Viele Menschen haben ein kompliziertes Verhältnis zum Alkohol. Anders als bei den meisten anderen Drogen ist es völlig selbstverständlich, ihn regelmäßig zu konsumieren – doch wie wir wissen, kann das auch schwerwiegende Folgen haben. Ein tragisches Beispiel dafür ist die britische Schauspiel-Legende Oliver Reed („Oliver!“).
Reed spielte in Ridley Scotts mit fünf Oscars prämiertem Monumental-Epos den ehemaligen Gladiator und Sklavenhändler Proximo. Allerdings starb er noch vor Abschluss der Dreharbeiten. Das Skript musste daraufhin kurzfristig angepasst werden, und bei der Szene, in der Proximo von der Prätorianergarde getötet wird, kam ein Bodydouble zum Einsatz. Die Todesursache Reeds hängt dabei eng mit seinem Alkoholkonsum zusammen.
Bereits seit Jahrzehnten kämpfte der „Die Teufel“-Mime mit seiner Alkoholsucht. In Hollywood kursierten zahlreiche Anekdoten, die sein exzessives, immer wieder für Schwierigkeiten sorgendes Trinkverhalten belegten. „Dracula“- und „Herr der Ringe“-Legende Christopher Lee, der mit Reed unter anderem „Die drei Musketiere“ drehte, erinnerte sich in einem Interview wie folgt (via Espinof): „Sobald er nach dem achten Drink richtig in Fahrt kam, wurde er zu einem absoluten Monster. Es war schrecklich mitanzusehen.“
Oliver Reed verteidigte seinen Alkoholkonsum – dann wurde er ihm zum Verhängnis
Der Schauspieler selbst dagegen verteidigte seinen Alkoholkonsum dagegen offen. „Mir gefällt die Wirkung, die Alkohol auf mich hat“, gab er einmal in einem Interview zu Protokoll. „Deshalb sehe ich keinen Sinn darin, nüchtern zu bleiben. […] Meine beiden Ziele im Leben sind, alle Bars leerzutrinken und mit allen Frauen der Welt zu schlafen.“
Reed sah also kein Problem in seinem Lebensstil. Im Gegenteil: Er bestritt sogar, ein Suchtproblem zu haben. „Ich habe kein Alkoholproblem“, so Reed. „Aber wenn Ärzte mir jemals sagen würden, ich müsse mit dem Trinken aufhören, würde ich gern glauben, dass ich den Mut hätte, weiterzutrinken, bis ich daran sterbe.“
Starb Oliver Reed wirklich so, wie er es sich gewünscht hatte?
Und so kam es dann auch. Am 2. Mai 1999 traf der Mime in einem Pub auf eine Gruppe britischer Matrosen, die Landgang hatten. Er ließ sich auf einen Trinkwettbewerb ein – mit fatalen Folgen. Berichten zufolge trank er acht Pints Bier, zwölf Rum-Shots, eine halbe Flasche Whisky sowie mehrere Cognac-Shots. Reed brach daraufhin zusammen und erlitt auf dem Weg ins Krankenhaus einen tödlichen Herzinfarkt. Beigesetzt wurde er auf dem Friedhof von Churchtown – übrigens unweit eines seiner Stamm-Pubs.
Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass Reeds „Gladiator“-Kollege Omid Djalili (spielte den Sklavenhändler Gadio) das offizielle Narrativ zum Teil infragestellte. „Er hatte monatelang nichts getrunken, bevor die Dreharbeiten begannen“, erklärte der Schauspieler und Komiker (via The Guardian). „Alle behaupteten, er sei genauso gestorben, wie er es sich immer gewünscht habe. Aber das stimmt nicht. Es war eine tragische Geschichte. Er war in einem englischen Pub und wurde dazu gedrängt, an einem Trinkwettbewerb teilzunehmen. Er hätte einfach gehen sollen – tat es aber nicht.“
Mehr zu den Folgen, die Reeds überraschender Tod auf den Dreh von „Gladiator“ hatte, lest ihr im nachfolgenden Artikel:
So veränderte der tragische Tod einer Schauspiel-Legende das Historien-Meisterwerk "Gladiator"Ein ähnlicher Artikel ist zuvor auf unserer spanischen Schwesternseite Espinof.com erschienen.