Er verfasste mit „Vier Hochzeiten und ein Todesfall“ und „Notting Hill“ zwei unvergessliche Romantikkomödien und übernahm beim Weihnachtsklassiker „Tatsächlich... Liebe“ obendrein die Regie: Richard Curtis ist ein Ausnahmetalent, wenn es um liebenswürdige Figuren geht, um herzlichen Dialogwitz mit Charisma und Verve, sowie um zugespitzte Situationen, die in sich Alltagswahrheiten tragen und somit Herzen zum Schmelzen bringen.
2013 nahm er die oft genutzte Sci-Fi-Prämisse der Zeitreise in die Hände und passte sie auf wunderschöne Weise seinem Stil an: „Alles eine Frage der Zeit“ ist eine kurzweilige Geschichte über peinliche Beziehungsmomente, ulkig aus dem Leben gegriffenes Kommunikationsgestolper sowie all die Augenblicke, dank denen das menschliche Dasein so erfüllend ist.
Das lädt aufgrund von Curtis' punktgenauem Skript, das poetische Passagen und kuriose Späße nahtlos vereint, einer malerischen Ästhetik und einer das Herz höher schlagen lassenden Dynamik zwischen den zentralen Stars zu wohlig-schöner Gänsehaut, erleichterndem Kichern und Tränen des Kummers sowie der Rührung ein. Perfekt, um einen einsamen Sonntag zu versüßen oder einen zweisamen Wochenausklang zärtlich aufzuwerten. „Alles eine Frage der Zeit“ ist aktuell bei Amazon Prime Video im Abo enthalten:
Darum geht es in "Alles eine Frage der Zeit"
Tim (Domhnall Gleeson) wird von seinem Vater (Bill Nighy) anlässlich seines 21. Geburtstags in ein uraltes, aufregendes Familiengeheimnis eingeweiht: Alle Männer in seiner Familie haben die Fähigkeit, durch die Zeit zu reisen. Sie können jedoch nur an Momente in ihrer eigenen Vergangenheit zurückreisen. Alles, was sie dafür tun müssen, ist an einem dunklen Ort fest an diesen Augenblick zu denken.
Tim nutzt diese Fähigkeit, um peinliche Missgeschicke auszubügeln – vor allem jene, die sich um seine Traumfrau Mary (Rachel McAdams) drehen, der gegenüber er sich aufgrund seiner Schüchternheit befremdlich verhält. Anfangs glaubt Tim, dass er perfekt sein muss, um die diffizile Kennenlernphase zu überstehen. Aber nach und nach erkennt er, dass Fehler durchaus ihre gute Seite haben können...
Nimm dir Zeit, um alles mit der Zeit und zu seiner Zeit zu machen
Curtis zeigt in „Alles eine Frage der Zeit“ mit Leichtigkeit, dass sich das Leben aus ein paar sich deutlich ankündigenden Wendepunkten zusammensetzt, sowie aus einer Kette aus kleinen Zufällen, die unauffällig an uns vorbei plätschern. Und es ist vollkommen unvorhersehbar, welche von ihnen stärker nachhallen. Deshalb kann man letzten Endes nur eines tun, um die vor lauter „Was wäre, wenn?!“-Überlegungen ratternden, grauen Zellen zu schonen, und Seelenfrieden zu erreichen: Carpe diem!
In schwächeren Händen wäre diese „Nutze den Tag!“-Botschaft banal. Doch Curtis nutzt seine Zeitreise-Idee, das komisch-herzliche Auf und Ab während Tims und Marys Kennenlernphase sowie die weitere Biografie seiner Hauptfiguren gekonnt: Von Moment zu Moment betrachtet, ist „ Alles eine Frage der Zeit“ Wohlfühlunterhaltung über Liebe, Familiensinn, Peinlichkeiten und unumkehrbare Rückschläge. Aber im Zusammenspiel zeigen diese leichtgängig-warmherzig aufbereiteten Passagen bestechend und zugleich unaufdringlich auf, weshalb das Leben von Situation zu Situationen ausgekostet gehört – inklusive improvisiertem Chaos, vermeintlichen Nichtigkeiten und Schmerz, der die Glücksmomente in Relation setzt.
Dass im Mittelpunkt ein schlaksig-scheuer Mann steht sowie eine belesen-neugierige Frau, deren introvertierte Ader durch eine aus sich herausgehende Ausstrahlung aufgewogen wird, macht diese allgemeingültigen Erkenntnisse glaubhaft spezifisch: Ihnen kann es nur so ergehen – andere Leben würden eigene Wege finden, ohne dass sich an der zentralen Devise etwas ändert. Spezifisch an „Alles eine Frage der Zeit“ ist auch die heimelige Bildsprache des Kameramanns John Guleserian:
Herb-grüne Natur, die Balance aus dem durchaus gut betuchten und rustikal-eingelebten Interieur, das Tims Familie bevorzugt, bräunlich-warme Impressionen kaum bevölkerter Stadtgassen, in denen Liebende erkennen, wie viel ihnen aneinander liegt – und eine der hübschesten Filmhochzeiten der Kinogeschichte! Die Welt von „Alles eine Frage der Zeit“ ist einfach beneidenswert schön, und dennoch weckt dieser filmische Seelenbalsam angesichts seiner besonnen-poetischen Erzählweise überhaupt keinen Neid. Viel mehr spornt er dazu an, sich im Abspann selig lächelnd die Tränen wegzuwischen und die eigene Zukunft in die Hand zu nehmen – einen aufmerksam genossenen Moment nach dem anderen!
Nicht ganz so bewegend, dafür mit viel mehr Komik versehen, ist übrigens ein anderes Richard-Curtis-Projekt, das wir euch im folgenden Streaming-Tipp genauer vorstellen:
Heute Abend streamen: Ein absoluter Gute-Laune-Film mit Mega-Cast – der in den USA nur geschnitten in den Kinos liefUnsere Seite bietet dir täglich die neuesten Nachrichten über Kino, Serien und Fernsehen. Füge FILMSTARTS bei Google als bevorzugte Quelle hinzu, um unsere Artikel dort häufiger angezeigt zu bekommen, wenn du nach einem bestimmten Thema suchst – so bleibst du immer auf dem Laufenden.
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