Im Mainstream dürfte Antonio Margheriti hauptsächlich durch „Inglourious Basterds“ bekannt sein. Dort nutzt eine der Titelfiguren diesen klangvollen italienischen Namen, um sich in den letzten Zügen des Zweiten Weltkriegs in eine Kinopremiere zu schleusen. Doch „Inglourious Basterds“-Macher Quentin Tarantino hat sich diese melodische Abfolge von Phonemen nicht aus der Nase gezogen, sondern nutzt sie als Verneigung vor einem Regiekollegen.
Margheriti war im Sci-Fi-, Horror-, Action-, Western- und zünftigen Comedy-Kino gleichermaßen beheimatet, wobei er sich oft an Motiven teurerer, namhafterer Filme bediente. Auch eine seiner meistrespektierten Regiearbeiten hat ein Vorbild: Vage an „Der Fremde von Paso Bravo“ angelehnt, erzählt der Western „Satan der Rache“ eine derart düster-brutale Rachegeschichte, dass er vereinzelt dem Horrorkino zugeschrieben wird!
In einigen Ländern, darunter in Deutschland, hatte der mit Schauspiel-Zankapfel Klaus Kinski besetzte Film konsequenterweise Probleme mit dem Jugendschutz. Diese Zeiten sind mittlerweile aber vorbei, noch dazu erhielt der Selbstjustiz-Western nun ein Heimkino-Upgrade: Diese Woche ist „Satan der Rache“ erstmals in Deutschland auf Blu-ray erschienen – und zwar uncut!
Parallel zur obig verlinkten Blu-ray-Edition in Standardverpackung sind ein Limited Edition Mediabook* mit DVD und Blu-ray sowie ein Limited Edition 4K-Mediabook* erschienen. Somit feiert der Rache-Western gleichzeitig sein HD- und sein UHD-Debüt im deutschen Heimkino! Die Mediabooks sind übrigens auf jeweils 500 Exemplare begrenzt und enthalten zudem ein 24-seitiges Booklet.
Darum geht es in "Satan der Rache"
Nach zehn qualvollen Jahren, die er unschuldig in einem Straflager verbracht hat, sinnt Gary Hamilton (Klaus Kinski) nach Rache an seinem früheren Freund Acombar (Peter Carsten), dem er dieses Elend zu verdanken hat. Denn der hat Hamilton einen Mord angehängt, um sich ungestört an seinem Reichtum, seiner Villa und seiner Frau Maria (Marcella Michelangeli) bedienen zu können.
Zu Acombars ungeheuerlichem Unglück scheint die Natur auf Hamiltons Seite zu sein: Ein gewaltiger Sturm und plötzlich hereinbrechende, alles erdrückende Finsternis erleichtern es dem Rächer, sich unbemerkt Acombar und seinen überforderten Handlangern zu nähern...
Rache, so düster, dass sie aus einem Western Gothic-Horror macht
So unterschiedlich können Filme wirken: Der französische Jugendschutz gab „Satan der Rache“ ohne Einschränkung für jedes Alter frei, in Norwegen hingegen sprach man ein Verbot aus. In Deutschland wiederum trägt das Klaus-Kinski-Vehikel seit jeher eine FSK ab 16 Jahren, wurde dafür jedoch im Kino sowie in der VHS-Ära noch gekürzt.
Erst im DVD-Zeitalter bekam das hiesige Publikum die vollständige Vendetta zu sehen. Der Filmkritiker und Produzent Christian Keßler attestierte ihm im Italo-Western-Standardwerk „Willkommen in der Hölle“, zugleich dem Gothic-Horrorkino zuzugehören. Ein Urteil, das sich unter anderem aufgrund eines finster-stimmungsvollen Abstechers in eine Katakombe und der inszenatorisch zunehmenden Überhöhung von Kinskis Figur auch an anderer Stelle finden lässt!
Das US-Portal Collider etwa nennt „Satan der Rache“ einen „Spaghetti-Horror-Western“ und zählt sein schauriges Finale zu den besten Showdowns der Western-Historie. Len Liu von der Spaghetti-Western-Datendank befindet sogar, dass Gothic-Fans mehr Gefallen an ihm finden werden als Western-Begeisterte – und betont zugleich, dass Kinski niemals in einem Italo-Western besser was als in diesem!
Wenn ihr trotzdem Lust auf noch mehr Western-Kino mit dem kontroversen Schauspiel-Giganten habt, dann solltet ihr unbedingt diesen blutigen Tipp befolgen:
Heimkino-Tipp mit FSK 18: Einer der besten & härtesten Western der Filmgeschichte – als 4K-Version bei den Amazon-Frühlingsangeboten!*Bei den Links zum Angebot von Amazon handelt es sich um sogenannte Affiliate-Links. Bei einem Kauf über diese Links oder beim Abschluss eines Abos erhalten wir eine Provision. Auf den Preis hat das keinerlei Auswirkung.