzellenten Bildern, Atmosphäre sowie glänzend aufgelegten Stars (u.a. Liam Neeson, Tim Blake Nelson, Brendan Gleeson und Tom Waits). Dem Regie-Duo gelingt dabei spielerisch leicht der tonale Spagat zwischen absurdem Klamauk, lakonischer Poesie und fesselnder Dramatik: Wird in einer Episode noch das Zwerchfell stark beansprucht, gleicht die nächste plötzlich einem Schlag in die Magengrube. Derartiges schafft wohl niemand so mühelos wie die Coens.
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