Einer der besten Regisseure der Welt drehte vor 9 Jahren seinen letzten Film: Kehrt er noch einmal ins Kino zurück?
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Seit seinem letzten Film „Happy End“ vor knapp einem Jahrzehnt hat man von Michael Haneke nicht mehr viel gehört. Ist es dennoch denkbar, dass der Deutsch-Österreicher noch einmal auf dem Regiestuhl Platz nimmt?

Warner Bros. / PLAION PICTURES

Michael Haneke ist zweifellos eine der faszinierendsten Stimmen der Kinogeschichte. Mit seinem unterkühlten Stil machte er es seinem Publikum zwar nie einfach, doch werden die meisten Filmliebhaber nicht zögern, ihn als einen der besten seines Fachs zu bezeichnen. So gewann er mit seinem düsteren Vorkriegsdrama „Das weiße Band – Eine deutsche Kindergeschichte“ (2009) den Golden Globe für den besten fremdsprachigen Film, und für seine ungeschönte Darstellung des Altwerdens in „Liebe“ (2012) konnte er den Oscar in derselben Kategorie einheimsen.

Die meisten werden Haneke aber für seinen Psychothriller „Funny Games“ (1997) kennen: Darin wird eine glückliche, gut betuchte Familie in ihrem Ferienhaus plötzlich von zwei jungen Männern belauert, die sie in unerträglich lang anhaltenden Kameraeinstellungen zunehmend quälen und schließlich foltern. Immer wieder durchbrechen sie dabei die vierte Wand und sind sogar imstande, selbst in den Verlauf der Handlung einzugreifen.

Funny Games
Funny Games
Starttermin 11. September 1997 | 1 Std. 43 Min.
Von Michael Haneke
Mit Susanne Lothar, Ulrich Mühe, Arno Frisch
Pressekritiken
3,0
User-Wertung
3,6
Filmstarts
4,0

An seinem bekanntesten Werk kann man wunderbar die Themen festmachen, die den Filmemacher seit jeher beschäftigt haben: Die gehobene Gesellschaftsschicht wird mit ihren verborgenen Abgründen konfrontiert und das Sehverhalten des Zuschauers auf perfide Art herausgefordert – ähnlich wie später auch in „Caché“ oder seinem letzten Film „Happy End“. Dieser ist nun allerdings schon ganze 9 Jahre her, und seitdem ist es ziemlich still um den Ausnahmeregisseur geworden. Hat sich der 84-Jährige also heimlich in den Ruhestand begeben, oder erwartet uns womöglich doch noch seine Rückkehr ins Kino?

Hat sich Haneke von der Filmwelt abgewandt?

Mehr darüber weiß Isabelle Huppert, die gleich vier Mal für Haneke vor der Kamera stand. 2023 verriet sie in einem Interview mit IndieWire, was sie über die Zukunftspläne des Regisseurs weiß: „Wir sind in Kontakt, aber man kann Michael Haneke zu nichts bringen, was er nicht tun möchte. Ich habe keine Ahnung, ob er wieder arbeiten wird – ob wir wieder zusammenarbeiten werden.“

Dabei erwähnte die Schauspielerin aber auch, dass der Filmemacher es in den letzten Jahren nicht immer leicht hatte: „Er hat nach COVID eine schwierige Zeit durchgemacht. Ich weiß nicht genug darüber.“ Hier bezieht sie sich möglicherweise auf ein geplatztes Projekt von Haneke. Während der Pandemie arbeitete er nämlich an einer Fernsehserie mit dem Titel „Kelvin’s Book“ – einem Science-Fiction-Drama mit neun geplanten Episoden, das allerdings wegen Finanzierungsproblemen auf Eis gelegt wurde.

Ganz vom Tisch ist Hanekes Rückkehr hinter die Kamera aber auch nicht. „Es geht ihm gut“, machte Huppert deutlich. „Er ist in guter Form. Ich kann nur hoffen und mir wünschen, dass er wieder arbeitet.“ Und diesem Wunsch können wir uns nur anschließen!

Übrigens findet Michael Haneke ein Meisterwerk von Steven Spielberg „unsäglich“! Um welchen Film es geht (und was seine Gründe sind), erfahrt ihr im nachfolgenden Artikel:

"Ich finde es unsäglich": Dieser oscarprämierte Regisseur geht mit einem Meisterwerk von Steven Spielberg hart ins Gericht
Louis Verheyen
Louis Verheyen
-Freier Autor
Genießt alle Facetten des Kinos und lässt sich von „Mulholland Drive“ ebenso gern verstören wie von „Call Me By Your Name“ verzaubern. Hofft immer noch wehmütig darauf, dass Richard Kelly mal wieder einen Film dreht.
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