Natürlich ist der „Indiana Jones“-Abklatsch „Feuerwalze“ (Originaltitel: „Firewalker“) objektiv betrachtet kein wirklich guter Film. Das deutet schon die bei Rotten Tomatoes, der führenden US-Sammelseite für professionelle Kritiken, verzeichnete Quote unmissverständlich an. Denn dort bringt es das Action-Abenteuer von „Die Schlacht um den Planet der Affen“-Regisseur Jack Lee Thompson gerade einmal auf jämmerliche acht Prozent positiver Besprechungen. Wenn man allerdings mit einer entsprechenden Erwartung und der richtigen Einstellung an den 1986er-Streifen herangeht, kann man durchaus Spaß an ihm haben. Und das liegt vor allem an Hauptdarsteller Chuck Norris.
„Feuerwalze“ läuft am heutigen 19. Juli 2026 um 20.15 Uhr auf Tele 5. Eine Wiederholung folgt in der Nacht vom 20. auf den 21. Juli um 2.50 Uhr. Alternativ ist der Film als Video-on-Demand zum Kaufen oder Leihen aktuell exklusiv im Sky Store zu haben:
Chuck Norris macht auf Indiana Jones
Dem gigantischen Erfolg des Indiana-Jones-Blockbusters „Jäger des verlorenen Schatzes“ folgend kamen eine Menge Nachahmer-Filme in die Kinos. So konnten sich Fans von Abenteuer-Action über ebenfalls sehr aufwändig gemachte Streifen wie „Auf der Jagd nach dem grünen Diamanten“ mit Michael Douglas, Kathleen Turner und Danny DeVito oder den eher komödiantischen „Quatermain - Auf der Suche nach dem Schatz der Könige“ mit Richard Chamberlain und Sharon Stone freuen. Aber natürlich gab es auch weniger gelungene, weil meist billiger gemachte und schwächer geschriebene Rip-offs wie den zumindest noch amüsanten Hongkong-Actioner „Magic Crystal“ oder den halbgaren „Auf der Suche nach dem goldenen Kind“ mit Eddie Murphy.
In letztere Kategorie fällt auch „Feuerwalze“, in dem nicht nur der unnachahmliche Chuck Norris, sondern auch Osargewinner Louis Gossett Jr. („Ein Offizier und Gentleman“), „Einer flog über das Kuckucksnest“-Veteran Will Sampson und die durch „Flash Gordon“ weltbekannt gewordene Melody Anderson mitmischen. Mit John Rhys-Davies („Der Herr der Ringe“) war sogar ein echter „Jäger des verlorenen Schatzes“-Co-Star dabei.
Im Laufe diverser von Drehbuchautor Robert Gosnell („Im Tal der Wildkatzen“) streckenweise richtig dreist von „Jäger des verlorenen Schatzes“ und/oder „Auf der Jagd nach dem grünen Diamanten“ abgekupferten Szenen wird eines schnell klar: Wenn er keine riesige Knarre in der Hand hält oder nicht seinen gefürchteten Roundhouse-Kick ansetzen kann, besitzt Chuck Norris vor der Kamera einfach nicht das Charisma eines Harrison Ford oder eines Michael Douglas. Dafür hatte der spätere „Walker, Texas Ranger“-Star allerdings sicht- und fühlbar Spaß an dem Film. Abgesehen von kleineren Cameo-Auftritten zum Ende seiner Karriere ist dies hier ziemlich sicher die witzigste Performance des Actionhelden. Das empfand auch Louis Gossett Jr. so, der seinen Kollegen selbst Jahre später noch für seinen Mut, mal etwas anderes auszuprobieren und sein schauspielerisches Repertoire zu erweitern, lobte.
Die deutsche Synchro trägt mit den für die damalige Zeit typisch flapsigen Sprüchen übrigens viel zum hohen Fun-Faktor von „Feuerwalze“ bei. Falls ihr noch zweifelt, ob ihr einschalten sollt, schaut euch zumindest mal die ersten paar Minuten an. Da sehen wir die Figuren von Norris und Gossett Jr. in ihrem Geländewagen durch eine Wüste heizen. Das Duo ist auf der Flucht vor ein paar aufgebrachten Einheimischen mit Maschinenpistolen und Handgranaten, die von ihm beim Kartenspielen betrogen wurden. Hier jagt ein Kalauer den nächsten – ganz in der Manier von Bud Spencer und Terence Hill oder der legendären TV-Serie „Die Zwei“.
Falls euch der Sinn nach ein wenig harmloser Zerstreuung mit Witz und Action im 1980er-Look steht, dürfte „Feuerwalze“ am heutigen Abend die erste Wahl sein.
Darum geht es in "Feuerwalze"
Max Donigan (Chuck Norris) und Leo Porter (Lou Gossett Jr.) sind zwei global operierende, zuletzt aber eher erfolglose Glücksritter. Bei einem ihrer kurzen US-Aufenthalte treffen sie in einer Kneipe die charmante junge Patricia Goodwin (Melody Anderson). Sie besitzt eine alte Karte, die angeblich zu einem geheimen, goldgefüllten Tempel der Inkas führen soll. Bevor die Dame offiziell um Hilfe bitten kann, befinden sich die drei bereits auf dem Weg nach Südamerika.
Dort angekommen, zwängen sie sich in einen klapprigen VW-Käfer und glauben zunächst, es wäre ein Kinderspiel, ihr Ziel – eine verwunschene Höhle mitten im Urwald – zu finden. Doch schon bald stoßen die Schatzjäger*innen auf jede Menge Opposition in Person lokaler Gangster, brutaler Regierungstruppen, kaum weniger friedlicher Aufständischer sowie miesgelaunter Ureinwohner …
Noch immer warten Norris-Fans auf die Veröffentlichung des letzten Films ihres im März 2026 verstorbenen Helden. Im folgenden Artikel hat FILMSTARTS-Redakteur Stefan Geisler schon mal zusammengefasst, was wir bisher über den wahrlich abgefahren anmutenden „Zombie Plane“ wissen:
Der bescheuertste (und vielleicht genialste) Film der nächsten Jahre ist endlich im Kasten: Chuck Norris muss die Welt vor Zombies retten*Bei diesem Link handelt es sich um einen sogenannten Affiliate-Link. Bei einem Kauf über diesen Link erhalten wir eine Provision. Auf den Preis hat das keinerlei Auswirkung.