Der hochkarätig besetzte und fast fertige Film „Artificial“ von Luca Guadagnino hat nach einer turbulenten Produktions- und Release-Geschichte eine neue Heimat gefunden. Wie mehrere US-Medien berichten, hat Neon das Projekt des Regisseurs von „Call Me By Your Name“ von den Amazon MGM Studios übernommen. Damit hat sich der Indie-Verleih, der in der Vergangenheit mit „Parasite“ oder „Anora“ Erfolge bei den Oscars feierte, ein viel beachtetes Projekt gesichert.
Heißer Stoff und eine Milliarden-Investition
Der Film erzählt eine Geschichte rund um Sam Altman, der als CEO von OpenAI, dem Unternehmen hinter ChatGPT, weltweit Bekanntheit erlangte. Der nahezu fertiggestellte Film zeigt Andrew Garfield als Altman und war lange bei Amazon MGM Studios für eine geplante Veröffentlichung Anfang 2027 angesetzt. Doch vor wenigen Tagen ließ Amazon den Film plötzlich fallen. Ein möglicher Grund dafür könnte eine nahezu zeitgleiche 50-Milliarden-Dollar-Investion des Konzerns in Altmans Unternehmen OpenAI sein.
„Artificial“ wurde von „SNL“-Autor Simon Rich geschrieben und erzählt die fiktionalisierte Version einer turbulenten Phase bei OpenAI, in der Altman 2023 vom Verwaltungsrat des Unternehmens entlassen und abgesetzt wurde. Daran beteiligt war damals der OpenAI-Mitgründer Ilya Sutskever. Dieser wird gespielt von „Anora“-Star Yura Borisov. Der Film zeigt außerdem Monica Barbaro als Mira Murati, Mark Rylance als KI-Pionier Geoffrey Hinton sowie Ike Barinholtz als Elon Musk.
Der bestens vernetzte Hollywood-Insider Matt Belloni hatte die Nachricht der Übernahme von Neon zuerst gemeldet. Zudem beschreibt Belloni in seinem Podcast The Town „Artificial“ als besonders wenig vorteilhaft für Altman und Musk. Dabei geht es wohl insbesondere um die dramatischen Auswirkungen, die KI für die Kultur und die Gesellschaft haben könnte. Das erklärt, warum der Film mit „The Social Network“ verglichen wurde, der selbst kein gerade schmeichelhaftes Porträt des Facebook-Gründers Mark Zuckerberg ist.
An „Artificial“ wollte sich Amazon also offenbar nicht die Finger verbrennen. Mit Neon springt ein Indie-Verleih ein, der sich in den vergangenen Jahren mit gezielten Arthouse-Hits und starken Award-Kampagnen einen Namen gemacht hat.
Mit „Artificial“ erhofft sich die Produktionsfirma offenbar einen weiteren Erfolg bei der Oscar-Verleihung und könnte den fast fertigen Film jetzt passend zum Rennen um die goldene Auszeichnung platzieren. Für Luca Guadagnino, der zuletzt mit Filmen wie „Challengers“ für Aufmerksamkeit sorgte, ist „Artificial“ das bislang wohl politischste Projekt seiner Karriere.
Aufgrund der kontroversen Thematik haben sich nicht viele Studios um „Artificial“ gerissen. Bei einem neuen Horror-Projekt war das ganz anders. Welches das ist, erfahrt ihr hier:
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