Nachdem er lange Zeit völlig von der Bildfläche verschwunden war: Der vielleicht beste deutsche Western der letzten 20 Jahre kehrt zurück!
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Imposante Bilder, eindringliche Klänge, dichte Atmosphäre: „Das finstere Tal“ zeigt, dass auch die deutsch-österreichische Filmindustrie im Western-Genre glänzen kann. Jetzt erhält der seit einiger Zeit vergriffene Titel eine Heimkino-Neuauflage.

Wer an die deutschsprachige Filmindustrie denkt, hat wohl kaum das Western-Genre im Kopf. Der erfolgreichste deutsche Film seit der Wiedervereinigung mag zwar „Der Schuh des Manitu“ sein, doch dabei handelt es sich bekanntlich um eine leichtfüßige Parodie und nicht um einen geradlinigen Genrevertreter. An denen versuchen sich hiesige Filmschaffende zwar durchaus, allerdings vergleichsweise selten.

Doch mit „Das finstere Tal“ hat eine österreichisch-deutsche Produktion 2014 gewaltig Eindruck hinterlassen: Der Schnee-Western von „In 3 Tagen bist du tot“-Regisseur Andreas Prochaska wurde für seine dichte Atmosphäre, seine eindringlichen Bilder und seinen Kommentar auf den emotionalen sowie physischen Terror des Kleinstadtmilieus gefeiert.

Nach dem Gewinn von zwei Bayerischen Filmpreisen, acht Deutschen Filmpreisen und ebenfalls acht Österreichischen Filmpreisen verschwand der wuchtige Western mit Psycho-Drama-Einschlägen allerdings schnell aus dem Handel: Die 2014 veröffentlichten Editionen in Standardaufmachung und das 2015 veröffentlichte Steelbook sind bereits seit Jahren vergriffen! Nun wird Abhilfe geschaffen: Am 17. Juli 2026 erhält „Das finstere Tal“ endlich eine Heimkino-Neuauflage auf DVD und Blu-ray!

Darum geht es in "Das finstere Tal"

Ende des 19. Jahrhunderts: Ein junger Mann namens Greider (Sam Riley) kommt mit einem Pferd und einem Maultier in ein abgelegenes Alpendorf. Er stellt sich der Dorfgemeinde als Fotograf vor und bittet um Unterschlupf, während der harsche Winter tobt. Witwe Gader (Carmen Gratl) und ihre kurz vor der Hochzeit stehende Tochter Luzi (Paula Beer) nehmen ihn gegen ein paar Goldmünzen bei sich auf, doch dann kommt es zu seltsamen Ereignissen.

Kurz nacheinander sterben die zwei Söhne des Dorfpatriarchen Brenner, und im Tal macht sich die Vermutung breit, dass es sich nicht um Unfälle handelt, sondern um Mord. Als Fremder wird prompt Greider verdächtigt, zumal alte, dunkle Dorfgeheimnisse wieder ans Licht gelangen ...

Wenige Worte, aber stechende Blicke der Geringschätzung und ihm deutlich ins Gesicht geschriebener Kummer: Der knurrige, komplexe Greider ist glasklar Sam Rileys denkwürdigste Rolle – nie zuvor und nie wieder verstand es ein Projekt derart, sein Können, seinen rauen Charme und seine emotionale Abgründigkeit auf den Punkt zu bringen. Prochaskas Gespür für audiovisuelle Reize sorgt jedoch dafür, dass sich Riley das Rampenlicht mit dem knarzigen Sounddesign, der von einem wummernden Bass geprägten Filmmusik und den kühlen, fast schon apokalyptisch anmutenden Alpen-Impressionen teilen muss.

Es war also höchste Zeit, dass die im Gletschertempo eskalierende, frostige Südtirol-Umdeutung der rauen Sam-Peckinpah-Westernstimmung zurück ins Heimkino kommt. Und wenn ihr nach „Das finstere Tal“ Lust auf einen weiteren harschen Western habt: Befolgt doch auch den Heimkino-Tipp, um den es in unserem nächsten Artikel geht!

Neu im Heimkino: Dieser Rache-Western mit Klaus Kinski ist so finster und erbarmungslos, dass er glatt zum Horrorfilm mutiert!

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Sidney Schering
Sidney Schering
-Freier Autor und Kritiker
Er findet Streaming zwar praktisch, eine echte Sammlung kann es für ihn aber nicht ersetzen: Was im eigenen Regal steht, ist sicher vor Internet-Blackouts, auslaufenden Lizenzverträgen und nachträglichen Schnitten.
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