Es gibt in der Filmgeschichte einige Beispiele tragischer Todesfälle von Crew-Mitgliedern und Schauspielern, die sich während der Dreharbeiten ereigneten. Zu den bekanntesten Vorfällen dieser Art zählen der tödliche Unfall während des Drehs zu „Twilight Zone“, der unter anderem Schauspieler Vic Morrow das Leben kostete, und Brandon Lees Tod am Set von „The Crow“. Im März 1993 starb der erst 28-jährige Lee, Sohn von Kampfkunst-Legende und Schauspieler Bruce Lee, durch eine Kugel. Ein Kollege hatte die Pistole versehentlich abgefeuert.
Womöglich weniger bekannt als die Fälle „Morrow“ und „Lee“ dürfte einigen Filmfans der Tod des britischen Schauspielers Oliver Reed sein, der am 2. Mai 1999 an einem Herzinfarkt starb. Reed, ein gefeierter Leinwand-Held vor allem der 70er-Jahre („Tommy“, „Der Mann in der eisernen Maske“), befand sich mitten in den Dreharbeiten zu Ridley Scotts Oscar-prämiertem Monumentalfilm „Gladiator“, als es zu dem erschütternden Ereignis kam.
Die internationale Filmwelt und Fans auf der ganzen Welt trauerten um Reed – während Scott zusätzlich mit einem weiteren Problem konfrontiert war: Da Reeds Auftritte als Gladiatoren-Händler Proximo noch nicht abgedreht waren, lautete die alles entscheidende Frage: Wie lässt sich ein Film (inhaltlich) zufriedenstellend und schlüssig weiterführen, wenn plötzlich der Darsteller einer der wichtigsten Nebenfiguren fehlt?
Exzesse und Orgien – mit tödlichen Folgen
Laut Berichten soll Reed am Tag seines Todes freigehabt haben und sich in den Bars der maltesischen Hauptstadt Valletta (Malta war eine der Hauptdrehorte von „Gladiator“) amüsiert haben. Die Presse schrieb von Unmengen Rum, Whisky und literweise Bier, die an jenem Abend geflossen sein sollen. Der exzessive Alkoholkonsum blieb nicht folgenlos: Reeds Herz versagte noch am selben Abend, er starb an den Folgen des Infarkts auf dem Weg ins Krankenhaus im Alter von nur 61 Jahren.
Reeds Hang zu Exzessen und seine Liebe zu (rauen Mengen) Alkohol war in der Filmwelt seit den 1960er-Jahren hinlänglich bekannt. Ausschweifenden Partys und zügellose Saufgelage waren untrennbar mit den Namen „Oliver Reed“ verbunden. Das Image des Schauspielers, der, Gerüchten zufolge, kaum vorstellbare Mengen Alkohol trinken konnte, vermengte sich zunehmend auch mit einigen seiner Rollen. Bestes Beispiel: Die Figur des trinkfesten Musketiers Athos im Mantel-und-Degen-Klassiker „Die drei Musketiere“ (1973). Athos ist in dem Film in außerordentlicher Weise dem Wein zugetan, weshalb die Rolle für Reed wie die Faust aufs Auge passte.
Von alledem wusste freilich aber auch Scott, dem Reed im Vorfeld der „Gladiator“-Dreharbeiten versprechen musste, während der Produktion auf Malta keinen Alkohol zu trinken. Bekanntermaßen konnte Reed sein Versprechen an den Regisseur nicht halten.
Tricktechnik und Body-Double ersetzten Reed
Und so stand Scott nach Reeds tragischem Tod plötzlich ohne Proximo dar, dem als Sklavenhändler im Film eine zentrale Rolle zukommt: Immerhin ist es der ehemaliger Gladiator, der das Potenzial in Maximus (Russell Crowe) erkennt und ihn den Sklavenhändlern abkauft. Proximo ist zudem eine Nebenfigur mit vergleichsweise viel Screentime. Konnte es ohne Reed also mit den Dreharbeiten weitergehen?
Konnte es, denn die Macher fanden eine Lösung: ein Mix aus Bodydouble- und Tricktechnik. Mittels hochmoderner Computertechnik projizierten die CGI-Experten Reeds Gesicht aus vorhandenem Filmmaterial nachträglich auf das Double. Die Illusion war perfekt. So konnten Scott und sein Team die noch nicht abgedrehten Szenen mit Proximo auf diese Weise doch noch fertigstellen.
Posthum gelang Reed mit „Gladiator“ sogar der mit Abstand größte Erfolg seiner Karriere. Scotts episches Meisterwerk gewann fünf Oscars und spielte weltweit über 450 Millionen Dollar ein. Reed erhielt, zwei Jahre nach seinem Tod, für seine vielschichtige Darstellung sogar noch eine Nominierung für den British Academy Film Award (BAFTA).
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