Der mächtigste Regisseur der Welt: Er ist 55 Jahre alt, zweifacher Oscarpreisträger und lässt sogar Cameron, Tarantino & Spielberg hinter sich
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Agenten, Produzenten, Journalisten und Führungskräfte innerhalb der Filmindustrie wurden zu den einflussreichsten, mächtigsten Filmemachern der Gegenwart befragt – und kamen anhand einer konkreten Auswahl von Kriterien auf eine erwartbare Antwort.

Warner Bros.

Wer ist eigentlich der mächtigste Regisseur der Gegenwart? Und was heißt es eigentlich, als Filmemacher Macht zu haben? Diesen Fragen ging man jetzt bei Vulture auf den Grund.

Bei der Befragung zahlreicher Agenten, Führungskräfte, Produzenten, Publizisten und Journalisten innerhalb der Unterhaltungsindustrie wurden sechs Schlüsselkriterien berücksichtigt, über die die Macht im Kino von heute definiert wird:

  • die Konsistenz innerhalb ihres Ouvre
  • die kommerziellen Erfolgsaussichten
  • die kreative Kontrolle über ihre Werke
  • das Ansehen innerhalb der Branche
  • der Ruf beim Publikum
  • das Zukunftspotenzial

Anhand dieser Eckpfeiler lässt sich bereits erahnen, dass auf den vordersten Plätze keine Traumfabrik-Legenden, sondern vergleichsweise junge, aufstrebende Filmschaffende zu finden sein dürften. Männer und Frauen, deren Geschichten den Zeitgeist treffen, die Massen begeistern und das Medium Film auch in den kommenden Jahren nach vorne bringen können.

Wer etwas für Filmkunst übrig hat und nicht gerade unter einem Stein lebt, dürfte zumindest die Namen kennen, die das insgesamt 100 Persönlichkeiten umfassende Ranking anführen. Und gerade der Spitzenreiter ist dabei keine Überraschung...

"Die Odyssee"-Macher Christopher Nolan auf Platz 1

Christopher Nolan führt die Liste an – und das kommt nicht von ungefähr. Der 55-jährige Engländer entwickelte sich seit der Jahrtausendwende zu einem einzigartigen Phänomen und liefert regelmäßig Blockbuster-Unterhaltung mit Köpfchen. Er zeigt eindrucksvoll, wie sich Originalität und Massentauglichkeit unter einen Hut bringen lassen – und entwickelte sich so längst zu einem waschechten Publikumsmagneten. Nach Erfolgen wie der „Dark Knight“-Trilogie, „Inception“, „Interstellar“ sowie „Oppenheimer“ bescherte er uns zuletzt den aktuell in den Kinos laufenden „Die Odyssee“ ...

... mit dem er die Möglichkeiten des Kinos einmal mehr auslotet und so neue Wege für die Zukunft ebnet. Und der erste komplett in IMAX gedrehte Film liefert auf ganzer Ebene ab: Sowohl Publikum als auch Fachpresse (in der FILMSTARTS-Kritik gab es hervorragende 4,5 von 5 Sternen) zeigen sich begeistert, zudem geht er an den Kinokassen auf Rekordkurs. Kein Wunder, dass Nolan als einer der Wenigen das Final-Cut-Vertrauen der Studios genießt und damit das letzte Wort hinsichtlich der finalen Schnittfassung seiner Werke hat. Seine Vita ist der größte Vertrauensvorschuss, den es aktuell in Hollywood gibt – finden auch die von Vulture Befragten.

Scorsese, Spielberg & Tarantino nicht ganz vorne dabei

In Anbetracht der weiter oben angeführten Kriterien verwundert es nicht, dass einige der einflussreichsten Filmschaffenden der vergangenen Jahrzehnte nicht ganz vorne mitmischen. Quentin Tarantino will beispielsweise ohnehin nur noch einen Film drehen, sodass Rang 5 eigentlich noch mehr als respektabel ist. Auf den drei Plätzen hinter ihm tummeln sich „Avatar“-Schöpfer James Cameron, Blockbuster-Urgestein Steven Spielberg („Jurassic Park“) und Mafia-Maestro Martin Scorsese („GoodFellas“).

Ebenfalls in den Top 10 mit dabei sind „One Battle After Another“-Regisseur Paul Thomas Anderson (Platz 10), der vor allem für seinen oscarprämierten Horror-Hit „Get Out“ bekannte Jordan Peele (Platz 9) und Greta Gerwig (Platz 4), die mit „Barbie“ einen Milliarden-Erfolg landete und aktuell an einem neuen „Narnia“-Film für Netflix arbeitet.

Platz 2 geht an Ryan Coogler, der sich mit „Nächster Halt: Fruitvale Station“ als Ausnahme-Regisseur empfehlen konnte, mit „Creed: Rocky's Legacy“ und „Black Panther“ die Karriereleiter empor kletterte und spätestens mit seinem fantastischen „Blood & Sinners“ ganz oben angekommen ist.

Über Platz 3 darf sich Denis Villeneuve freuen. Für den Kanadier ging es in den vergangenen 20 Jahren ebenfalls sukzessive nach oben. Startete er mit „Incendies - Die Frau die singt“ noch in der Kategorie Bester fremdsprachiger Film ins Oscar-Rennen, gilt er längst als einer der renommiertesten Geschichtenerzähler des Kinos von heute. „Prisoners“, „Sicario“, „Arrival“ und „Blade Runner 2049“ – einen schlechten Film drehte er schon lange nicht mehr, vielleicht sogar noch nie. Mit „Dune: Part Three“ steht demnächst zudem das große Finale seiner Wüstenplaneten-Saga ins Haus – bevor er sich endlich dem neuen „James Bond“-Film widmen kann. Die komplette Liste mit allen 100 Namen findet ihr hier.

Nolans Status wird aktuell von zahlreichen Cinephilen unterstrichen, die für sein Homer-Epos auch selbst eine Odyssee auf sich nehmen – wie etwa FILMSTARTS-Autorin Selina Sondermann:

Für Christopher Nolans "Die Odyssee": Warum Fans wie ich weite Reisen auf sich nehmen, um das Epos im richtigen Format zu sehen

Daniel Fabian
Daniel Fabian
-Senior-Redakteur
Berührt und fasziniert zu werden, aber auch etwas über sich selbst lernen – das bedeutete Kino schon immer für Daniel. Darum machte der einstige Sozialarbeiter am Ende seine Leidenschaft auch zum Beruf.
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