In einer Neunzigerjahre-Kindersendung bringt das orangefarbene Einhorn Buddy (Stimme im Original: Keegan-Michael Key) Kindern Lektionen bei. Als Josh (Luke Speakman) lieber liest, verschwindet er nach einem Gespräch mit Buddy spurlos. Freddy (Delaney Quinn) findet Joshs Lieblingsbuch voller roter Flüssigkeit im Müll. Buddy wiegelt ab, doch Freddy überzeugt die Kinder, dass Buddy ein Psychopath ist. Ein surrealer Überlebenskampf beginnt. Parallel wird Grace (Cristin Milioti) von einer Vorahnung gequält, dass ihre verschwundene Tochter in einer Fernsehshow gefangen ist – und geht ihrem Verdacht nach …
Der völlig abgefahrene „Buddy“, der von der Kritik mit dem Prädikat „Blutgetränkter Albtraum voll schwarzem Humor“ ausgezeichnet wurde, hat nicht nur Stars wie Michael Shannon („Man Of Steel“) oder Patton Oswalt („King Of Queens“) zu bieten, er wird auch bereits seit seiner Festival-Weltpremiere als Instant-Kultfilm gehandelt. Dabei dürfte der Film vor allem all jene ansprechen, die selbst mit einem gewissen Kinderfernseh-Dino aufgewachsen sind, denn die Show aus „Buddy“ ist schon sehr eindeutig an „Barney und seine Freunde“ angelehnt …
Noch zwei wichtige Slots sind zu befüllen!
Als diesjähriges Director’s Spotlight wird das koreanische Action-Brett „Tristes Tropiques“ ins Zentrum des Programms gerückt: Eine Gruppe junger Auftragskiller wird im tropischen Regenwald von einer geheimnisvollen Organisation zu skrupellosen Kämpfern ausgebildet. Unter Führung des „Master“ lernen sie, ihre Missionen ohne Zögern auszuführen. Doch Misstrauen zerstört das Bündnis: Aus Verbündeten werden erbitterte Gegner, die sich Verrat vorwerfen. Als die Ereignisse außer Kontrolle geraten, schwören sie blutige Rache …
Geehrt wird mit der Positionierung als Director’s Spotlight der Action-Auteur, der in den vergangenen Jahren vor allem auch mit seinem grandios-unterhaltsamen „X-Men“-aber-viel-krasser-Doppel „The Witch“ und „The Witch 2“ auch international für mächtig Aufsehen gesorgt hat. Einen Trailer zu „Tristes Tropiques“ gibt es aktuell leider noch nicht.
Ein absoluter Geheimtipp
Nach modernen Klassikern von „Die fabelhafte Welt der Amelie“ über „The Devil’s Back Bone“ bis „Border“ geht der Programmplatz als Centerpiece diesmal an den US-amerikanischen Indie-Geheimtipp „The Plague“, den wir bereits bei seiner Weltpremiere beim Cannes Filmfestival sichten konnten – und der uns dort ziemlich begeistert hat: „Charlie Polinger liefert ein so sinnliches wie sorgfältig beobachtetes Coming-of-Age-Debüt, das besonders den unter der Oberfläche brodelnden Horror der Pubertät gekonnt offenlegt und sich anstelle eines sauberen Happy Ends wagt, bis zuletzt auf die Instabilität dieser Jugendjahre zu bestehen.“
Der 13-jährige Ben (Everett Blunck) besucht im Sommer 2003 das Wasserballcamp des etwas überforderten Coaches Daddy Wags (Joel Edgerton). Einige andere Kinder sind schon länger dabei – und haben sich ein perfides Spiel ausgedacht: Der wegen seines Ausschlages immer ein T-Shirt tragende Eli (Kenny Rasmussen) wird nicht auf die übliche Art gehänselt, stattdessen stellt Bullying-Antreiber Jake (Kayo Martin) die Regel auf, dass Eli konsequent zu meiden sei …
Ebenfalls in Cannes feierte „The Birthday Party“ (aus dem das Titelbild dieses Artikels stammt) von Léa Mysius („The Five Devils“) seine Weltpremiere – und das sogar als Teil des offiziellen Wettbewerbs: Der Landwirt Thomas (Bastien Bouillon) und seine Frau Nora (Hafsia Herzi) leben auf dem Land. Ihre Tochter Ida (Tawba El Gharchi) ist oft bei Nachbarin Cristina (Monica Bellucci).
Die abgelegene Idylle wird an Noras Geburtstag zerstört: Thomas hat eine Überraschungsparty geplant, doch plötzlich stehen Flo (Paul Hamy) und Bègue (Alane Delhaye) vor der Tür. Sie agieren bedrohlich und zwingen alle dazu, mit ihnen auf ihren kürzlich aus dem Gefängnis entlassenen Bruder Franck (Benoît Magimel) zu warten. Der ist offenbar auf Rache aus. Aber an wem und wofür?
Das Fantasy Filmfest feiert in diesem Jahr sein 40. Jubiläum – und aus diesem speziellen Anlass werden unter der Überschrift „Screen Legends“ auch vier Klassiker im Programm gezeigt: Neben den bereits angekündigten Titeln „Wenn die Gondeln Trauer tragen“, „A Chinese Ghost Story“ und „The Chaser“ vervollständigt nun Benh Zeitlins vierfach oscarnominiertes, zärtlich-bildgewaltiges Meisterwerk „Beasts Of The Southern Wild“ die Sektion:
Die sechsjährige Hushpuppy (Quvenzhané Wallis) lebt mit ihrem Vater Wink (Dwight Henry) abgeschieden im Mississippi-Delta. Als Wink aufgrund einer seltsamen Krankheit schwächer wird, versucht er sie auf ein Leben allein vorzubereiten. Ein Sturm und schmelzende Polkappen bringen Katastrophen über ihr Zuhause. Um ihren Vater und die Heimat zu retten, stellt sich das Mädchen allen Gefahren und sucht ihre Mutter …
Die Termine für das Fantasy Filmfest 2026
Das Fantasy Filmfest findet in diesem Jahr im September als jeweils achttägiges Event in sieben deutschen Städten statt. Hier sind die genauen Termine:
- 2. bis 9. September in Berlin & Hamburg
- 9. bis 16. September in Köln, München & Stuttgart
- 16. bis 23. September in Nürnberg
- 23. bis 30. September in Frankfurt
Auf der Homepage des Fantasy Filmfests könnt ihr euch ab sofort die begehrten Dauerkarten für das komplette Programm (= Festivalpass) sichern. Allerdings sollte man damit besser nicht zu lange warten, da sie in einigen Städten bereits ausverkauft.
Die ersten sechs Filme, die wir schon vor einigen Wochen bekanntgegeben haben, könnt ihr hier nachschauen – mit bislang rund 130.000 Leser*innen ist diese Ankündigung direkt viral gegangen:
"Ein so verkommener Film, dass er jede Grenze des guten Geschmacks sprengt": Die ersten 8 Titel für das Fantasy Filmfest 2026 stehen fest!