Heute im TV: Diese Fortsetzung zu einem modernen Klassiker zog jahrelangen Streit hinter den Kulissen nach sich – aber es hat sich komplett gelohnt!
Teile diesen Artikel

Vor und während der Entstehung dieser Hit-Fortsetzung gab es hinter den Kulissen viel Hin und Her – und im Anschluss kam es zu jahrelanger Vertragsparagrafenreiterei: Über „Toy Story 2“ wurde viel gestritten, ist aber richtig sehenswert!

Über Filme kann viel gezankt werden. Im Falle von „Toy Story 2“ herrscht unter Filmfans jedoch ziemliche Einigkeit: Pixars erste Fortsetzung gilt als komisches, dennoch auch herzliches Animationskino, das sich mit seinem bahnbrechenden Vorläufer „Toy Story“ problemlos messen kann.

Dennoch war „Toy Story 2“ der Mittelpunkt jahrelanger Zwists. Die fanden allerdings hinter den Kulissen statt. Glücklicherweise hat das auf den Film an sich keinerlei Auswirkung – und wenn ihr das pointenreiche Abenteuer der beseelten Spielzeugbande (mal wieder) schauen möchtet: Heute, am 3. Juli 2026, läuft „Toy Story 2“ ab 20.15 Uhr im Disney Channel. Zudem ist das Sequel ganz flexibel via Disney+ abrufbar.

Auf Disney+ findet ihr zudem „Toy Story“, „Toy Story 3“ und „A Toy Story – Alles hört auf kein Kommando“ sowie mehrere Kurzfilme aus dem „Toy Story“-Universum, allesamt praktisch angeordnet in der „Toy Story“-Themensammlung*. Den Ableger „Lightyear“* müsst ihr derweil abseits der Sammlung gesondert aufrufen.

Darum geht es in "Toy Story 2"

Cowboypuppe Woody (Stimme im Original: Tom Hanks / Stimme in der deutschen Synchronfassung: Peer Augustinski) und Actionfigur Buzz Lightyear (Tim Allen / Walter von Hauff) haben ihre Unstimmigkeiten bezwungen und sind nun beste Freunde. Dennoch ist das Spielzeugglück in Andys Kinderzimmer empfindlich, schließlich droht Spielsachen stets der Schicksalsschlag, Schaden zu nehmen oder vergessen zu werden.

Als Woody beim Spielen einen Riss abbekommt und anschließend von Andys Mutter auf ein staubiges Regal gepackt wird, stürzt der Cowboy in eine Sinnkrise. Doch dann gerät er zufällig in die Griffel eines unseriösen Spielzeughändlers und erfährt, dass Spielzeug auch als umsorgtes Sammlerobjekt herhalten kann...

Von der geplanten Videopremiere zum Vertrags-Zankapfel

Als sich 1995 abzeichnete, dass „Toy Story“ zum globalen Phänomen wird und erste, vage Pläne für eine Fortsetzung geschmiedet wurden, äußerte Joe Roth, damaliger Vorstandsvorsitzender der Walt Disney Studios, den Wunsch, dass „Toy Story 2“ direkt für den Videomarkt produziert wird. Der Film sollte bloß etwas mehr als eine Stunde dauern und eine Veröffentlichung im Herbst 1998 anvisieren.

Die Pixar-Führungsriege willigte zunächst ein. Im November 1997 sah sich jedoch Peter Schneider, der damalige Chef der Disney-Trickfilmabteilung, eine Vorabfassung des Films an und machte Roth einen Strich durch die Rechnung: Schneider war derart angetan, dass er eine Kinoauswertung 1999 forderte. Im Zuge dessen musste ein neuer Vertrag zwischen Disney und Pixar ausgehandelt werden, schließlich war Pixar damals noch kein Disney-Tochterstudio, sondern ein selbstständiges Studio, das mit Disney eine Zusammenarbeit einging.

Als dieser überarbeitete Deal unter Dach und Fach war und „Toy Story 2“ vom Video-Exklusivtitel zum Kinofilm aufgewertet wurde, musste jedoch die Story überarbeitet werden, um eine angemessene Kinolaufzeit zu erreichen. Zudem äußerten einige Mitglieder der Pixar-Animationscrew Zweifel, ob der Film gut genug für die große Leinwand aussieht.

Daher musste „Toy Story 2“ innerhalb weniger Monate nahezu generalüberholt werden – und auf all diese harte Arbeit folgte ein jahrelanger Streit zwischen den Chefetagen der beiden Studios: Der anlässlich „Toy Story 2“ überholte Vertrag belief sich auf fünf Filme. Jedoch befand man seitens Disney, dass „Toy Story 2“ als Fortsetzung von diesem Vertrag ausgenommen gehört, während man seitens Pixar darauf pochte, dass der Film sehr wohl als Teil dieser Abmachung betrachtet werden muss.

Insbesondere Steve Jobs, der den Großteil der Pixar-Aktien hielt, und der damalige Disney-CEO Michael Eisner stritten intensiv über den Vertrag, weshalb Jobs zwischenzeitlich drohte, die Bindung zwischen Disney und Pixar zu kappen. Bekanntlich schlug das Pendel letztlich in die andere Richtung und man entschied sich, eine engere Bindung denn zuvor anzustreben – was ohne die Streitigkeiten rund um „Toy Story 2“ womöglich nie passiert wäre.

Angesichts dessen, wie viele Animationsfilmklassiker im Zuge des Fünf-Filme-Deals zwischen Pixar und Disney entstanden sind (etwa „Findet Nemo“), und wie viele nach der Disney-Pixar-Übernahme Gestalt angenommen haben, hat sich der ganze Stress wohl gelohnt. Auch unseren folgenden Streaming-Tipp haben wir so gesehen „Toy Story 2“ zu verdanken:

Heute Abend streamen: Dieser Sci-Fi-Blockbuster ist wunderschön, klug und heute aktueller denn je

Unsere Seite bietet dir täglich die neuesten Nachrichten über Kino, Serien und Fernsehen. Füge FILMSTARTS bei Google als bevorzugte Quelle hinzu, um unsere Artikel dort häufiger angezeigt zu bekommen, wenn du nach einem bestimmten Thema suchst – so bleibst du immer auf dem Laufenden.

*Bei diesem Link zu Disney+ handelt es sich um einen Affiliate-Link. Mit dem Abschluss eines Abos über diesen Link unterstützt ihr FILMSTARTS. Auf den Preis hat das keinerlei Auswirkung.

Sidney Schering
Sidney Schering
-Freier Autor und Kritiker
Sidneys Lieblingsfigur ist Donald Duck, sein erster Kinofilm war Disneys „Aladdin“ und bereits in der Grundschule las er eine Walt-Disney-Biografie. Wenn er könnte, würde er ins Disneyland auswandern, aber da das nicht geht, muss ihn seine Disney-Sammlung bei Laune halten.
Ähnliche Nachrichten
Das könnte dich auch interessieren