… jedenfalls, wenn es nach Björn Becher und Daniel Fabian geht. Denn als wir in der FILMSTARTS-Redaktion anlässlich des Kinostarts von „Die Odyssee“ kürzlich einen Blick auf die fünf besten Filme von Christopher Nolan warfen, nannten die beiden Redakteure auch „Following“ – und damit nicht nur den ersten, sondern bis heute auch sicherlich unbekanntesten Film des Ausnahme-Regisseurs, dem wir so Meisterwerke wie „Interstellar“, „Oppenheimer“ und die „Dark Knight“-Trilogie zu verdanken haben.
Während jene Blockbuster in den meisten Rankings die Nase vorne haben, gibt es für viele Fans des gefeierten Filmemachers aber immer noch vor allem eine Bildungslücke – die es sich allerspätestens jetzt zu schließen lohnt. Denn „Following“ könnt ihr ab sofort im Abo streamen. Und zwar bei MUBI. Den Service könnt ihr wahlweise direkt beim Anbieter oder als Channel bei Amazon Prime Video buchen und auch sieben Tage kostenlos testen:
Nachdem der Film 2024 erstmals in Deutschland auf Blu-ray – standesgemäß als limitierte Sammleredition* – in den Handel gebracht und mittlerweile auch schon eine Standardausgabe* nachgeschoben wurde, sind beide physischen Veröffentlichungen mittlerweile restlos vergriffen. Streaming bietet sich deshalb aber nicht nur als perfekte Notlösung an, sondern wird dank MUBI zur waschechten, lohnenswerten Alternative. Schließlich ist die Plattform Heimat zahlreicher Kult-Klassiker und aktueller Geheimtipps, die es sonst nirgendwo zu sehen gibt.
Das ist "Following" von Christopher Nolan
Im Zentrum des Geschehens steht Bill (Jeremy Theobald), der unter dem Vorwand, als Schriftsteller für seine Geschichten zu recherchieren, willkürlich fremden Leuten quer durch London folgt. Vor allem befriedigt der Einzelgänger dabei allerdings seine voyeuristischen Gelüste – aus denen eine regelrechte Obsession wird, als er auf den Einbrecher Cobb (Alex Haw) trifft.
Er begleitet den gewieften Langfinger auf seinen Raubzügen und wird schon bald nicht nur zum stillen Beobachter, sondern im selben Atemzug auch Mittäter – der eine folgenschwere Faszination für den Kriminellen und seine Art und Weise, die Macht über seine Opfer zu genießen, entwickelt…
Ein ausgeklügelter Dieb, der andere dazu manipuliert, sich ihm anzuschließen? Das kennen Nolan-Fans natürlich vor allem aus „Inception“, in dem Leonardo DiCaprio in die Träume seiner Opfer vordringt, um diesen zunächst Gedanken zu stehlen (bevor es ans Einpflanzen geht). Diese Parallele zwischen den beiden Filmen kommt nicht von ungefähr – ebenso wenig wie übrigens die Tatsache, dass DiCaprios Figur in Anlehnung an Nolans Debüt auf den Namen Dom Cobb hört.
Darüber hinaus sind der auf 16-Millimeter-Film sowie mit einem Budget von nur 6.000 Dollar gedrehte „Following“ und der starbesetzte, mit vier Oscars prämierte 160-Millionen-Dollar-„Inception“ natürlich grundverschieden. Was den gerade einmal 70 Minuten langen Indie-Geheimtipp und das zweieinhalbstündige Hollywood-Epos vereint, ist derweil Nolans erzählerisches Können, das einen von der ersten bis zur letzten Szene in seinen Bann zieht – wobei er zum Beginn seiner Karriere noch weit mehr als heute als One-Man-Show in Erscheinung trat. Bei seinem in Schwarz-Weiß gedrehten „Following“ zeichnete er so nicht nur für Drehbuch und Regie verantwortlich, sondern übernahm sogleich auch noch die Kameraführung sowie den Schnitt.
Mit „Die Odyssee“ bescherte uns der Engländer zuletzt ein besonderes Kinoereignis, wie man es nur selten erlebt – und für das viele Fans bereit sind, tief in die Tasche zu greifen. Und dabei sprechen wir nicht etwa vom Aufpreis für Überlänge und Co.:
Für Christopher Nolans "Die Odyssee": Warum Fans wie ich weite Reisen auf sich nehmen, um das Epos im richtigen Format zu sehen*Bei den Links zum Angebot von Amazon handelt es sich um sogenannte Affiliate-Links. Bei einem Kauf über diese Links erhalten wir eine Provision.