Dankesreden sind für Stars immer eine Herausforderung: Schließlich gilt es für die Ausgezeichneten, die richtige Balance zwischen Bescheidenheit und Dankbarkeit zu finden, dabei möglichst aufrichtig zu wirken und obendrein irgendwie all jene zu erwähnen, die auf dem Weg zu diesem besonderen Moment eine wichtige Rolle gespielt haben.
Ein Patentrezept gibt es nicht, doch natürlich haben sich mit der Zeit gewisse Muster und Konventionen herausgebildet. Das wirkt dann manchmal auch abgenutzt oder künstlich. Gerade bei den Oscars gibt es aber immer wieder Reden, die Geschichte schreiben oder zumindest das Publikum tief berühren – denn es ist immer wieder etwas ganz Besonderes, zu sehen, wie ein Hollywood-Star auf offener Bühne seinen Emotionen freien Lauf lässt.
Eine der unvergesslichsten Dankesreden wurde am 23. März 1998 gehalten – und zwar von Robin Williams. Der 2014 verstorbene Schauspieler und Komiker hatte sich als Bester Nebendarsteller gegen Anthony Hopkins („Amistad“), Robert Forster („Jackie Brown“), Burt Reynolds („Boogie Nights“) und Greg Kinnear („Besser geht’s nicht“) durchgesetzt und erhielt für seine tief berührende Darstellung des Therapeuten Sean Maguire in „Good Will Hunting“ den einzigen Academy Award seiner Karriere.
Nachdem er unter tosendem Applaus die Bühne des Shrine Auditorium & Expo Center betreten hatte, erweckte Williams zunächst den Eindruck, dass ihm die Worte fehlten. Doch dann setzte er mit der ihm ganz eigenen Herzlichkeit zu seinen Danksagungen an – die unter anderem Matt Damon und Ben Affleck galten, die gemeinsam das Drehbuch zu „Good Will Hunting“ verfassten, Regisseur Gus Van Sant sowie den Einwohner*innen der Stadt Boston, die den Schauplatz des Films bildet.
Doch auch der für ihn typische Humor durfte nicht fehlen. So erinnerte Williams zum Schluss scherzhaft an seinen verstorbenen Vater, der ihn auf ganz eigene Weise bei seinem Wunsch unterstützt hatte, Schauspieler zu werden – nämlich mit folgenden Worten: „Großartig, aber such dir vorsichtshalber noch einen anderen Beruf – zum Beispiel Schweißer.“ Das war bekanntlich und zum Glück nicht nötig!
Unvergessliche Worte hat Williams übrigens nicht nur auf der Oscar-Bühne, sondern auch im Film „Good Will Hunting“ selbst gesprochen. Die Geschichte hinter seinem legendären Monolog (und warum seine Fans 29 Jahre später noch immer zu einer ganz bestimmten Parkbank pilgern) lest ihr im nachfolgenden Artikel:
Vor 29 Jahren rührte Robin Williams Millionen Menschen mit einem Monolog zu Tränen: An dem Ort, an dem er ihn hielt, steht heute ein DenkmalEin ähnlicher Artikel ist zuvor bereits auf unserer spanischen Schwesterseite Sensacine.com erschienen.
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