Das Ende von "Enola Holmes 3" auf Netflix erklärt: Was steckt wirklich hinter dem geheimnisvollen Namen in der finalen Szene?
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Ende gut, alles gut! Aber dann gleitet die Kamera plötzlich bis auf den Grund des Mittelmeeres hinab und offenbart doch noch mal ein versunkenes Geheimnis. Aber was steckt wirklich hinter dem mysteriösen Namen samt der Jahreszahl 1863?

Wer es nach der Überschrift noch nicht geahnt hat, sei hiermit noch einmal offiziell gewarnt: Der folgende Artikel enthält weitreichende Spoiler für „Enola Holmes 3“!

In der ersten Szene von „Enola Holmes 3“ lässt die titelgebende Nachwuchsdetektivin (Millie Bobby Brown) ihren Verlobten Lord Tewkesbury (Louis Partridge) noch wie einen begossenen Pudel vor dem Traualtar stehen, um sich stattdessen gemeinsam mit Dr. Watson (Himesh Patel) auf die Suche nach ihrem entführten Bruder Sherlock Holmes (Henry Cavill) zu machen. Aber eineinhalb Stunden später ist es dann doch noch so weit: Mit dem Segen ihrer zwischenzeitig dazugestoßenen Mutter Eudoria Holmes (Helena Bonham Carter) vollzieht Enola schließlich doch noch den Bund der Ehe!

Seine Hochzeitsnacht beginnt das frischgetraute Paar mit einem kühlenden Bad im Mittelmeer vor der maltesischen Küste – und während sie sich küssen, erhellt im Hintergrund ein spektakuläres Feuerwerk den Nachthimmel. Mehr Happy End geht kaum – wobei man hier ganz besonders merkt, dass „Enola Holmes 3“ erstmals nicht auf einem direkten Vorbild aus der Romanreihe von Nancy Springer basiert, denn in dieser spielt Romantik allgemein so gut wie gar keine Rolle. Aber dann folgt nicht etwa der Abspann – sondern eine letzte Kamerafahrt, vorbei an den strampelnden Füßen der Liebenden, immer tiefer hinunter in das dunkle Nass …

… bis am Meeresboden ein versunkenes Wrack in den Fokus rückt. Dessen Name: „The Wrath Of Adeline 1863“. Sofort ist klar: Irgendetwas hat dieser auffällige Name zu bedeuten! Aber was genau?

Ein erster Hinweis auf "Enola Holmes 4"?

Als der Abspann beginnt, verwandelt sich die „3“ aus der Jahreszahl „1863“ in die „3“ aus dem Filmtitel „Enola Holmes 3“. Aber was man sich in diesem Moment natürlich eigentlich fragt: Ist diese finale Einstellung womöglich ein erster Teaser für ein weiteres detektivisches Abenteuer in einem möglichen „Enola Holmes 4“?

In der inzwischen bereits zehn Bände umfassenden Romanreihe gibt es jedenfalls weder ein versunkenes Schiff noch eine Figur namens Adeline – und auch das Jahr 1863 spielt dort nirgendwo eine Rolle. Aber wie gesagt muss das nicht zwingend etwas heißen, da ja auch schon „Enola Holmes 3“ einen komplett neu für die Filmreihe erdachten Fall erzählt – inklusive einer Hochzeit und dem Schauplatz Malta, nach denen man in den Büchern ebenfalls vergeblich suchen würde.

Trotzdem glauben wir nicht, dass die Szene tatsächlich schon ein Hinweis auf „Enola Holmes 4“ ist – und zwar aus dem einfachen Grund, dass sich die nächste Fortsetzung noch nicht offiziell in Produktion befindet und sich die Verantwortlichen wohl kaum auf etwas Konkretes festlegen lassen wollen, bevor sie nicht die Reaktionen der Fans auf den dritten Teil mit in Betracht gezogen haben.

Was steckt stattdessen dahinter?

Statt um einen Blick in die Zukunft geht es wohl eher um etwas, das Enola Holmes (und auch wir?) in der Vergangenheit übersehen hat. Wir erinnern uns eine Stunde zurück: Zunächst hatte Enola im Zimmer ihres entführten Bruders auf dem Spiegel einen Morsecode entdeckt, der auf die afghanische Stadt „Khost“ (im Deutschen eigentlich: „Chost“) verweist. Wobei sich später herausstellt, dass dieser Hinweis gar nicht von Sherlock, sondern von Moriarty (Sharon Duncan-Brewster) stammte. Mit der gefälschten Spur wollte das kriminelle Mastermind Enola dazu bringen, für sie die Suche nach dem versteckten Gold zu unternehmen.

Über die ebenfalls mit Afghanistan im Zusammenhang stehenden Kriegsabzeichen des Vaters ihres Verlobten stieß Enola zudem auf einen britischen Soldaten, der zwar kurz darauf erschossen wurde, aber erst, nachdem er zuvor noch sein letztes Wort „Wrath“ ausstoßen konnte. Mit diesen beiden Hinweisen machte sich Enola dann noch einmal an das verschlüsselte Tagebuch ihres Bruders – und tatsächlich schien es so, als sei dieser bei seinen Nachforschungen ebenfalls schon auf genau diese beiden Worte gestoßen. Wobei dann auch noch der Name „Adeline“ ins Spiel kommt.

Selbst eine Holmes ist nicht unfehlbar

Nur macht Enola genau hier ihren Fehler: Sie hält Adeline Wrath zunächst für eine Frau und dann für ein weiteres Alias von Moriarty. Statt also beide Spuren weiterzuverfolgen, konzentrierte sie sich anschließend ganz auf „Khost“. Aber selbst damit findet Enola in der Höhle zumindest eine Kiste mit Gold – nur ist das wohl lediglich ein Bruchteil der realen Beute, die die britischen Kriegsverbrecher während des Zweiten Anglo-Afghanischen Krieges eingesackt haben.

Die weitaus größere Menge liegt stattdessen vermutlich noch immer auf dem Meeresboden – womit die finale Einstellung auch ein augenzwinkernder Hinweis darauf ist, dass selbst eine (verliebte) Enola Holmes mal einen Hinweis übersieht. Auch die Jahreszahl passt perfekt zu dieser Theorie – denn wenn das Schiff 1863 gebaut wurde, wäre es nur logisch, dass es dann auch wenige Jahre später im Krieg (der von 1878 bis 1880 dauerte) zum Einsatz gekommen wäre.

Ansonsten gibt es auf Netflix neben „Enola Holmes 3“ natürlich noch reichlich mehr Futter für den nächsten Fernsehabend – zum Beispiel diesen Serien-Hit, der beim weltweiten Streaming-Publikum aktuell auf besonders großes Interesse zu stoßen scheint:

58 Millionen Aufrufe in 11 Tagen: Diese Netflix-Miniserie entwickelt sich zu einem der größten Hits des Jahres

Christoph Petersen
Christoph Petersen
-Chefredakteur
Schaut 800+ Filme im Jahr – immer auf der Suche nach diesen wahrhaftigen Momenten, in denen man dem Rätsel des Menschseins ein Stück näherkommt.
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