Ich erinnere mich noch immer ganz genau an die frühen Morgenstunden des 27. Februar 2017. Die ganze Nacht hindurch hatte ich bereits Artikel über die Oscarverleihung geschrieben – und so beschloss ich, mir nach der Verkündung von „La La Land“ als Bester Film die finale Dankesrede zu sparen und den Gewinner-Artikel direkt online zu stellen. Zehn Minuten später im Bett ein letzter Blick aufs Handy – und der Schreck meines Lebens: Nicht „La La Land“, sondern „Moonlight“ hat den Oscar gewonnen – was zum Teufel?
Das Laudations-Duo Warren Beatty und Faye Dunaway hatte von den Verantwortlichen den falschen Umschlag (nämlich den für Emma Stone als Beste Schauspielerin) erhalten – und deshalb den falschen Sieger verkündet. So entstand einer der ikonischsten Momente der bislang 97-jährigen Geschichte der Preisverleihung. Aber während Ryan Gosling seitdem natürlich immer wieder auf diesen Skandal angesprochen wird, gab es bislang noch etwas anderes, das den „Der Astronaut“-Star mindestens genauso gewurmt hat: das ikonische Poster des 14-fach oscarnominierten Meisterwerks!
Zehn Jahre Ärger mit der La La Hand
Über die Jahre kam Ryan Gosling in Interviews immer wieder auf seine Probleme mit dem Motiv zu sprechen – so zum Beispiel auch 2024 in einem „Barbie“-Gespräch mit dem Wall Street Journal: „Wir tanzen, Emma und ich, und ich wusste nicht, dass diese Szene das Plakatmotiv für den Film werden würde. Eigentlich sollten wir die Hände oben haben, und ich dachte, es wäre cool, meine Hand flacher zu halten. Dabei haben mir alle gesagt, dass es nicht cool ist. Aber ich war mir sicher, dass es cooler wäre. Wenn ich es mir jetzt ansehe – und ich muss es ständig sehen –, weißt du, was cooler gewesen wäre… die vorgesehene Pose! Meine Version raubt einfach die Energie. Ich nenne es La La Hand.“
Aber jetzt hatte der US-Verleih Lionsgate endlich ein Einsehen. Weil „La La Land“ pünktlich zum zehnjährigen Jubiläum des Kinostarts noch einmal auf die große Leinwand zurückkehrt, wurde an das Originalmotiv von 2016 jetzt noch einmal Hand angelegt. (Entschuldigt den Kalauer, ging nicht anders.) Jetzt macht Ryan Gosling zumindest auf dem Poster genau die Pose, die er eigentlich von Anfang an machen sollte. Im Film selbst wurde hingegen nichts verändert – aber den muss sich die „Drive“-Ikone ja auch nicht so oft ansehen wie das weiterhin omnipräsente Plakatmotiv.
Hier mal die alte und die neue Version des Posters im Vergleich:
Lionsgate
Während Ryan Gosling über seine persönliche Abneigung gegen seine „La La Land“-Handhaltung ziemlich sicher die Wahrheit gesagt hat, gibt es allerdings eine Frage, bei der er immer mal wieder auf Notlügen zurückgreift:
"Der Astronaut"-Star Ryan Gosling lügt, wenn er nach seinem Lieblingsfilm gefragt wird: "In Wirklichkeit ist es DIESER"