Kaum ein Schauspieler und Regisseur ist so eng mit dem Western verbunden wie Clint Eastwood. Ob vor oder hinter der Kamera: Über viele Jahrzehnte hinweg hat er das Genre entscheidend geprägt, etwa mit seiner Paraderolle des Mann ohne Namen in Sergio Leones legendärer Dollar-Trilogie oder Regiearbeiten wie dem Spätwestern „Erbarmungslos“, der 1993 vier Oscars abräumen konnte – unter anderem als Bester Film und für die Beste Regie.
Vor diesem Hintergrund ist es nicht gerade überraschend, dass der Hollywood-Veteran, der vor Kurzem seinen 96. Geburtstag feierte, den Western nicht nur als Filmgenre betrachtet, sondern als einen zentralen Bestandteil der amerikanischen Kultur. Das wurde durch eine Aussage deutlich, die jüngst vom spanischen Magazin Fotogramas aufgegriffen wurde – und die für einige Diskussionen sorgte.
„Ich fühle mich dem Western sehr verbunden“, gab Eastwood zu Protokoll (via 3DJuegos). „Ehrlich gesagt sind die Vereinigten Staaten nicht wie Europa. Hier gibt es nicht viele originäre Kunstformen. Die meisten leiten sich von europäischen Kunstformen ab. Abgesehen vom Western, dem Jazz und dem Blues – das ist eigentlich alles, was wirklich originell ist.“
Sind Western, Jazz und Blues wirklich die einzigen amerikanischen Kunstformen?
Das ist natürlich ganz schön eng gefasst – schließlich haben die USA auch Rock'n'Roll und den Hip-Hop hervorgebracht, bei Superhelden-Comics handelt es sich um einen genuin amerikanischen Pop-Mythos, und auch die moderne Stand-up-Comedy, Musicals oder Kunstrichtungen wie Pop-Art haben ihre Wurzeln in den Vereinigten Staaten.
Aber wenn man sich auf Kunstformen beschränkt, die unmittelbar aus der amerikanischen Geschichte und ihren Gründungsmythen hervorgegangen sind, hat Eastwood einen Punkt. Schließlich ist der Western das einzige durch und durch uramerikanische Filmgenre, auch wenn es etwa in den 1960er-Jahren vor allem in Europa weiterlebte – Eastwood selbst begann seine Karriere als Wildwest-Ikone in Italien.
Einer der ganz großen Filme, die Eastwood in dieser Zeit drehte, ist „Zwei glorreiche Halunken“. Wenn ihr wissen wollt, was ein Historiker an dem Film zu bemängeln hat, dann lest direkt im nachfolgenden Artikel weiter:
"Das ist Blödsinn": Historiker nimmt einen der größten Western aller Zeiten auseinander und erklärt, wie der Film zwei große Mythen befeuert hatEin ähnlicher Artikel ist zuvor bereits bei unseren Kolleg*innen von 3DJuegos erschienen.
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