Im gefeierten chinesischen Animations-Blockbuster „Another World“ (siehe Trailer oben) müssen die Seelen der Toten die fantastische titelgebende Welt durchqueren. Guido (Stimme: Suet-Ying Chung) ist einer der Geister, die den Seelen auf ihrem Pfad zur Wiedergeburt als Führer zur Seite steht. So trifft er auch auf ein junges Mädchen namens Yuri (Hiu-Tung Choi) – und lernt von ihr, dass die Menschen Gefühle haben, die er selbst nicht verstehen kann. Die Göttin Mira gibt Guido den Auftrag, Yuri dabei zu helfen, ihre ständige Wut zu bekämpfen. Denn hasserfüllte Seelen laufen Gefahr, als Monster wiedergeboren zu werden …
Die Auswahl des Fantasy Filmfests ist auch deshalb spannend, weil immer wieder Filme aus Ländern gezeigt werden, die man als Genrefan nicht unbedingt auf dem Plan hat. „Motherwitch“ (siehe Titelbild dieser News) von Minos Papas stammt beispielsweise aus Zypern: Eleni (Margarita Zachariou), eine Malerin des Inselstaats des Jahres 1882, greift in die Schatten, um ihre verlorenen Kinder ins Leben zurückzurufen. Stattdessen beschwört sie jedoch die uralten Kalikantzari (= böswillige, koboldartige Fabelwesen) der zyprischen Sagenwelt herauf. Nun muss sie sich dem Sturm ihrer Trauer und Wut stellen und den Fluch brechen …
Zwei ganz besondere Filme
Der französische Filmemacher, Maler und Multimediakünstler Quarxx war schon wiederholt Gast beim Fantasy Filmfest – und zwar immer mit außergewöhnlichen (und außergewöhnlich düsteren) Stoffen wie „All The Gods In The Sky“ oder „Pandemonium - Die Hölle kennt keine Vergebung“. „The Ones Who Grieve“ spielt nun Ende des 19. Jahrhunderts auf einem abgelegenen Bauernhof. Während eine rätselhafte Krankheit, bekannt als der „Schwarze Schleier“, die umliegende Region heimsucht, verschwimmen Glaube und Wahn zunehmend …
Nach seinen Drehbüchern zu den unendlich kreativen Zeitreise-Sensationen „Beyond The Infinite Two Minutes“ und „River - The Timeloop Hotel“ gibt Makoto Ueda jetzt sein Debüt als Regisseur – und „You Are The Film“ scheint nicht weniger genial oder abgefahren auszufallen: Die Amateurtheater-Leiterin Madoka (Marika Ito) und der Rockband-Sänger Kazuma (Kai Inowaki) sitzen in zwei verschiedenen Sälen desselben Kinos – und stellen schließlich fest, dass sie mit den Charakteren auf der Leinwand interagieren können …
Wie in „Another World“ handelt auch der japanische Grusel-Horror „Never After Dark“ von wandernden Seelen. Hier ist es allerdings die Hellseherin (Moeka Hoshi), die sich ihnen als Führerin auf dem Weg ins Jenseits anbietet. In einem abgelegenen Haus stößt sie auf ein besonders mächtiges Wesen. Als sie das Phänomen weiter erforscht, sieht sie sich plötzlich einer finsteren Bedrohung gegenüber – und zwar aus einer völlig unerwarteten Richtung …
In „The Restoration At Grayson Manor“ sehen wir „Glee“-Star Chris Colfer in einer ungewohnten Rolle: Hier spielt er den adeligen Sprössling Boyd Grayson, der nach einem Urlaub seine Hand verliert. Seine Mutter Jacqueline (Alice Krige, „Texas Chainsaw Massacre“) will das jedoch nicht hinnehmen und setzt auf eine neuartige Technologie, um die Einschränkungen ihres Sohnes zu überwinden. Allerdings bleibt die Entscheidung nicht ohne Folgen, ganz im Gegenteil wird das titelgebende Anwesen Grayson Manor bis in seine Grundfesten erschüttert …
Tödliche Weihnachten
Bei den aktuellen Temperaturen fällt es schwer, jetzt schon an Weihnachten zu denken. Aber die Schokoweihnachtsmänner im Supermarkt kommen schneller, als man glaubt – und schon im September gibt es mit „Unholy Night“ ein vergnüglich-blutiges Weihnachts-Massaker: Das Heiligabend-Abendessen einer Familie wird zum Albtraum, als Gino (Marc Bendavid) seine Liebsten vor seiner wiederbelebten Großmutter beschützen muss, die die Feier in mörderischer Absicht sprengt …
Schon den Titel traut sich fast niemand unzensiert aufzuschreiben – ansonsten würde der Trailer etwa auf YouTube auch augenblicklich (und aus gutem Grund) gelöscht werden. Die dunkelschwarze Horror-Groteske „Fuck My Son!“ wirbt dabei selbst mit dem Spruch: „Ein so verkommener Film … dass er jede Grenze des guten Geschmacks sprengt.“ Und tatsächlich verspricht schon die Handlungsbeschreibung Grenzüberschreitungen aller Art: Vermina (Robert Longstreet) entführt die arglose Sandi (Tipper Newton), um ihrem erwachsenen Sohn Fabian (Steve Little) endlich sein erstes Mal zu ermöglichen …
Die Termine für das Fantasy Filmfest 2026
Das Fantasy Filmfest findet in diesem Jahr im September als jeweils achttägiges Event in sieben deutschen Städten statt. Hier sind die genauen Termine:
- 2. bis 9. September in Berlin & Hamburg
- 9. bis 16. September in Köln, München & Stuttgart
- 16. bis 23. September in Nürnberg
- 23. bis 30. September in Frankfurt
Auf der Homepage des Fantasy Filmfest könnt ihr euch ab sofort die begehrten Dauerkarten für das komplette Programm (= Festivalpass) sichern. Allerdings sollte man damit besser nicht zu lange warten, in einigen Städten können sie auch sehr schnell ausverkauft sein.