"Ich war high auf Ecstasy": James Cameron enthüllt, wie "Terminator 2" entstanden ist
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„Terminator“ und „Terminator 2“ sind bis heute zwei der besten Filme aller Zeiten. Auf ein zentrales Konzept kam James Cameron durch einen Popsong und im Rausch, wie er in einem Rückblick auf seine Meisterwerke enthüllte.

Gerade konnten wir euch verraten, dass „Terminator 2 – Tag der Abrechnung“ in Kürze wieder in den deutschen Kinos läuft. Zum 35. Jubiläum wird das Sci-Fi-Action-Meisterwerk ab dem 27. August 2026 auf der großen Leinwand zu sehen sein. Dann können wir eine Fortsetzung erleben, die nicht nur größer, teurer, spektakulärer und sogar noch besser als der ohnehin schon legendäre erste Teil ist, sondern auch dessen Story konsequent weitererzählt. Dass die von Arnold Schwarzenegger verkörperte Killermaschine jetzt der Beschützer ist und es mit einem noch mächtigeren Gegner, dem T-1000 aus flüssigem Metall, aufnehmen muss, scheint der logische nächste Schritt zu sein.

Doch so klar war das alles am Anfang keineswegs. James Cameron musste im Gegenteil erst herausfinden, was „Terminator 2“ überhaupt sein sollte. Dabei machte er erst einen wichtigen Schritt nach vorne, als der Filmemacher high auf Ecstasy war und Sting hörte. Denn in diesem Zustand kam ihm eine zentrale Idee. Das verriet Cameron bereits 2021 anlässlich des 30. Jubiläums des zweiten Teils gegenüber dem Portal The Ringer. Im Rahmen einer Oral History enthüllte er dabei auch noch einige weitere Details zur Entstehungsgeschichte der beiden Filme.

Ecstasy, Sting und die Geburt von John Connor

James Cameron erinnerte sich gegenüber The Ringer daran, wie er einst an Notizen für das „Terminator“-Sequel arbeitete, während im Hintergrund Stings Song „Russians“ lief. In dem Lied gibt es die Zeile „I hope the Russians love their children too“ – also sinngemäß: „Ich hoffe, die Russen lieben ihre Kinder auch.“ Weil Cameron im richtigen Rauschzustand war, hatte die Zeile eine besondere Wirkung:

„Ich erinnere mich, dass ich high auf E war, Notizen für ‚Terminator‘ schrieb und von Stings Song getroffen wurde“, so Cameron. Als er die Zeile über die Kinder hörte, dachte er: „Die Idee eines Atomkriegs ist einfach so lebensfeindlich.“ Genau daraus sei schließlich „der Junge“ entstanden. Mit „dem Jungen“ ist natürlich John Connor gemeint, eine der zentralen Figuren der Filmreihe. In „Terminator“ ist er zwar noch nicht geboren, doch als zukünftiger Anführer des menschlichen Widerstands gegen die Maschinen ist er überhaupt erst der Grund, warum Sarah Connor gejagt wird. In „Terminator 2“ rückt John dann ins Zentrum der Handlung – und diese Idee, „den Jungen“ zum Hauptdarsteller des Sequels zu machen, kam Cameron auf Drogen.

"Terminator 2" hätte auch Arnold gegen Arnold werden können

Doch auch nach diesem Durchbruch mit der Hauptfigur dauerte es eine Weile, bis Cameron die finale Geschichte für „Terminator 2“ fand, die sich heute also so stimmig anfühlt. Ursprünglich wollte er in eine ganz andere Richtung gehen. Eine frühe Idee sah vor, Arnold Schwarzenegger gleich doppelt auftreten zu lassen: als guten und als bösen Terminator. Camerons Plan war es zuerst, dass Skynet einen weiteren T-800 durch die Zeit schickt, um Connor zu töten, während der Widerstand ein baugleiches Modell zu seinem Schutz beauftragt.

Das Ergebnis wäre ein Kampf von Schwarzenegger gegen Schwarzenegger gewesen. Was auf dem Papier nach einem Traum für viele Action-Fans wirkt, erschien Cameron und seinem Co-Autor William Wisher schnell als nicht spannend genug. Dieselbe Maschine zu zeigen und das halt jetzt einfach zwei Mal war zu repetitiv gegenüber dem ersten Teil. Wisher erklärte so gegenüber The Ringer 2021: „Arnold gegen einen anderen Arnold kämpfen zu lassen, ist nur langweilig. Langweilig, langweilig, langweilig!“ Stattdessen griff Cameron eine ältere Idee wieder auf, die er für den ersten „Terminator“ noch nicht umsetzen konnte: eine Killermaschine aus flüssigem Metall.

Beinahe hätte der T-1000 Arnold überflüssig gemacht

Cameron wollte unbedingt einen Bösewicht, der furchteinflößender ist als der T-800 im ersten Teil. Sein Ansatz war es, dass Skynet jetzt im neuen Anlauf eine Superwaffe schickt, „vor deren Einsatz es sich selbst fürchtet“. Anfangs hatte die später als T-1000 bekannte Figur noch gar keine Bezeichnung: „Es war einfach ein Roboter aus flüssigem Metall“. Doch vor allem war für Cameron wichtig, dass „das Ding, das jetzt auf dich zukommt, viel, viel unheimlicher ist als dieser andere Typ mit dem Metall-Endoskelett, dem die Haut in Fetzen herunterhängt.“ Mit dem anderen Typen meinte er Arnold Schwarzeneggers T-800, der ihm nach der Erfindung des Nachfolgemodells überflüssig erschien: „Diesen Typen habe ich aus der Geschichte herausgenommen.“

Plötzlich war es der Plan, einen „Terminator 2“ ohne Arnold Schwarzenegger zu machen, bis sich Cameron wieder umentschied: „Ich dachte mir: ‚Bringen wir diesen Typen zurück. Machen wir ihn zum Widersacher [für die neue Maschine].‘ Ich habe die beiden Ideen miteinander verschmolzen. Statt Arnold gegen Arnold hieß es dann Arnold gegen die unheimliche Waffe aus flüssigem Metall.“ Der Rest ist Filmgeschichte und ab dem 27. August endlich wieder auf der großen Leinwand zu bewundern.

Übrigens hat die FILMSTARTS-Community „Terminator 2“ sogar zum besten Actionfilm aller Zeiten gewählt. Welche neun Genre-Meilensteine die Top 10 vervollständigen, erfahrt ihr hier:

4,62 von 5 Sternen! Das ist der beste Actionfilm aller Zeiten – laut den deutschen Zuschauern
Björn Becher
Björn Becher
-Mitglied der Chefredaktion
Seit mehr als 20 Jahren schreibt Björn Becher über Filme und Serien. Hier bei FILMSTARTS.de kümmert er sich um "Star Wars" - aber auch um alles, was gerade im Kino auf der großen Leinwand läuft.
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