Neu auf Netflix: Ein cleverer 90er-Kultfilm von einem Regisseur, der uns später noch mit "Edge Of Tomorrow" begeistern sollte
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Mit „Go - Das Leben beginnt erst um 3.00 Uhr morgens“ schuf Doug Liman 1999 einen temporeichen Episodenfilm, der dem Vergleich mit „Pulp Fiction“ standhält.

Columbia Pictures / Netflix

Eine eigensinnige coole Ästhetik haftet den Filmen der 90er Jahre an – dazu hat insbesondere auch die Fülle an episodischen Werken dieses Jahrzehnts beigetragen: Kunstvoll führte Quentin Tarantino in seinem nonlinear komponierten Meisterwerk „Pulp Fiction“ (1994) mehrere, allesamt irre Erzählstränge zusammen, während Regie-Ikone Robert Altman in „Short Cuts“ (1993) diverse Kurzgeschichten von Raymond Carver zu einem Porträt vom Leben in Los Angeles verband.

Globaler ging Jim Jarmusch vor, als er fünf verschiedene, auf Los Angeles, New York, Paris, Rom und Helsinki verteilte Taxifahrten in seine Episodenkomödie „Night On Earth“ (1991) packte.

Ein vielgelobter, etwas weniger bekannter Episodenfilm dieser Zeit ist auch Doug Limans schwarze Komödie „Go - Das Leben beginnt erst um 3.00 Uhr morgens“ von 1999, die ihr ab sofort bei Netflix entdecken könnt. Hier findet Ihr den Trailer:

Rasante Weihnachten – Darum geht’s in "Go"

Aus drei unterschiedlichen Perspektiven schildert „Go“ die sich in Los Angeles und Las Vegas abspielenden Begebenheiten einer Vorweihnachtsnacht: Die junge Ronna (Sarah Polley) arbeitet in einem Supermarkt und braucht dringend zusätzliches Geld, um ihre Wohnung behalten zu können. Da trifft es sich gut, dass sie von zwei Schauspielern angesprochen wird, die eigentlich von ihrem Kollegen Simon (Desmond Askew) Drogen kaufen wollten.

Gemeinsam mit ihrer Freundin Claire (Katie Holmes) sucht Ronna den Dealer Todd (Timothy Olyphant) auf, um das Geschäft abwickeln zu können, doch der Abend verläuft noch ganz anders als geplant. Unterdessen treibt sich der eigentliche Drogendealer Simon in Las Vegas herum und macht sich Feinde, die ihm bis nach Los Angeles folgen werden. Schließlich erfahren wir auch, was es mit den beiden Schauspielern, die von Ronna Ecstasy erwerben wollen, auf sich hat…

Atemlos und stilbewusst

Die Kritiken zu „Go“ fielen kurz nach Kinostart wohlwollend aus, wobei vor allem das atemlose Erzähltempo, die clevere Komposition der Episoden und die stilbewusste Inszenierung durch Regisseur Doug Liman gelobt wurde. Die Vergleiche mit Tarantinos sehr viel einflussreicherem „Pulp Fiction“ waren naheliegend, taten aber „Go“, der eine ganz eigene erzählerische Raffinesse und ein tolles Ensemble zu bieten hat, etwas Unrecht.

Dass „Go“-Regisseur Doug Liman ein überaus fähiger Filmemacher ist, bewies er in seiner weiteren Karriere vor allem mit seinen außergewöhnlichen Sci-Fi-Actionfilmen „Jumper“ (2008) und „Edge Of Tomorrow“ (2014) mit Tom Cruise. Vor allem letzterer entwickelte sich von der Box-Office-Enttäuschung zum hochgeschätzten Geheimtipp, der viele auf eine Fortsetzung hoffen lässt – wie es um diese aktuell steht, erfahrt ihr hier:

Sci-Fi-Kracher: Die "Edge Of Tomorrow"-Neuverfilmung erscheint bereits in 2 Monaten – aber wo bleibt Teil 2 mit Tom Cruise?

Dobrila Kontic
Dobrila Kontic
-Freie Autorin
Zu Dobrilas Lieblingsfilmen gehört Düster-Melancholisches ("Donnie Darko") bis Dystopisches ("Children Of Men"), aber schwarzhumorigen Komödien und Satiren kann sie auch viel abgewinnen.
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